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Hochgiftiger Skorpion im Internet bestellt

Eigentlich wollte er nur seine Modell-Sammlung vergrößern: Ein 10-Jähriger hat versehentlich im Internet einen hochgiftigen Skorpion bestellt.

Gerade noch einmal gut gegangen!

Eigentlich hätte er aus Acryl sein sollen, erwies sich dann aber als eine Spur zu detailgetreu. Weil er auf den falschen Seiten suchte, fand er aus Versehen einen Link zu einem Anbieter mit lebendigen Tieren. Seine Mutter, die für ihn bestellte, kaufte so nichtsahnend den Skorpion.

Als das Tier ankam, hatte der Junge einen Schutzengel, anders kann man es nicht ausdrücken denn er und seine Mutter bemerkten, dass das Tier im Karton lebendig war, bevor es ganz ausgepackt werden konnte.

Der Sahara-Dickschwanzskorpion: Illegal und hochgefährlich

Der Skorpion, der sich im Karton befand, gehört nämlich einer der giftigsten Arten überhaupt an. Androctonus australis, so der wissenschaftliche Name, kommt hauptsächlich in Nordafrika und Südasien vor, und verfügt über eines der stärksten Gifte überhaupt es ist mit dem der Schwarzen Mamba vergleichbar. Jährlich sorgen Begegnungen mit dem Skorpion bei Bewohnern der Wüstenregionen für tödliche Unfälle. Eine private Haltung dieses Skorpions ist in Bayern verboten.

Zusätzlich gilt diese Art auch noch als aggressiv und alles andere als zurückhaltend. Wäre der Karton also geöffnet worden, hätte durchaus eine Chance bestanden, dass Kind oder Mutter gestochen worden wären, und dies hätte unbehandelt für beide tödlich enden können.

Bild: Auffangstation für Reptilien, München e.V

So ging es weiter

Irritierte rief die Mutter zuerst die Polizei denn sie ging wie viele andere Menschen auch davon aus, dass der Versand von lebenden Tieren per Post verboten ist- was aber nicht der Fall ist.

Als diese irrige Annahme also aufgeklärt worden war, wurde der Anbieter kontaktiert. Dessen lakonischer „Lösungsvorschlag“, den lebenden Skorpion einfach in Alkohol zu ertränken und so zu töten, fand sowohl bei Mutter als auch Sohn wenig Anklang. Rein rechtlich wäre dies ohnehin ohne ausreichende Begründung laut Tierschutzgesetz verboten. Schließlich fand das giftige Tier seinen Weg in die Münchner Reptilienauffangstation. Sein Zustand nach der tagelangen Transportfahrt war nicht kritisch.

Hinweis

Das Versenden eines so hochgefährlichen Tieres durch den Anbieter ohne eine vorherige Prüfung des Halters, oder der gesetzlichen Lage am Haltungsort, ist aufs schärfste abzulehnen. Ebenso steht die Reptilienauffangstation dem Verschicken von lebenden Tieren generell sehr kritisch gegenüber. Nur in absoluten Ausnahmefällen sollte dies mit höchstmöglicher Vorsicht und unter Hinzuziehung von professionellen Firmen durchgeführt werden.


16. Oktober 2019, 12:57 CET, az