Handynetze und Katwarn waren bei Amoklauf überlastet

Sowohl das Warnsystem Katwarn als auch die Mobilfunknetze mehrerer Betreiber waren während des Amoklaufs in München teilweise überlastet.

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Beim Amoklauf in München war das Mobilfunknetz zeitweise überlastet. Es sei ab etwa 19.00 Uhr für etwa anderthalb Stunden sehr stark beansprucht worden, teilte ein Sprecher vom Mobilfunkanbieter Telefonica mit. Auch im Netz der Telekom habe es vereinzelt Überlastungen gegeben, sagte ein Sprecher. Bei Vodafone habe es nach Unternehmensangaben keine Störungen gegeben. Zwischen 18.00 und 24.00 Uhr habe die Münchner Polizei 4310 Notrufe gezählt, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä. Das sei das Vierfache eines normalen Tages gewesen.

Auch Katwarn bei Amoklauf an Belastungsgrenze

Selbst das Smartphone-Warnsystem Katwarn war während des Attentats am Freitagabend in München völlig überlastet. «Wir sind an die Belastungsgrenze gestoßen», sagte ein Katwarn-Sprecher am Samstag. «Das ist nicht gut – die Kritik ist berechtigt», räumte er ein. Die Kapazitäten des Systems müssten schnellstmöglich erweitert werden. Grund sei die hohe Zahl von Nutzern in München und anderen Teilen der Republik gewesen, in denen es Unwetter gab. Zeitweise war der Dienst nicht erreichbar.

Am Freitagabend hatten nach Angaben des Sprechers im Raum München etwa 250 000 Menschen das System genutzt. Deutschlandweit hatten rund 500 000 Nutzer die Smartphone-App heruntergeladen. Über Katwarn können Behörden, Feuerwehren oder der Deutsche Wetterdienst die Bevölkerung vor Gefahren warnen. Insgesamt lassen sich etwa 1,5 Millionen Menschen von dem Dienst informieren.


23. Juli 2016, 13:23 CET, dpa-infocom, ms