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14-Jähriger tot: Mordprozess um Raserunfall beginnt

Vor gut einem Jahr hat dieser Fall ganz Deutschland schockiert: Am Dienstag soll der Prozess um den tödlichen Raserunfall beginnen, bei dem im November 2019 ein 14-Jähriger ums Leben kam.

Bayern, Unfälle, Garching, B471

Der Mann, der verurteilt werden soll, kommt aus dem Landkreis Bad Tölz Wolfratshausen und stand damals unter Bewährung. Um einer Haftstrafe zu entgehen, war er halsbrecherisch durch München gerast – über rote Ampeln, mit mehr als 120 Stundenkilometern. Laut Anklage betrunken und unter Drogeneinfluss. Dabei erfasste er zwei 14 und 16 Jahre alte Jugendliche, die gerade an einer Bushaltestelle die Straße überquerten. Der 14-Jährige starb – den Ermittlungen zufolge wurde der Jugendliche gut 40 Meter durch die Luft geschleudert.

Die damals 16-Jährige wurde schwer verletzt. Der Fahrer soll danach weitergefahren und dann zu Fuß geflüchtet sein, bis Polizisten ihn festnehmen konnten. Dabei habe sich der Mann heftig gewehrt. Er saß zunächst in Untersuchungshaft und muss seit Anfang Mai seine widerrufene Bewährungsstrafe absitzen.

 Am Dienstag  beginnt der Prozess, der zwölf Tage dauern soll. Das Urteil für den Angeklagten könnte demnach am 26. Februar fallen. Die Münchner Staatsanwaltschaft wirft dem 35-Jährigen Mord vor.

Ein seitenschwerer Fall

Die Staatsanwaltschaft kommt auf 21 Bände Ermittlungsakten. Die Anklageschrift sei 164 Seiten dick. Sie wirft dem 35-Jährigen auch Gefährdung des Straßenverkehrs, Durchführung eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens sowie tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte vor. Die Behörde hatte im September 2020 insgesamt 48 Zeugen benannt sowie 15 Experten.

Außerdem hatte eine sogenannte Dashcam in der Frontscheibe eines Zeugen den Fahrverlauf des Rasers ab etwa 26 Sekunden vor der Kollision mit dem Getöteten und der verletzten Jugendlichen aufgezeichnet. Auch soll es Videos der Überwachungskamera von zwei Bussen geben.


12. Januar 2021, 10:23 CET, Aufmacher-Bild: Monika Skolimowska/Archiv, az