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Wiesn 2015: Steilwandfahrer, Urwaldschaukel – und Spendenkonto

Eine friedliche Wiesn - das ist zwei Tage vor dem Start des Oktoberfestes ein noch größerer Wunsch von Wirten, Schaustellern und Veranstaltern als das passende Wetter.

«Wir freuen uns auf die diesjährige Wiesn», sagte Wiesnchef und zweiter Bürgermeister Josef Schmid (CSU) am Donnerstag beim traditionellen Rundgang. Das bedeute aber nicht, dass München die existenzielle Not derer ausblende, die in diesen Tagen aus Kriegs- und Krisenländern der Welt am Münchner Hauptbahnhof ankämen. Die Stadt München habe deshalb ein Spendenkonto eingerichtet.

Neu auf der Wiesn sind heuer die weltweit höchste und schnellste Megaschaukel, das höchste transportable Hochhaus mit einem Roller-Parcours am Abgrund und die größte mobile Geisterbahn. Neben dem regulären Oktoberfest wartet die Oide Wiesn mit besonders viel Tradition und Gemütlichkeit auf – und nostalgischen Fahrgeschäften wie dem Motodrom von 1928 mit seinen unerschrockenen Steilwandfahrern. Die Wiesn dauert bis zum 4. Oktober.

Zu den Neuerungen auf der Wiesn im Einzelnen:

Original Motodrom

Wieder zu Gast auf dem Oktoberfest, aber diesmal auf der Oidn Wiesn und mit neuer Mannschaft, ist das Motodrom von 1928, die älteste noch reisende Steilwand der Welt. 2005 begeisterte der weltbekannte Steilwand-Artist Hugo Dabbert das Münchner Publikum mit seiner Show im Kessel. 2012 übergab der Altmeister das Geschäft an die nächste Steilwandgeneration: Thomas Ottl und Donald Ganslmeier, die in Reminiszenz an die lange Tradition der Steilwandfahrer und des Geschäfts das Motodrom mit dem Zusatz „Original“ versehen haben. Der Landshuter Donald Ganslmeier alias Don Strauss besuchte als Sechsjähriger auf der Bartlmä-Dult zum ersten Mal eine Steilwand und wurde vom Virus erfasst. Nach seinem Wehrdienst bekam er die Möglichkeit, bei Ken Fox in England die Kunst und harte Arbeit des Steilwandfahrens zu erlernen. Schon bald hatte Donald das Vergnügen, bei einem Gastspiel der Ken Fox Troupe auf dem Münchner Oktoberfest in „Pitts Todeswand“ aufzutreten. 1994 lernte er in Stuttgart auf der Cannstatter Wasen Hugo Dabbert kennen und ging ein Jahr später bei ihm ins Engagement.

In der aktuellen internationalen Truppe des Original Motodroms finden sich neben Ganslmeier die „Motorellos“, wie sich Steilwandartisten nennen, Clemens Schöne und Peter Petersen. Im Fahrzeugpark des Original Motodroms stehen neben einem original BMW DIXI Monoposto von 1929, zwei für Überholungsrennen perfekte Honda CB 200 und drei Indian Scout 101, „des Steilwandfahrers Freund fürs Leben“, ein zwar schweres, aber wendiges Arbeitsgerät.

Technische Daten

Paradenbreite: 16 m Masthöhe: 12 m Durchmesser: 16 m Gewicht: 25 t Internet: www.motodrom.de
Standort: Oide Wiesn

Eintrittspreis: 1 €

 

ENCOUNTER

Eine unheimliche Begegnung der dritten Art erfahren die Besucher der Simulation von Karl Häsler. Nach der Premiere auf der Wiesn 2014 hat Häsler den ENCOUNTER gründlich überarbeitet und bekam dafür im Juli 2015 den „Großen Publikumspreis“ der Tillburger Kirmes (Holland) verliehen. Karl Häsler, bekannt von Publikumsattraktionen wie „Sensorium“, „Imagination“ oder „Psychodelic“, verwirklichte mit dem ENCOUNTER einen Traum von Hightech und Nervenkitzel, den er seit zehn Jahren verfolgte. Für Planung, Herstellung und Realisierung zeichnet Karl Häsler allein verantwortlich. Bildbearbeitung, Soundeffekte und Musik steuerte der Frankfurter Komponist Christian Wildermuth bei, mit dem der Schausteller schon beim „Sensorium“ zusammenarbeitete. Für Menschen mit Handicap stehen im Rundtheater zwei Rollstuhlplätze in der ersten Reihe bereit.

Technische Daten

Front: 21 m
Tiefe: 24 m
Höhe: 15 m
Standort: Straße 5, Nr. 18
Eintrittspreis: Erwachsene und Kinder 6 €, Mittagswiesn 5 € und Familientag 4 €

 

The Tower Event Center

Das „höchste transportable Hochhaus der Welt“, das an die spektakulären Petronas Towers in Kuala Lumpur erinnert, ist mit neuen Attraktionen und Themen-Effekten wieder zu Gast auf dem Oktoberfest.
So bringt Charles Blume, der die Idee zu diesem multifunktionalen Schaugeschäft aus einem Urlaub in Malaysia mitbrachte und 2009 realisierte, mit dem SKY DRIVE auf der dritten Etage des Towers ein völlig neues Fahrgefühl ins Spiel. Wer schwindelfrei und mindestens 1,20 Meter groß ist, darf stehend auf einer Art Roller den speziellen Thrill auskosten, den eine Fahrt am Abgrund entlang, über Berg und Tal und durch scharfe Kurven ausmacht. Sicherheit wird dabei groß geschrieben: Der Fahrparcours ist schienengebunden und fest installiert, dick gepolsterte Sicherheitsbügel sichern die Fahrer gleich dreifach.

Beim Erkunden des restlichen Tower Event Centers geht es als Hommage an Salvador Dalí auf eine Reise durch surreale Welten: Uhren zerfließen, magische Schubladen öffnen sich und Farbenspiele verzaubern. Lippensynchron sprechende Figuren überraschen die Besucher.

Spaß machen die klassischen Requisiten eines Laufgeschäfts wie Rüttelband, Drehscheiben und mehr.
Auf der neunten Etage befindet sich der „SKY VIEW“, eine Aussichtsplattform mit Fernrohr zum Genießen des Panoramas der Wiesn und der Stadt.

Am Abend setzen 1.500.000 LEDs am 30,5 Meter hohen Event Tower stimmungsvolle Akzente.
Die Aufenthaltsdauer auf den neun Etagen mit zwölf Aktionsräumen und 26 Spielgeräten kann jeder Besucher selbst bestimmen. Die Anlage ist im 
Zugangsportal und in der siebten Etage barrierefrei und behindertengerecht gestaltet. Ein Fahrstuhl steht zur Verfügung.

Technische Daten

Front: 22 m Tiefe: 15 m Höhe: 30,5 m Anschluss: 80 kW
Internet: www.blume-service.de
Standort: Straße 3 Ost, Nr. 3

Eintrittspreis: Erw.: 5,50 €, Kind: 4,50 €, Mittagswiesn und Familientag: Erw.: 4,50 €, Kind: 3,50 €

 

Daemonium

Der „Weg ins Ungewisse“ führt bei der größten mobilen Geisterbahn der Welt „Daemonium“ über vier Etagen. In der imposanten Geisterburg fahren jeweils vier zusammenhängende, frei drehbare und elektronisch gesteuerte Gondeln die Passagiere an Gruselszenarien vorbei, die in Angst und Schrecken versetzen. In hundertprozentiger Dunkelheit tauchen lebende Horrorgestalten auf, dargestellt von geschulten Akteuren, und treiben ihr Unwesen. Zum Gruseln auf hohem Niveau tragen die hochmoderne Lasertechnik und Spezialeffekte aus den USA bei. Das Geschehen ist hautnah zu erleben, da alle Effekte frontal gesehen werden. Martin Blume hat mit seiner Geisterbahn „Daemonium“ in eigener Regie und Ausführung ein Unikat geschaffen, das dem Zeitgeist Rechnung trägt, ohne jedoch Gewalt zu verherrlichen. Vergünstigte Gruppentickets für Familien, Kindergärten und Schulklassen machen den Gruselspaß preiswert. Behindertengerechte Fahrgastgondeln und ein barrierefreier Zugang für Rollis sind ein zusätzlicher Service.

Technische Daten

Front: 36 m Tiefe: 16 m Höhe: 23 m Gewicht: 100 t Anschluss: 150 kW
Internet: www.daemonium-ride.de
Standort: Straße 2 Ost, Nr. 6

Fahrpreis: Erw.: 7 €, Kind: 5 €, Mittagswiesn und Familientag: Erw.: 5 €, Kind: 4 € Seite 4

 

Berti’s Schokoladenfabrik

Einen zuckersüßen Gaumenschmaus fabriziert „Berti’s Schokoladenfabrik“: Glasierte Früchte, Schokoladenfrüchte und Kokosspezialitäten, zum Teil auch in zertifizierter Bio-Qualität, bereitet Norbert Lange junior in Frontcooking-Manier vor den Augen der Kunden zu. Die niedrige Thekeneinsicht erlaubt es auch Kindern zu beobachten, wie das frische Obst mit feinen belgischen und französischen Kuvertüren schokoliert wird. Ein Bildschirm zeigt zusätzlich den Entstehungsprozess von Fruchtspießen von der Ernte bis zum verkaufsfertigen Angebot. Da Norbert Lange junior auch die Handwerkskunst des Zuckerziehens gelernt hat, unterhält er sein Publikum täglich um 14 und um 18 Uhr, jeweils für eine Stunde, mit einer kleinen „Zuckerkunst-Show“ und demonstriert, wie aus herkömmlichem Zucker kunstvolle Figuren und phantasievolle Formen entstehen. Phantasievoll sind auch „Bertis“ Eigenkreationen – Mäuse, Schweinchen und Krümelmonster aus Obst und Schokolade. Laktose- intolerante und Veganer kommen auf ihre Kosten, wenn Erdbeeren & Co in Bio-Reismilch-Kouvertüre getaucht werden. Liebesäpfel für die Angebetete gibt es nicht nur in klassisch rot, sondern auch trendy in Gold, Silber und Bronze.
Internet:
www.bertis-schokoladenfabrik.de
Standort: Straße 2 Ost, Nr. 4

 

KONGA – XXL-Mega-Schaukel

Europas erste voll thematisierte und weltweit höchste und schnellste Megaschaukel „Konga“ lädt zu einem rasanten Flug über den Dschungel ein. Schon im Eingangsbereich, den ab und an eine Erdbebensimulation erschüttert, begrüßt eine Crew im Safari-Outfit die Passagiere. In einer Ruhezone, stilecht mit Bänken aus Bambus ausgestattet, sehen die Wartenden auf einem Bildschirm eine Live-Übertragung aus der Gondel. Auch das Publikum kann hier zusehen und sich zu einem luftigen Dschungel-Ausflug über Urwaldpflanzen und echte Palmen animieren lassen. Der Dschungel ist mit allen Sinnen erlebbar: Feuer spuckende Voodoo-Masken, lodernden Fackeln, tropische Nebelvulkane und ein Wasser speiender Riesengorilla tragen zum Dschungel-Feeling bei. Die Stimmen des Urwalds mit Affengeschrei und Vogelgezwitscher verbinden sich zu einem Klangteppich, den das Onboard Soundsystem überträgt. Auch olfaktorische Effekte werden aufgeboten: Es duftet nach reifen Mangos und Kokosnüssen. Seine 2011 von der niederländischen Firma KMG gebaute XXL-Schaukel hat Sebastian Küchenmeister mit mehr als 30 Themen-Effekten, über 70 Dekorationselementen, 250 Meter Deko- Lianen und einer 12 Meter hohen Feuerfontäne ausgestattet. Damit wird KONGA zu einem Riesenschaukelspaß für die ganze Familie.

Die temporeiche und dennoch sanfte Fahrt ohne Überschlag ist für Menschen ab einer Größe von 1,40 Metern möglich. In der rotierenden Inverted-Gondel haben die Fahrgäste den Blick nach innen gerichtet. So entsteht unter den Passagieren ein Gemeinschaftsgefühl, wenn bei einem Flugwinkel von 120 Grad in 45 Metern Höhe die vierfache Erdanziehungskraft (4 G) auf die Teilnehmer der Dschungel-Expedition wirkt. Eine komplette Ausstattung mit LED-Lichtern, eine Solarstromanlage und Bio-Kraftstoffe für die Transporte schonen die Umwelt.

Technische Daten

Front: 18 Tiefe: 14 m Flughöhe: 45 m
Ausflug: 120° Geschwindigkeit: 120 km/h
Anschluss: 155 kW
Internet: www.konga-schaukel.de, www.facebook.com/kongaschaukel
Standort: Schaustellerstraße 56

Fahrpreis: Erwachsene und Kinder: 7 €, Mittagswiesn und Familientag: 6 € Seite 6

 

Goldener Hahn

Mit dem „Goldenen Hahn“ steht eine neue Hühnerbraterei auf dem Oktoberfest. Das kleine Festzelt des Josef Able erinnert an eine Almhütte. Der Holzbau hat 304 Sitzplätze, zusätzlich stehen im kleinen Wirtsgarten 57 Plätze zur Verfügung. In- oder Outdoor können sich die Gäste die bayerische Geflügel-Klassiker Hendl und Ente schmecken lassen. Aber auch für Vegetarier und Veganer hält die Speisekarte Schmankerln bereit. Aus dem Oberland kommt für die Abendunterhaltung die Band „Dreisam- Live“. Tagsüber gibt es Stubnmusik – natürlich unplugged. Zweimal in der Woche geht es am Nachmittag traditionell zu: Kuhglockenspieler und Schuhplattler haben ihren großen Auftritt. Wiesnerfahrung hat Josef Able seit mehr als 30 Jahren, zuletzt war er mit einem Spanferkel-Imbiss auf dem Münchner Oktoberfest zugelassen.
Internet: www.ables-goldener-hahn.de
Standort: Wirtsbudenstraße 77

Auch noch neu auf der Wiesn:

  • Die Wurstbraterei Bretz debütiert auf dem Oktoberfest mit dem Wurstimbiss Zum Gaumenschmaus. Die pikante „Bayrische Lange“, eigens für den „Gaumenschmaus“ kreiert, dürfte ebenso überzeugen wie der Weißwurst-Leberkäs. Wen es nach mehr Fleisch gelüstet, kann auf eine neue Wiesn-Spezialität zurückgreifen: Die Bretz’sche „Schinkensemmel“ mit saftigem Halsgrat, gepökelt, geräuchert und von Schweinen aus der Region, Krautsalat und schmackhaftem hausgemachten Dressing.
    Ort: Wirtsbudenstraße 2
  • Pfannengerührte Spezialitäten von würzigem Schweinefleisch bis zu vegetarischen Gemüsenudeln serviert Karl Doll in seinem Standl Zur Räuberpfanne.
    Ort: Straße 3, Nr. 19
  • In Michaelas Herzlmalerei erfüllt Michaela Schifferl Kundenwünsche und beschriftet die Lebkuchenherzen gleich zum Mitnehmen. In ihrem Sortiment führt sie auch Bio-Schokoherzen und Lebkuchen in Form von Münchner Sehenswürdigkeiten.        Ort: Straße 5, Nr. 4
  • Im Kleinen Mandelturm der Anita Agtsch werden die Mandeln (und andere Nussarten) mit extra wenig Zucker gebrannt. Das rustikal-bayrisch gestylte Nuss-Paradies ist auch Anlaufstelle für Diabetiker, die in Birkenzucker gebrannte Cashews und Macadamia-Nüsse mit gutem Gewissen genießen können.
    Ort: Straße 3 Ost, Nr. 2
  • 50er-Jahre-Feeling pur gibt es in der Eis-Bar des Christian Seitz auf der Oidn Wiesn. Dort kann sich der Wiesn-Gast stilecht mit einem Speiseeis in verschiedenen Geschmacksrichtungen erfrischen und sich in die Zeit von Petticoat und Rock ‘n’ Roll versetzt fühlen. Neben den gängigen Eissorten wird es für Bierliebhaber auch ein Augustiner-Bier-Eis geben und Süßigkeiten wie die „Wiesn-Zauberzuckerwatte“ in Blumenform.
    Ort: Oide Wiesn
  • Neuer Treffpunkt für traditionsbewusste Schleckermäuler kann das geschindelte Alpenhaus“, Baujahr 1954, werden, in dem Willy Kinzler jun. mit historischen Geräten Süßigkeiten produziert. Die Nüsse werden von Hand im Kupferkessel gebrannt, handbetrieben ist die Zuckerwatte- und die Conchiermaschine. Pralinenmischungen nach Rezepturen aus der Jahrhundertwende runden das Sortiment ab.
    Ort: Oide Wiesn

17. September 2015, 16:07 CEST, dpa-infocom, Aufmacher-Neben den bekannten Attraktionen wird es auch Neuheiten geben. Foto: Felix Hörhager/Archiv, uk