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Naturschutzfachkartierung im Landkreis Erding gestartet

Im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) beginnt im Landkreis Erding derzeit die Naturschutzfachkartierung. In zweijähriger Kartierungsarbeit werden vor allem ausgewählte seltene Tierarten in ihren Lebensräumen erfasst.

Naturschutzfachkartierung - Gemeine Heidelibelle - Sympetrum vulgatum

Gegenstand der Naturschutzfachkartierung sind sechs Artengruppen: Vögel, Reptilien, Amphibien, Libellen, Schmetterlinge, Heuschrecken und ausgewählte Pflanzenarten. Die Ergebnisse werden voraussichtlich im Sommer 2020 vorliegen.

In den Jahren 2013 und 2014 hat das LfU die Biotopkartierung im Landkreis aktualisiert. Dabei wurden ca. 2.700 ha Biotopflächen dokumentiert. Der Schwerpunkt der Biotopkartierung liegt auf der Erfassung der Lebensräume von Pflanzengemeinschaften. Da Biotopflächen nicht immer deckungsgleich mit den Lebensräumen seltener Tierarten sind, geht die Naturschutzfachkartierung einen Schritt weiter und rückt nun die Lebensräume seltener Tierarten in den Fokus: Wo gibt es im Landkreis beispielsweise den Kleinen Wasserfrosch, seltene Libellen oder Perlmuttfalter? Die Arbeiten werden auf ausgewählten Flächen von zwei Fachbüros aus München und Pforzheim durchgeführt. Der Freistaat Bayern stellt für die Kartierungsarbeiten rund 155.000 Euro zur Verfügung.

Naturschutzfachkartierung als staatliche Aufgabe

Die Daten der Naturschutzfachkartierung ermöglichen Aussagen zur Bestandsentwicklung seltener Arten im Landkreis. Mit ihrer Hilfe können Fördermaßnahmen für bedrohte Arten gezielt umgesetzt werden. Das LfU koordiniert die Arbeiten bayernweit und stellt die Ergebnisse auf Anfrage für Planungsvorhaben zur Verfügung.

Mit Biotop- und Naturschutzfachkartierung kommt das LfU seiner gesetzlichen Verpflichtung nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz nach (Art. 46 BayNatSchG). Die Arbeit der Naturschutzbehörden wird so durch aktuelle, flächenbezogene Daten zu schützenswerten Tier- und Pflanzenarten unterstützt. Kommunen, Planungsbüros und wissenschaftliche Einrichtungen nutzen die Ergebnisse der Kartierungen, zum Beispiel dazu Landschafts- und Grünordnungspläne zu erarbeiten, die Bayerischen Biodiversitätsstrategie umzusetzen oder um Vereinbarungen im Vertragsnaturschutz vorzubereiten. Auch für die Aktualisierung des Arten- und Biotopschutzprogramms (ABSP) – wie zum Beispiel derzeit für den Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten – liefern aktuelle Daten der Naturschutzfach- und Biotopkartierung optimale Beurteilungsgrundlagen.

Weiterführende Informationen


05. April 2018, 11:12 CEST, Foto: Hans-Joachim Fünfstück, LfU Bayern, ms