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Barockes Brauchtum: Prozessionen und Gottesdienste zu Fronleichnam

In bunter Pracht feiern die Katholiken in Bayern alljährlich Fronleichnam. Vielerorts werden Heiligenfiguren und andere christliche Kunstwerke geschmückt und durch die Straßen getragen.

Fronleichnam

Barockes Brauchtum schmückt an Fronleichnam viele Städte und Gemeinden in Bayern. Mit bunten Prozessionen und Gottesdiensten begehen die Katholiken das Fronleichnamsfest.

Zehntausend Gläubige werden allein zu den Feierlichkeiten in München unter dem Leitwort «Christus – ER mit uns, wir mit IHM» erwartet. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, hält den Festgottesdienst auf dem Marienplatz. Von dort startet die Prozession durch die geschmückte Innenstadt. An dem Zug will auch
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) teilnehmen.

Auch in Würzburg, Nürnberg, Augsburg und Regensburg gibt es große Prozessionen. Im oberbayerischen Seehausen (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) führt der Zug von der Dorfkirche durch die farbenfroh geschmückten Straßen an den Staffelsee: Bei der einzigen Seeprozession in Bayern fahren Geistliche und Gläubige mit Dutzenden Booten zur Insel Wörth, wo an der Kapelle die Wurzeln der dortigen Pfarrei liegen.

Am Fronleichnamstag begeht die katholische Kirche seit dem 13. Jahrhundert das «Hochfest des Leibes und Blutes Christi». Papst Urban IV. machte den Tag 1264 zum offiziellen Fest. Die erste Fronleichnamsprozession in Bayern fand 1286 in Benediktbeuern statt.

Im Mittelpunkt des katholischen Hochfestes steht die Eucharistie, die Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Die Katholiken tragen das Allerheiligste, Christus in Gestalt einer Hostie, in einem Schaugefäß, einer Monstranz, durch die Straßen und beten um Gottes Segen. Das Wort setzt sich zusammen aus «fron» («Herr») und «lichnam» für den lebendigen Leib.

Vielerorts werden Heiligenfiguren und andere christliche Kunstwerke geschmückt und mitgetragen. In Bamberg wird alljährlich für Fronleichnam ein besonderer Schatz aus dem Diözesanmuseum hervorgeholt: Das Domkreuz stammt aus dem 11. Jahrhundert, es ist mit Gold beschlagen und mit Edelsteinen besetzt. 18 Männer tragen das 600 Kilogramm schwere Kreuz bei der Prozession.


20. Juni 2019, 08:00 CEST, dpa-infocom, Aufmacher-Bild: Marc Müller/Archiv, uk