Seehofers Strategie: Erst Inhalte, dann Personalien

CSU-Chef Horst Seehofer will sich nicht von den Querschüssen einiger Parteianhänger zu seiner politischen Zukunft treiben lassen.

 «Nachdem ich sehr viel Wert darauf lege, dass wir in den nächsten Wochen über Inhalte reden und nicht über Personen, will ich jetzt keine Personaldiskussionen führen», sagte der bayerische Ministerpräsident am Donnerstag am Rande einer Landtagssitzung in München. Inhaltlich bewerten wolle er die zuvor in Medien kolportierte Kritik an seiner Person von einigen Vertretern aus mehreren Münchner CSU-Kreisverbänden zunächst nicht.

«Ich höre da sehr Unterschiedliches, ich lege sehr viel Wert darauf, es von authentischer Seite zu hören – das ist der Bezirksvorsitzende (Ludwig Spaenle), mit dem werde ich reden, der wird mir dann schon sagen, wie die Dinge tatsächlich stehen», betonte Seehofer. Dies sei insbesondere mit Blick auf die Sitzung des CSU-Parteivorstandes am Montag wichtig, «ob noch gilt, dass wir jetzt möglichst stark in Berlin verhandeln wollen».

Für ihn sei weiter entscheidend, zunächst in Berlin die Inhalte für den Koalitionsvertrag zu verhandeln. «Je nach Sachlage werden wir dann über die Mannschaft der CSU reden. Wir versäumen jetzt gar nichts», sagte Seehofer. Nach der Pleite bei der Bundestagswahl, bei der die CSU auf 38,8 Prozent der Stimmen abstürzte, ist Seehofer unter Druck geraten. Offiziell war die Personaldebatte auf den für Mitte November geplanten Parteitag vertagt worden.

12. Oktober 2017, 14:51 CET, dpa-infocom, kg