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Langes Wochenende trifft Corona-Lockerungen

ADAC, Polizei, aber auch die Almbauern im Münchner Süden erwarten am langen Pfingstwochenende einen riesigen Ansturm - gerade auch, weil am Wochenende einige Lockerungen der Corona-Beschränkungen anstehen.

Es wird voll! Das kann man vor dem anstehenden langen Pfingstwochenende mit großer Sicherheit sagen. Urlaub im Ausland ist kaum möglich, deswegen zieht es viele in München und der Region in Richtung Alpen. ADAC, Polizei, aber auch die Almwirte rechnen mit einem großen Ansturm. Vor allem auch, weil an diesem Wochenende einige Corona-Beschränkungen gelockert werden.

Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze, Bergbahnen, Seenschifffahrt

Viele Lockerungen machen Ausflüge an diesem Wochenende und in den Ferien sehr verlockend. Hotels und Ferienwohnungen dürfen unter strengen Auflagen wieder öffnen, genauso Campingplätze. er ein oder andere hat sich da schon die Finger wund telefoniert, freie Stellplätze sind im Voralpenland Mangelware.

Die Seilbahnen wollten eigentlich schon vor zwei Wochen aufmachen, am 18. Mai. Auch noch spät im Vergleich zu Baden-Württemberg zum Beispiel, wo die Bahnen schon seit 4. Mai wieder fahren. Schlussendlich legen die Bahnen in Bayern also jetzt am Pfingstwochenende wieder los. Es geht nicht mehr unbedingt mit Muskelkraft auf die Berge, sondern mit Maske und Abstand. Kabinenbahnen und Sessellifte dürfen fahren, die Betreiber haben mit der Staatsregierung ein entsprechendes Hygiene-Konzept ausgearbeitet.

„Es funktioniert aber natürlich nur, wenn uns unsere Gäste unterstützen und sich an die Maßnahmen halten“

Matthias Stauch, Vorstand des Verbandes Deutscher Seilbahnen Vorstand und der Bayerischen Zugspitzbahn

Die Gäste sollten Masken mitbringen und den Mindestabstand von 1,5 Metern auch da einhalten, wo keine explizite Maskenpflicht besteht, heißt es. In den Kabinenbahnen wird die Zahl der Fahrgäste entsprechend auf maximal 35 Prozent der üblichen Beförderungskapazität begrenzt.

Auch die Seenschifffahrt im Voralpenland kann an diesem Wochenende zum ersten Mal die Leinen los machen

A8, A95 und A99 sind die Schwerpunkte

Zum ersten Mal seit langem dürfen wir am Pfingstwochenende wieder mit langen Urlauber-Staus rechnen. Laut der Experten vom ADAC sind die Schwerpunkte die beiden Klassiker, die A8 nach Salzburg und die A99 rund um München. Wobei bei der A99 Ost mittlerweile die Dauerbaustelle am Kreuz München Nord weg fällt – eine kleine gute Nachricht. Und zu den beiden Klassikern kommt dann noch die A95 nach Garmisch-Partenkirchen, da werden dann vor allem viele Tagesausflügler unterwegs sein.

Neu ist aber, dass der ADAC auch in die andere Richtung viel Verkehr erwartet.

„Viele werden auch den Weg nach Norden nutzen – diejenigen, die Pfingsten zum Beispiel immer an der Adria waren, haben sich dieses Jahr Ziele an der Nord- oder Ostsee ausgesucht“

Alexander Kreipl, Verkehrsexperte beim ADAC Südbayern

Wann genau wird es am vollsten? Da sieht der ADAC am langen Wochenende drei Schwerpunkte:

  • Freitag am frühen Nachmittag bis zum Abend
  • Samstag am Vormittag und über Mittag
  • Montag mit der ersten Rückreisewelle

Am entspanntesten sieht aktuell noch der Sonntag aus, meint Kreipl, da wird bis auf die Tagesausflügler nicht all zu viel unterwegs sein. Wer komplett flexibel ist, sollte sich am Dienstag oder Mittwoch auf den Weg machen.

„Dementsprechend sollte man vielleicht auch in Erwägung ziehen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen“

Alexander Huber, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Almwirte warnen vor Kuhherden

Einige Almflächen sind mit Picknickdecken belagert, erzählt Hans Stöckl, der Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins in Oberbayern. Genau wie Polizei und ADAC gehen die Almbauern von einem riesen Ansturm auf die Berge am langen Pfingstwochenende aus.

„Die Leute laufen kreuz und quer über die Almwiese. Sie sollen sich einfach an die Wege halten“

Hans Stöckl

Die Situation ist demnach auch gerade zur jetzigen Zeit problematisch. Unter dem Vieh auf den Wiesen sind auch Mutterkühe, die ihre Kälber vor allem auch vor Hunden beschützen wollen. Der ein oder andere erinnert sich vielleicht an den Fall aus dem Stubai 2014. Eine Hundebesitzerin ist damals von einer Herde tot getrampelt worden.

In Oberbayern und im Allgäu verbringen alljährlich rund 53 000 Kühe den Sommer auf Almen.


29. Mai 2020, 07:50 CEST, Aufmacher-Wagner Kurt, News