Verkehrssünderkartei: Weniger Punkte

Verkehrssünderkartei: Weniger Punkte

Das Punktesystem in Flensburg wird komplett überarbeitet. Dadurch soll mehr Rechts- und Verkehrssicherheit für alle entstehen.

28.02.2012, 11:56 Uhr

Die auffälligste Änderung: Bereits bei acht Punkten ist der Führerschein in Zukunft weg. Bisher waren dazu 18 Punkte nötig. Gleichzeitig werden die Verkehrsverstöße neu bewertet und die Tilgungsfristen einfacher geregelt. Die Neuregelung soll ab Ende 2013 gelten und ist nach Ansicht des ADAC überfällig.

Einträge in die Verkehrssünderkartei erfolgen in Zukunft nur noch dann, wenn die Verkehrssicherheit betroffen ist. Die heutige Koppelung der Eintragung an die Höhe des Bußgeldes entfällt damit. Deshalb wird es beispielsweise für das Einfahren in eine Umweltzone künftig keine Punkte in Flensburg mehr geben; das Bußgeld aber bleibt.

Für besonders schwere Verstöße und Straftaten im Straßenverkehr sieht das neue System zwei Punkte vor. Für andere Delikte wie zum Beispiel das Handy am Steuer gibt es nach der Neuregelung einen Punkt.

Die Reform ist nach Einschätzung des ADAC kein Freibrief für Raser und Drängler. Dafür sorgt die abgesenkte Obergrenze von acht Punkten. Wer in Zukunft vier Mal ein Fahrverbot bekommt, verliert wegen Ungeeignetheit die Fahrerlaubnis; derzeit erhält er wegen dieser Verstöße 16 Punkte und wird zum Aufbauseminar geschickt.

Für mehr Transparenz sollen klare Tilgungsfristen sorgen. Ein-Punkte-Delikte werden nach zweieinhalb Jahren gelöscht, Zwei-Punkte-Verstöße bleiben fünf Jahre lang in der Kartei. Anders als heute verlängert sich aber die Eintragungsdauer durch neue Taten nicht. „Das alte System mit seinen Überliege- und Tilgungsfristen hat kein Mensch mehr verstanden. Ein einfaches und gerechtes System erhöht nicht nur die Rechtssicherheit, sondern auch die Verkehrssicherheit", begrüßt ADAC Generalsyndikus Werner Kaessmann die Reform.

Neu sind auch die geänderten Schwellenwerte: Heute gibt es ab acht Punkten eine Verwarnung und die Möglichkeit, Punkte mit einem freiwilligen Aufbauseminar abzubauen. Bei 14 ist der Kurs ohne Rabatt Pflicht, mit 18 der Führerschein weg. Mit dem neuen Modell wird man bei vier Punkten ermahnt, bei sechs Punkten gibt es eine Verwarnung mit angeordneter Teilnahme des Aufbauseminars. Bei acht Punkten heißt es den Führerschein abzugeben. Ein Punkteabbau durch freiwillige Maßnahmen ist dagegen nicht geplant.

punktetabelle

ADAC-Presseservice /uk

Werbung

Mehr aus "Aktuelles"

Wiesnwirte warnen vor überteuerter Reservierung im Internet

Wiesnwirte warnen vor überteuerter Reservierung im Internet

Zwei Monate vor dem Start des Oktoberfests warnen die Wiesnwirte vor überhöhten Reservierungspreisen.

Klinikum Großhadern: Hebamme im Kreißsaal verhaftet

Klinikum Großhadern: Hebamme im Kreißsaal verhaftet

Eine Münchner Hebamme ist wegen des Verdachts auf vierfachen Mordversuch im Kreißsaal verhaften worden.

Völlig überraschend: Verteidiger von Mollath legen Mandat nieder

Völlig überraschend: Verteidiger von Mollath legen Mandat nieder

Die beiden Verteidiger von Gustl Mollath haben am Mittwoch völlig überraschend ihr Mandat niedergelegt.

Gutachter: Reifenstechereien im Fall Mollath nicht nachweisbar

Gutachter: Reifenstechereien im Fall Mollath nicht nachweisbar

Mollath soll Dutzende von Autoreifen zerstochen haben. Laut Anklage wollte er sich an den Menschen rächen, die an der Scheidung von seiner Frau beteiligt waren.

Werbung
NSU-Prozess: Zeugen aus Zeitmangel ausgeladen

NSU-Prozess: Zeugen aus Zeitmangel ausgeladen

Im NSU-Prozess wird das Oberlandesgericht (OLG) München heute nur einen halben Tag verhandeln. Der Strafsenat sagte den Zeugen, die für den Vormittag geladen waren, kurzfristig ab.

Badeseen in Bayern mit meist ausgezeichneter Wasserqualität

Badeseen in Bayern mit meist ausgezeichneter Wasserqualität

In Bayern können Wasserratten fast überall unbeschwert ins kühle Nass springen. Die Wasserqualität bayerischer Badeseen sei fast überall hervorragend.

Uli Hoeneß könnte schon bald Freigänger sein

Uli Hoeneß könnte schon bald Freigänger sein

Uli Hoeneß kann schon in wenigen Wochen Freigänger werden und damit das Gefängnis zumindest tagsüber verlassen.

Münchner Innenstadt: Explosion in Arztpraxis

Münchner Innenstadt: Explosion in Arztpraxis

Eine Explosion hat am Montagmorgen in der Münchner Innenstadt eine Arztpraxis zerstört. Ein Patient erlitt schwere Verbrennungen und eine Rauchgasvergiftung.

Werbung