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Ludwigsbrücke: Einspurig statt zweispurig zur Freude der Radler

In Zukunft nur noch eine statt zwei Spuren in jede Richtung an der Ludwigsbrücke. Das heißt, dass die Radlfahrer jubeln, und die Autofahrer fluchen.

Das haben wohl nicht viele kommen sehen , nicht einmal die Grünen selbst: Der Stadtrat hat den Antrag der Grünen/Rosa Liste zu einer Umgestaltung der Ludwigsbrücke angenommen. Alles dreht sich um den Bereich zwischen der Schiffsschraube am Deutschen Museum und dem Vater-Rhein-Brunnen. Da soll in Zukunft eine Autospur in jede Richtung wegfallen und dafür mehr Platz für Fußgänger und Radlfahrer entstehen (siehe Visualisierung oben).

“Das schafft nicht nur vor dem Deutschen Museum eine völlig neue Situation, sondern wird weit in die Umgebung hineinwirken”, sagen die Grünen. “Die teilweise sechs Spuren auf der Zweibrückenstraße und am Isartorplatz ergeben nun endgültig keinen Sinn mehr, sodass sich auch dort eine Umgestaltung zugunsten von Fuß- und Radverkehr aufdrängt.”

Es war nicht unbedingt abzusehen, dass die Grünen/Rosa Liste mit ihrem Antrag durchkommt. Aber, die GroKo hat nicht zusammengehalten. CSU und SPD haben normalerweise mit ihrer Koalition die deutliche Mehrheit und blocken Anträge aus der Opposition ab. Aber in Sachen Ludwigsbrücke hat sich die SPD auf die Seite der Grünen/Rosa Liste, ÖDP und Linken gestellt. Von der CSU kommt via Facebook deutliche Kritik: “Die beiden Verbotsparteien bremsen ÖPNV aus und opfern Wohnstraßen für den Ausweichverkehr!”

Ludwigsbrücke: SPD schafft mehr Platz für Fuß- und Radverkehr

Die SPD beschleunigt die Verkehrswende in München. Sie will mehr Platz für alle, die zu Fuß, mit dem Rad oder dem ÖPNV unterwegs sind, mehr Lebensraum für die Menschen im Viertel. Heute gab es im Stadtrat den nächsten Beschluss dazu.

Die SPD-Stadtratsfraktion setzte sich mit ihren Stimmen in der Vollversammlung des Stadtrats dafür ein, mehr Platz für den Fuß- und Radverkehr zu schaffen: Auf der Ludwigsbrücke wird der Raum für den motorisierten Verkehr künftig um jeweils eine Spur pro Fahrtrichtung reduziert. Der gewonnene Platz wird RadlerInnen und FußgängerInnen zu Gute kommen.

SPD-Stadtrat Jens Röver, stellv. verkehrspolitischer Sprecher, sagte:„Die SPD beschleunigt die Verkehrswende in München. Wir schaffen mehr Platz für alle, die zu Fuß, mit dem Rad oder dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind. Dazu wollen wir den Raum in der Stadt neu aufteilen, Schritt für Schritt hin zu mehr umweltfreundlicher und viertelverträglicher Mobilität. Mit dem Beschluss zur Ludwigsbrücke sind wir heute einen weiteren wichtigen Schritt gegangen. Und das Ziel der SPD ist es, dass wir auch in der weiteren Debatte um den Verkehr in der Stadt unsere Vision einer autofreien Innenstadt im Altstadtbereich verfolgen und die Veränderung heute anpacken.“

SPD-Stadträtin Bettina Messinger, Radverkehrsbeauftragte der Fraktion, sagte: „Heute zeigt sich wieder, wie der Verkehr in der Stadt mit dem Konzept der SPD künftig aussehen soll: Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr, weniger für Autos. Wir freuen uns, dass wir dafür bei der Ludwigsbrücke eine Mehrheit im Stadtrat haben und wir packen gleich die nächsten Ziele an. Mit jeder Maßnahme verbessern wir die Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr und erhöhen gleichzeitig auch die Lebensqualität in den Stadtvierteln.“

Eine Mehrheit aus Grünen, Rosa Liste, SPD, ÖDP und Linke folgte einem Antrag der Grünen auf Reduzierung der Fahrspuren auf je eine pro Richtung. Der so entstandene Platz wird dem Fuß- und Radverkehr sowie dem Öffentlichen Nahverkehr zugutekommen. Außerdem wird am westlichen Brückenkopf eine oberirdische Querung für FußgängerInnen eingerichtet, die bisher gezwungen waren, eine Unterführung zu benutzen oder einen Umweg zu gehen.

Stadtrat Paul Bickelbacher zeigte sich hocherfreut über den Beschluss: „Die Reduzierung auf eine Fahrspur pro Richtung auf der Ludwigsbrücke schafft nicht nur vor dem Deutschen Museum eine völlig neue Situation, sondern wird weit in die Umgebung hineinwirken. Die teilweise sechs Spuren auf der Zweibrückenstraße und am Isartorplatz ergeben nun endgültig keinen Sinn mehr, sodass sich auch dort eine Umgestaltung zugunsten von Fuß- und Radverkehr aufdrängt.

Ähnliches gilt für die Rosenheimer Straße, wo die privilegierte Stellung des motorisierten Individualverkehrs nicht mehr zu halten ist. Denn die aktuelle Verkehrsführung lenkt Tausende von Autos auf einen Flaschenhals zu. Hier besteht also ebenfalls dringender Handlungsbedarf.  Dass am historischen Standort der ersten Münchner Isarbrücke die Verkehrswende in München ihren Anfang nimmt, ist auch eine große Genugtuung für die grüne Verkehrspolitik, die seit 2013 immer wieder für eine würdige und attraktive Platzgestaltung auf der Ludwigsbrücke gekämpft hat.“


11. April 2019, 06:14 CEST, Visualisierung: Andreas Gregor, News