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So war der Nockherberg 2015

Am gestrigen Mittwoch Abend war es wieder soweit: Der Starkbieranstich und - fast wichtiger - das alljährliche Politikerderblecken auf dem Nockherberg.

Ich bin der Maggus, do war ich daham!

Söder-Darsteller Stephan Zinner beim Anblick der explodierenden Erde

 

Erwartungsvoll saß Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer schon weit vor Beginn von Fastenpredigt und Singspiel an seinem Platz in der ersten Reihe. Und Angst haben musste er auch nicht, schimpfte zwar die „Mama Bavaria“ Luise Kinseher ihre „Kinder“ ordentlich aus, so richtig böse war sie aber nur zur SPD, der sie in Bayern einen Aufenthalt in der „politischen Palliativstation“ bescheinigte und deren Hoffnungsträgern Rinderspacher und Pronold empfahl, einfach weiterzuatmen, um wenigstens die Lungen mit Inhalt zu füllen.

Als Gäste waren diesmal der Grüne Ministerpräsident Baden-Würtembergs, Winfried Kretschmann und Linken-Chef Gregor Gysi auf den Nockherberg geladen – ersterer wunderte sich noch, was er hier solle und bekam dann von Mama Bavaria sein Fett weg, Gysi durfte sogar einen Part im Singspiel übernehmen.

Den erstmalig als Münchner Oberbürgermeister anwesenden Dieter Reiter von der SPD verdächtigte die Bavaria sogar des „Uferwechsels“ ob seiner guten Zusammenarbeit mit dem Ministerpräsidenten. Ansonsten durfte sich der sichtlich erfreute Neu-OB sogar fast gelobt fühlen, als die Mama seine Münchner Flüchtlingspolitik erwähnte: „Respekt! Du pflückst Flüchtlinge von den Bäumen wie andere Äpfel und Birnen!“

Bildschirmfoto 2015-02-26 um 11.45.30

OB Dieter Reiter: Über seinen Auftritt als „goldiger Reiter“ lacht er Tränen

Dieter Reiter war dann auch, hervorragend dargestellt von Gerhard Wittmann, derjenige, der im Singspiel von Marcus H. Rosenmüller den entscheidenden Schlag zum vorrübergehenden K.O. des Ministerpräsidenten setzte. In der Ohnmacht träumte dieser von der Flucht vor einem Meteoriten in einem heruntergekommen Raumschiff ins Weltall zum Neubeginn in „NeuBavarien“, begleitet von den üblichen Protagonisten Söder, Aigner, Gabriel und Merkel. Neu dabei Alexander Dobrint, der als Einiziger nicht als Realperson anwesend war – aus Angst?

Die Bitte um Asyl auf mehreren Nachbarplaneten gestaltete sich äußerst schwierig und darf als Metapher für die Flüchtlingsproblematik verstanden werden. Ein Highlight hier Wowo Haberdank als grüner Außerirdischer aka Grünen-Chef Anton Hofreiter mit seiner Tirade über den Raubbau am Planet Erde!

Als ungebetene Gäste während des Raumflugs tauchten an Bord Ursula von der Leyen und Gregor Gysi auf, die jedoch auch problemlos wieder „entsorgt“ wurden – was das Problem des fehlenden Proviants an Bord auch nicht löste. So kam es zur umstrittensten Szene des Spiels, in der sich Ilse Aigner nach gar nicht so viel Druck „opfert“ und von den Politikerkollegen unter Absingen eines Herz-Schmerz-Liedes tatsächlich aufgefressen wird – worauf die übriggebliebenen, satten Kollegen auf NeuBavarien landen und dies bevölkert von einem Metzger und Conchita Wurst vorfinden.

Bevor nun die Handlung ins allzu Klamaukige abschweift, erwacht der Ministerpräsident aus seinem Alptraum, die Energieministerin erscheint völlig intakt und Christoph Zrenner als Horst Seehofer hält eine geläuterte Predigt. Beim Schlussapplaus treffen sich Politiker und Doubles ausgelassen auf der Bühne.

Die Fastenpredigt in voller Länge:

Das Singspiel in voller Länge:


26. Februar 2015, 12:17 CET, uk