Warnstreiks: Heute ist München dran

U-Bahn, Bus und Tram weitgehend im Regelbetrieb.

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Update der MVG 10:25 Uhr:

U-Bahn, Tram und Bus nach Streik wieder weitgehend im Regelbetrieb

Das ging schneller als erwartet: Die U-Bahnen, Trambahnen und Busse der MVG sind seit ca. 9.30 Uhr wieder weitgehend vollzählig im Einsatz und inzwischen auch nahezu im gewohnten Takt unterwegs. Allerdings kann es weiterhin zu einzelnen Ausfällen und zu Verspätungen kommen.

Der Streik war um 8 Uhr offiziell zu Ende. Die schnelle Rückkehr zum vollständigen Betrieb ist neben dem großen Engagement aller Beteiligten auch darauf zurückzuführen, dass der U-Bahnverkehr bereits um kurz nach 7 Uhr nach und nach anlaufen konnte. Bei der Tram waren während des Streiks wie angekündigt die Linien 19 und 20 sowie zusätzlich die Linie 27 im Einsatz. Beim Bus konnten viele wichtige Linien bereits zu Betriebsbeginn nahezu komplett ausrücken. Auf fast allen Linien gab es zumindest ein eingeschränktes Angebot.

Die MVG bedankt sich bei ihren Fahrgästen, dass sie sich so gut auf die Einschränkungen eingestellt haben – und für ihre Geduld.


Update der MVG 8 Uhr:

  • U-Bahn: Bis vsl. 8:00 Uhr kein Betrieb – jedoch nehmen vereinzelte Fahrer ihren Dienst gerade wieder auf: Früher als erwartet wird der Betrieb auf fast allen Linien “eingeschränkt aufgenommen”, nur die Züge der U 7 fallen aus. Die U-Bahnen kommen jedoch sehr unregelmäßig.
  • Tram: Betrieb auf den Linien 19,20 und 27 (ca. alle 10 – 15 Min.)
  • Bus: Auf den MetroBus-Linien (50 bis 63 sowie X30) sind etwa zwei Drittel der geplanten Fahrzeuge im Einsatz. Es kann jedoch zu größeren Taktlücken kommen. Auf den anderen Linien und dem CityRing (58/68) nur sehr unregelmäßiger Betrieb mit großen Taktlücken. Kein Betrieb auf den LInien 147, 155, 179 und 186.

Alle Infos auch hier:

MVG-Streckeninfos

dpa:

Der öffentliche Nahverkehr in München steht sei Donnerstagmorgen weitgehend still. U-Bahnen, Busse und Trambahnen verkehren nur sehr eingeschränkt. Grund ist ein Warnstreik, zu dem die Gewerkschaft Verdi ab 4.00 Uhr am Donnerstag aufgerufen hatte. Noch bis 8.00 Uhr sollen die Mitarbeiter der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG ihre Arbeit ruhen lassen. Wie viele Mitarbeiter sich am Streik beteiligten, war zunächst noch unklar.

Betroffen von dem Warnstreik sind Hunderttausende Münchner. Seit 7.30 Uhr verkehren wieder erste einzelne Züge der U-Bahn, wie MVG-Sprecher Matthias Korte sagte. Von den Bussen seien noch vor 8.00 Uhr wieder 75 Prozent auf der Straße unterwegs. Dennoch sei erst gegen Mittag wieder mit einem fahrplanmäßigen Betrieb zu rechnen. S-Bahn und Regionalbusse sind von dem Warnstreik nicht betroffen.


Der Tarifkonflikt im öffentlichen Nahverkehr hat am Mittwochmorgen die Pendler in drei Städten in Bayern auf eine Geduldsprobe gestellt. Am Donnerstag wird in München U-Bahn, Bus und Tram bestreikt.

Die Gewerkschaft Verdi rief zu vierstündigen Warnstreiks im Berufsverkehr in Regensburg und Augsburg auf. «Es fährt nichts – kein Bus, keine Straßenbahn», sagte ein Sprecher der Stadtwerke Augsburg am Morgen. Auch in Regensburg sollte bis 8.30 Uhr kein Bus fahren, erklärte Streikleitern Nicole Rufin.

In Amberg legten die Beschäftigten bei Regionalbus Ostbayern (RBO) die Arbeit nieder. «Kein einziger Bus hat den Betriebshof verlassen», sagte der Verhandlungsführer der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Sven Langensiepen.


Morgen ist München betroffen – die MVG gibt bekannt:

Absehbar sind bis zum jetzigen Zeitpunkt laut MVG folgende Auswirkungen:

  • U-Bahn: Kein Betrieb Die U-Bahn bleibt geschlossen, weil kein geregelter Betrieb zu gewährleisten bzw. kurzfristig zu Betriebsbeginn zu organisieren ist. Hauptgrund für diese Entschei-dung ist der angekündigte Solidaritätsstreik. Dadurch ist in keiner Weise absehbar, wie viele Mitarbeiter wann und wo zum Dienst erscheinen. Auch eine ausreichende Besetzung der Leitstelle ist zum jetzigen Zeitpunkt ungewiss. Sollten sich frühzeitig viele Beschäftige einsatzbereit melden, ist eine Teilaufnahme des U-Bahn-betriebs bereits vor dem Ende des Warnstreiks nicht ausgeschlossen. Die Entscheidung trifft der für den U-Bahnverkehr zuständige Betriebsleiter.
  • Tram: Linien 19 und 20 im Einsatz Wie viele Züge in den Fahrgastbetrieb gehen können, hängt auch bei der Tram von der Verfügbarkeit der Fahrer ab. Wegen des Solidaritätsstreiks können dazu derzeit keine verlässlichen Prognosen abgegeben werden. Die MVG rechnet jedoch damit, die Linie 19 (Pasing – Innenstadt – Berg am Laim Bf.) und die Linie 20 (Stachus – Moosach) betreiben zu können. Je nach Personalverfügbarkeit werden ggf. weitere Linien bedient.
  • Bus: Jedes zweite Fahrzeug auf Linie Im Betriebszweig Bus wird die Hälfte der Leistung von privaten Kooperationspartnern der MVG gefahren. Deren Mitarbeiter sind nicht an den aktuellen Tarifverhandlungen beteiligt und nicht zu einem Solidaritätsstreik aufgefordert. Die MVG geht deswegen davon aus, auf vielen Linien einen eingeschränkten Betrieb mit unregelmäßigen Takten anbieten zu können. Linien, die nicht bedient werden können, werden bekanntgegeben.
  • Alle Infos auch hier: www.mvg.de

Verdi verlangt für die rund 6300 Beschäftigten der Nahverkehrsbetriebe in den Städten und Gemeinden im Freistaat sieben Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, mindestens aber 220 Euro mehr sowie weitere Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen.

Den Arbeitgebern warf Verdi-Verhandlungsführer Norbert Flach am Dienstag in München eine «Blockadehaltung» vor, da sie lediglich den Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst übertragen wollten. «Die Arbeitgeber sind dabei, die historische Chance für die Stärkung des Nahverkehrs zu verschlafen.»

Der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern hatte im Mai erklärt, man sei für Verbesserungen offen, sehe die Grenze aber bei der im April in Potsdam erzielten Tarifeinigung für den öffentlichen Dienst. Dort hatten die Tarifparteien Einkommenserhöhungen von insgesamt 7,5 Prozent in drei Schritten bei 30 Monaten Laufzeit für die 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen beschlossen. Aus Sicht Flachs reicht das aber auch mit Blick auf die angespannte Personalsituation bei Bussen, U- und Trambahnen in Bayern nicht aus.


14. Juni 2018, 10:26 CEST, teilw. dpa-infocom, uk