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Wiesn-Countdown: Neue Fahrgeschäfte, mehr Sicherheit

Zwei Tage vor dem Oktoberfest-Start präsentiert der Festleiter und zweite Münchner Bürgermeister Josef Schmid (CSU) heute beim traditionellen Rundgang die Neuerungen auf dem Festgelände.

Wiesn, Oktoberfest, Sicherheit, Fahrgeschäfte

Foto: © H. Gebhardt, München Tourismus

Dort laufen noch letzte Vorbereitungen, bevor an diesem Samstag Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) das erste Fass Bier anzapft und damit das größte Volksfest der Welt eröffnet. Bereits am Mittwoch wurden die Sicherheitsmaßnahmen für die Wiesn 2018 vorgestellt.

Nach zwei ruhigen Jahren rechnen die Wiesnwirte und die Stadt München wieder mit einem größeren Andrang auf dem Oktoberfest. Es gebe deutlich mehr Reservierungsanfragen, hieß es bei den Wirten. Mindestens sechs Millionen Besucher dürften es werden – sofern das Wetter mitspielt.

Zu den Neuheiten zählen ein «Dschungelcamp», zu dem ein Orang-Utan die Gäste begrüßt. Weltraumtouristen in spe können im Fahrgeschäft «Chaos Pendel» ähnliche Belastungen des Körpers wie bei Raumflügen austesten. Im Südteil des Festgeländes geht es auf der Oiden Wiesn mit ihren historischen Fahrgeschäften und Blasmusik besonders gemütlich zu.

Die Maß kostet bis zu 11,50 Euro, 55 Cent mehr als im Vorjahr. Letztlich wegen der hohen Kosten für die Sicherheit stieg der Bierpreis stärker als sonst: Denn die Wirte müssen dieses Jahr mehr Umsatzpacht bezahlen, um die Sicherheitsausgaben zu finanzieren.

Noch mehr Sicherheit

Mit noch mehr Videokameras, einem neuen Zaun, Eingangskontrollen und zusätzlichen Beamten mit Bodycams will die Münchner Polizei dieses Jahr das Oktoberfest sicher machen. Wie in den vergangenen Jahren gelte ein Verbot für größere Taschen und Rucksäcke, teilten Polizeivizepräsident Werner Feiler und Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle am Mittwoch mit. Erneut werden rund 600 Polizeibeamte während der 16 Festtage im Einsatz sein.

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Über dem Festgelände gilt ein Überflugverbot – auch für Drohnen. Pflanztröge in Nebenstraßen erschweren die Zufahrt, an den Eingängen zum Festgelände gibt es zudem elektrische Poller. Über eine Lautsprecheranlage sollen in einem Notfall Besucher sichere Informationen bekommen.

Erstmals testet die Polizei sogenannte «Super-Recogniser». Das sind Menschen, die sich Gesichter von Verdächtigen besonders gut merken und nach ihnen Ausschau halten können. Es sei ein Feldversuch, sagte Feiler. «Wir wollen schauen: Wie kann man solche Fähigkeiten bei solchen Menschenmassen nutzen?» Die Gesichtserkenner sollen auf dem Gelände unterwegs sein und sich auch Videobilder ansehen, die dieses Jahr von 47 Kameras kommen, zehn mehr als im Vorjahr.

28 Menschen, die 2017 als Taschendiebe, Gewalttäter und wegen sexueller Belästigung aufgefallen waren, dürfen nicht mitfeiern. Für sie gelten Betretungsverbote. «Wir haben gute Erfahrungen mit dieser präventiven Maßnahme gemacht», sagte Böhle. Seine Kontrolleure der Lebensmittelüberwachung sind erneut auf der Wiesn unterwegs. Sie schauen nicht nur, ob in den Küchen alles sauber ist, sondern auch, ob die Maß korrekt eingeschenkt ist. Erstmals müssen die Wirte auch selbst messen und ihre Ergebnisse vorlegen.

Der mobile Zaun, der seit 2016 für eine vollständige Umzäunung des Geländes gesorgt hatte, wird durch einen Bauzaun ersetzt. Dieser steht schon seit Beginn der Aufbauarbeiten, wird aber nach dem Fest abgebaut. «Entscheidend ist für das Kreisverwaltungsreferat, dass der Zaun im Falle der Überfüllung auch nach außen geöffnet werden kann», sagte Böhle.

Erstmals sind auch 40 Mitarbeiter des Kommunalen Außendienstes (KAD) zwischen Wiesn und Hauptbahnhof unterwegs. «Sie stehen für Auskünfte zur Verfügung, schreiten bei Ordnungswidrigkeiten ein, verhängen Bußgelder und sprechen nötigenfalls Platzverweise aus», sagte Böhle.

Neben der Wiesn muss die Polizei während der zwei Festwochen auch eine Reihe anderer Großereignisse betreuen, etwa zwei Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern sowie sieben Fußballspiele, darunter zwei Bundesligaspiele des FC Bayern und ein Champions-League-Spiel. «Das wird unsere Kräfte auch ganz gewaltig fordern», sagte Feiler.


20. September 2018, 10:06 CEST, dpa-infocom, uk