Bayerische Beschäftigte arbeiten weniger und verdienen mehr

Arbeitnehmer im Freistaat leisteten im vergangenen Jahr im Schnitt 1.287 Arbeitsstunden - 36 Stunden weniger als 15 Jahre zuvor.

Zugleich lag der Jahres-Bruttolohn je Arbeitnehmer bei 36.330 Euro und damit um fast 1000 Euro höher als im Jahr 2002. Das ergeben Daten der Statistischen Ämter von Bund und Ländern, die die Linke-Bundestagsfraktion ausgewertet hat.

Im Vergleich zwischen den Bundesländern wurde der Statistik zufolge 2017 in Thüringen mit 1371 Stunden im Schnitt am längsten gearbeitet. Am wenigsten Arbeitsstunden waren es in Rheinland-Pfalz (1255). Bayern lag bei den Arbeitsstunden an zehnter Stelle.

Bei Löhnen und Gehältern je Arbeitnehmer war dagegen Hamburg Spitze mit 40.771 Euro brutto im vergangenen Jahr. Am wenigsten verdienten Arbeitnehmer demnach im Schnitt in Mecklenburg-Vorpommern mit 27.520 Euro. Bei den Verdiensten lag Bayern auf dem vierten Platz.

Beim Arbeitsvolumen erfasst der Arbeitskreis Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden am Arbeitsort – auch bei Beschäftigten mit mehreren Jobs. Nicht einbezogen werden Urlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder Abwesenheit wegen Krankheit. Als Ursachen für Unterschiede gelten unter anderem tarifliche Regeln. Einfluss haben daneben die Zahl der Feiertage und der Anteil von Vollzeit, Teilzeit und geringfügiger Beschäftigung. Zu Arbeitnehmern zählen unter anderem Arbeiter und Angestellte, Beamte, Richter, Soldaten, Lehrlinge und Praktikanten.

Wie hoch Verdienste regional ausfallen, kann davon abhängen, ob es Unternehmen mit gut bezahlten Jobs gibt. Einfluss auf die Gehaltshöhe hat zudem die Qualifikation von Arbeitnehmern.


21. August 2018, 08:38 CEST, dpa-infocom, uk