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Unser Rezept-Tipp fürs Wochenende: Tulpen

Klingt komisch? Ja, das tut es - doch der Trend geht zu essbaren Blüten. Im Rahmen der Garten München und Uli Florls Gartentipps stellen wir Ihnen heute ein ganz besonderes Rezept vor!

22.02.2013, 09:20 Uhr

Ob mit Sahne oder Krabben gefüllt, verzuckert auf eine Torte gelegt oder im Salat verstreut: Die Blütenblätter der Tulpe schmecken fein und können in der Küche vielseitig eingesetzt werden. Tipps und Tricks, wie die Blütenküche mit Tulpen gelingt, gibt Blüten- und Aromaexpertin Martina Kabitzsch in einem Interview. Sie ist Inhaberin der Manufaktur von Blythen und hat bereits mehrere Kochbücher geschrieben. In ihrem Erlebnisgarten gibt sie ihr Wissen auch in Blütenkochkursen und Duftseminaren weiter. Lesen Sie nach dem Rezept ein kurzes Interview mit Martina Kabitzsch!

Verzuckerte Tulpenblüten

Das Verzuckern von Tulpenblüten erfordert vor allem Geduld, ist aber nicht so schwierig, wie es vielleicht aussehen mag. Die einfachste Methode, Tulpenblüten zu verzuckern, ist die Verwendung von Eiweiß und Zucker. Kleinere Blüten können im Ganzen verzuckert werden. Bei größeren sollten es hingegen nur einzelne Blütenblätter sein, doch mit etwas Geduld lassen sich auch die ganzen Blüten so behandeln.

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Zutaten:

  • frisch gepflückte ungespritzte Tulpenblüten
  • 1 Eiweiß
  • 50 g extrafeiner Zucker
  • ein weicher Pinsel

Zubereitung:

  • Die Blüten auf Unversehrtheit und Insekten prüfen.
  • Das Eiweiß und den Zucker in getrennte Schüsseln geben und die einzelnen Blüten sorgfältig auf beiden Seiten dünn mit Eiweiß bestreichen. Die Blätter dabei nicht zu nass machen.
  • Anschließend jedes Blütenblatt sorgfältig mit feinstem Kristallzucker bestreuen und überschüssigen Zucker vorsichtig abschütteln.
  • Die überzuckerten Blüten auf einem Kuchengitter in der warmen Küche trocknen lassen, bis sie sich glashart anfühlen, was bis zu 2 Tage dauern kann.
  • Die verzuckerten Blüten zwischen Pergamentpapier in luftdicht verschließbare Dosen oder Vorratsgläser schichten.
  • Man kann die „harten” Blütenblätter auch in geschmolzene Schokolade tauchen  und zum Abkühlen auf einen Gitterrost legen – ein tolles Konfekt zu Kaffee und Tee.

Rezept: © Martina Kabitzsch
Foto: © Caroline Martin

Noch mehr Anregungen zu essbaren Blüten erhalten Sie in den Tipps von Radio Arabella-Gartenexperte Uli Florl!

Interview mit Blüten- und Aromaexpertin Martina Kabitzsch:

Man kann Tulpen essen, aber nicht alles, oder?
Ja, die meisten Blüten sind essbar und Tulpen gehören dazu! Man muss den Stiel, die grünen Blätter und den Stempel vor dem Verzehr entfernen. Nur die  Blütenblätter sind essbar, vorausgesetzt sie wurden nicht mit Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln behandelt. Für die Küche eignen sich am besten selbst angebaute Tulpen aus dem eigenen Garten.
Wie würden Sie den Geschmack der Tulpen beschreiben?
Der Geschmack von Tulpenblüten ist eher neutral und je nach Sorte mehr oder weniger süßlich. Die Konsistenz hängt von der Tulpe ab: Große Tulpen haben feste Blütenblätter, die angenehm knackig sind. Man sollte einfach experimentieren und für sich selbst herausfinden, welche Sorte einem am besten schmeckt. Probieren lohnt sich!
Wie kann man Tulpen in der Küche verwenden?
Vielseitig! Die großen Blüten kann man besonders gut füllen, zum Beispiel mit Krabbencocktail für eine Vorspeise, mit einem feinen Püree aus Gemüse als  Beilage oder mit Schlagsahne für ein Dessert. Ich persönlich nehme auch gerne kleine Tulpenblütenblätter als Zutat für Salate. Der Vorteil an Tulpen ist, dass man mit ihrer Farbenpracht spielen kann. Ob bunt oder Ton in Ton mit dem Gericht – sie bereichern optisch jede Speise.
Zu welchen Gerichten passen Tulpen besonders gut?
Da die Tulpe relativ geschmacksneutral ist, passt sie zu herzhaften Gerichten ebenso wie zu süßen Speisen. Ich liebe Obsttorteletts mit gefüllter Tulpenblüte. Einfach Sahne mit Vanillezucker steif schlagen, die Tulpenblüte damit füllen und auf die Torteletts legen. Je mehr unterschiedliche Obstsorten und Blütenfarben man hat, desto spektakulärer sieht das Dessert aus. Tulpenblüten kann man auch
verzuckern – wie im Rezept vorgestellt.
Worauf muss man bei der Verwendung von Tulpen in der Küche achten?
Blüten sind allgemein sehr empfindlich und werden schnell lasch. Deshalb gilt die Grundregel: Blüten immer frisch gepflückt verwenden! Die Blüten sollte man auf Insekten und Unversehrtheiten prüfen. Ganze Blüten mit Stiel kann man in eine Schale Wasser legen, damit sie ein paar Stunden frisch halten. Die Blütenblätter sollten erst kurz vor dem Verzehr abgezupft werden.

Wissenswertes über essbare Blüten erhalten die Besucher der Garten München bei den ausstellenden Gärtnereien, zum Beispiel bei der Biogärtnerei Kempten. Inhaber Christian Herb verrät am Donnerstag, 7. März um 12:30 Uhr auf der Garten-Bühne bei Radio Arabella-Moderator Klaus Schweiger, welche Blüten alle Sinne verwöhnen und wie man essbare Pflanzen im eigenen Garten anbaut.

Die Garten München findet vom 6. bis 12. März 2013 in der Halle C2 auf dem Messegelände München statt und hat Mittwoch bis Dienstag von 9:30 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.garten-muenchen.de und hier.

uk / Aufmacherbild: Amanda77/wikipedia.org