• Arabella München
  • Arabella 90er
  • Arabella 80er
  • Arabella 70er
  • Arabella Golden Oldies
  • Arabella Kult
  • Arabella Austropop
  • Arabella Weihnachten

Wir klären auf: Diese Erkältungsmythen stimmen gar nicht!

Die gute Hühnersuppe von Oma, warmes Bier oder Wadenwickel: Wenn es um Erkältungen geht hat fast jeder einen Tipp oder Mythos, der helfen soll. Aber welche Mythen stimmen wirklich? Wir klären auf!

Grippe Grippewelle Influenza

Mythos 1: Die Erkältung kommt durch Kälte

Auch wenn es angesichts ihres Namens sehr naheliegend sein könnte, entsteht eine Erkältung nicht durch Kälte. Eine Erkältung wird nämlich durch Viren verursacht. In der kalten Jahreszeit ist man aber stärker gefährdet, weil man sich oft gemeinsam mit anderen Menschen in beheizten Räumen aufhält und die Heizungsluft unsere Schleimhäute austrocknet – da fühlen sich Krankheitserreger besonders wohl. Wer also bereits die ersten Viren mit sich herumschleppt, sollte zusehen, dass er sich warmhält. Sonst ist es für den Körper noch schwieriger ist, gegen die Viren anzukämpfen.

Mythos 2: Lieber aufs Küssen verzichten?

Auch dieser Mythos stimmt nicht. Das Ansteckungsrisiko beim Küssen ist sehr gering, weil sich die Erkältungsviren vor allem in der Nasenschleimhaut aufhalten. Die Erreger am oder im Mund gelangen normalerweise über den Speichel in den Magen und werden dort zersetzt. Küssen an sich kann sogar das Immunsystem stärken, da der Körper dabei von Glückshormonen durchflutet wird!

Mythos 3: Eine heiße Zitrone hat viel Vitamin C und das hilft

Dieser Mythos stimmt gleich mehrfach nicht: Erstens ist es nicht notwendig, bei einer Erkältung übermäßig viel Vitamin C aufzunehmen, denn ab einer gewissen Menge führt der Körper das Vitamin wieder ab. Wenn Sie ausreichend Obst und Gemüse essen, dann haben Sie normalerweise bereits Ihren täglichen Bedarf gedeckt. Außerdem kann die Säure der Zitrone die Schleimhäute noch stärker reizen. Sollten Sie doch einmal Lust auf das saure Getränk haben, achten Sie darauf, es nicht mit zu heißem Wasser zuzubereiten – empfohlen wird eine Temperatur von ca. 60 Grad. Denn bei zu heißen Temperaturen wird das Vitamin C zerstört.

Mythos 4: Am Besten heiße Getränke trinken

Auch das stimmt nicht unbedingt. Allerdings kommt es hier vor allem auch darauf an, was Sie trinken. Eine heiße Milch mit Honig ist deshalb nicht zu empfehlen, weil die Milch den Hals sogar noch mehr verschleimen kann. Honig dagegen wirkt entzündungshemmend, da können Sie sich bei einer Erkältung auch einfach mal einen Löffel pur gönnen. Auch Ingwertee empfiehlt sich aufgrund der ätherischen Öle, die als „Aspirin der Natur“ gelten. Grundsätzlich ist wichtig: Ausreichend trinken ist wichtig, auch Wasser oder Kräutertees.

Mythos 5: Die gute alte Hühnersuppe 

Dieser Mythos stimmt! Eine Hühnersuppe ist deshalb so wohltuend bei Erkältungen, weil diese antibakteriell wirkt. Auch hier ist natürlich aber auch eine selbstgemachte der gekauften Variante vorzuziehen. Lassen Sie hierfür ein ganzes Suppenhuhn gute 1,5 Stunden kochen. Erst dann gelangen die guten Inhaltsstoffe aus dem Knochenmark in die Suppe. Außerdem: Eine Hühnersuppe lindert zwar die Symptome, schneller gesund wird man davon aber leider nicht.

Mythos 6: Nasse Haare machen krank

Das stimmt nicht direkt: Nasse Haare sind nicht der Auslöser für eine Erkältung. In unseren Schleimhäuten gibt es aber ständig Viren, die unser Immunsystem normalerweise im Zaum zu halten weiß. Friert der Körper durch die nassen Haare, so ist der Körper einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt und kann die Viren nicht mehr länger abwehren.

Grippe, Huml

Bild:Maurizio Gambarini

Mythos 7: Niesen und Husten in die Hand schützt andere

Das ist leider nicht vorteilhaft: Dabei können die Erreger bis zu fünf Meter weit fliegen und finden ihren Weg auch an der schützenden Hand vorbei. So können sie leichter in andere Schleimhäute oder auch auf z.B. auf das Handy transportiert werden. So geht’s richtig: Am besten in die Ellbogenbeuge oder in ein Taschentuch niesen oder husten und danach Händewaschen. 

Mythos 8: Ausschwitzen der Erkältung

Das ist so eine Halbwahrheit. Denn: Bei Fieber ist schwitzen unvermeidlich und auch wichtig. Allerdings sollten Sie darauf verzichten sich extra einen Saunabesuch zu gönnen, denn hohe Temperaturen sind für den erkälteten Körper zu anstrengend und tragen nicht unbedingt zur Gesundung bei. Auch sollten Sie mit einer Erkältung keinen Sport treiben. Zwar stärkt dieser das Immunsystem, aber im kranken Zustand ist dieser auch eher kontraproduktiv. Oft verschlimmert sich dadurch die Erkältung nur noch und Sie riskieren beispielsweise eine Bronchitis.

Mythos 9: Bei Heiserkeit hilft Flüstern

Auch das sollten Sie lieber bleiben lassen. Flüstern, ständiges Räuspern oder extra lautes Sprechen strapazieren die entzündeten Stimmbänder nur noch mehr. Deswegen gilt bei erkältungsbedingter Heiserkeit die goldene Regel: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

Mythos 10: Nach der Erkältung kann man sich nicht ein zweites Mal anstecken?

Wer kennt es nicht: Sie sind wieder gesund, dafür haben jetzt Freunde und Bekannte die gleiche Erkältung. Zwar können Sie sich nicht mehr so schnell anstecken, möglich ist es aber trotzdem. Außerdem sind Sie, da Ihr Immunsystem nach wie vor geschwächt ist, anfälliger für andere Viren: Allein von den Erkältungsviren gibt es über 100 Typen!

Mythos 11: Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie und drei Tage geht sie…

So heißt es im Volksmund. Aber: Das ist nicht immer gleich, wir haben nicht alle immer neun Tage Erkältung. Manchmal geht es auch schneller los oder ist auch schneller wieder vorbei.

Mythos 12: Wer erkältet ist, hat eine Grippe

Das stimmt zum Glück nicht. Eine Erkältung nennt sich grippaler Infekt und ist keine wirkliche Grippe. Denn bei einer Grippe ist man richtig krank, und das kann gar nicht mal so ungefährlich sein.

Mythos 13: Nasenspray macht süchtig

Tatsächlich macht Nasenspray selbst nicht süchtig. Trotzdem sollten Sie Nasenspray nicht  länger als 5 Tage am Stück benutzen, denn sonst gewöhnen sich die Schleimhäute an den Wirkstoff und schwellen immer wieder an – Sie haben dann einen Dauerschnupfen.

Mythos 14: Antibiotika helfen immer

Das stimmt nicht, vor allem nicht bei einer Erkältung. Antibiotika sind nämlich dazu da, Bakterien zu bekämpfen und keine Viren, wie meistens bei einem grippalen Infekt. Greifen Sie daher lieber zu Lutschpastillen oder –  sollten Sie starke Schmerzen haben – zu einer Schmerztablette, um die Symptome zu lindern.

Mythos 15: So oft wie möglich schnäuzen!

Ständiges Naseputzen ist in Wahrheit vor allem bei einer Erkältung nicht besonders gut. Denn beim Schnäuzen ist der Druck sehr hoch, wodurch sich die Krankheitserreger auf die Nasennebenhöhlen ausbreiten und dort eine Entzündung verursachen können. In diesem Fall ist das Nase hochziehen also sogar gesund!

Bild: Sven Hoppe

Mythos 16: Warmes Bier gegen Erkältung?

Auch das ist eine Halbwahrheit. Es gibt zwar keine wissenschaftlichen Beleg hierfür, allerdings erhält der Hopfen im Bier Bitterstoffe und ätherische Öle. Die wiederum können Viren und Bakterien bekämpfen und entzündungshemmend wirken. Aber Vorsicht: Alkohol und Zigaretten schwächen bei einer Erkältung eher das Immunsystem. Also wenn Bier, dann lieber ein alkoholfreies.

Mythos 17: Feuchte Wadenwickel gegen Fieber

Dieser Mythos und altbewährte Hausfrauen-Trick ist wahr. Denn durch die Verdunstungskälte leitet der Körper Hitze ab, was letztlich dazu führt, dass das Fieber heruntergeht. Trotzdem sollten Sie dabei immer schön warm eingewickelt sein, auch an den Füßen!

Hitze-Tipps, Abkühlung

Mythos 18: Bei offenem Fenster schlafen härtet ab

Das stimmt nicht! Eisige Temperaturen beim Schlafen härten Sie und Ihr Immunsystem  nicht ab. Zwar ist es gesund, in einem kühlen Schlafzimmer zu schlafen, jedoch sollte die Temperatur dabei nicht unter 18 Grad fallen, denn so wird Ihr Körper nur zusätzlich belastet. Und dann haben – wie Sie ja bereits wissen – gemeine Viren eine größere Chance, sich durchzusetzen!

Wadenwickel oder doch die Hühnersuppe – jedem hilft letztlich etwas anderes, die erkälteten Tage gut zu überstehen… Was aber in jedem Fall hilfreich ist: Ausreichend Geduld und Bettruhe!


27. November 2019, 00:00 CET, Aufmacher-Bild: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv, az