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Oh Tannenbaum, wie nachhaltig bist du?

GreenTalk, der Arabella-Nachhaltigkeitspodcast

Mehr als 25 Millionen Christbäume werden jedes Jahr in Deutschland abgeholzt. Dabei gibt es eine Alternative, bei der man nicht auf den Baum im Wohnzimmer verzichten muss, er aber trotzdem überlebt: Werner Wesslau verkauft lebendige Christbäume samt Wurzelballen im Topf. Nach Weihnachten werden sie einfach wieder im Wald ausgepflanzt.

Es ist eine schöne Idee: Die Christbäume von Wesslau werden in der Nähe von Rosenheim hochgezogen. Seit circa sieben Jahren verleiht er die lebendigen Bäume im Topf an seinem Stand in der Hans-Sachs-Straße Ecke Ickstattstraße im Münchner Glockenbachviertel.

Wichtig ist, dass man den Baum Schritt für Schritt an die warmen Temperaturen im Wohnzimmer gewöhnt, sagt er. Bei echten Kerzen heißt es Vorsicht: Sie können den Baum beschädigen, wenn der Kerzenhalter zu heiß wird und die Äste verletzt. „Ich schätze die Überlebensquote aber auf 60 bis 80 Prozent“, so Wesslau.  

Nach dem Weihnachtsfest werden die Bäume dann eben nicht wie die anderen einfach verbrannt, sondern wieder im Wald ausgepflanzt. Einige Kunden hätten sich allerdings schon in ihren Baum verliebt, sodass sie ihn am Ende nicht mehr hergeben wollten. „In so einem Fall darf der Baum natürlich auch im eigenen Garten angepflanzt werden“, verrät Wesslau.

Auf was man achten muss, wenn man sich so einen lebendigen Christbaum ins Haus holen möchte, welche nachhaltigen Alternativen Wesslau für das Verpackungsnetz aus Kunststoff gefunden hat und was er von Plastikbäumen hält, hören Sie im GreenTalk mit Arabella-Redakteurin Antonia Hilpert 

Arabella-GreenTalk: Oh Tannenbaum, wie nachhaltig bist du?

Für wen es doch der herkömmliche Christbaum sein soll, hat Wesslau auch ein paar Tipps parat: Unbedingt darauf achten, dass der Baum aus der Region kommt. Denn die klassische Nordmann-Tanne aus dem konventionellen Anbau stamme oft aus Nordeuropa und habe schon einige hundert Kilometer Transportweg hinter sich. Zudem würden viele Bäume mit umweltschädlichen Pestiziden behandelt.

Die Umwelt- und Naturschutzorganisation „Robin Wood“ hat eine Liste erstellt, wo in Deutschland Christbäume aus anerkannten ökologischen Land- und Waldwirtschaften gekauft werden können.


03. Dezember 2019, 00:00 CET, Aufmacher-Bild: Roland Giesser, az