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Food Truck in Corona-Zeiten: Auf einmal klingelt das Telefon!

Eine Gastro-Geschichte vom Münchner Familienbetrieb Ringlers, die hoffnungsvoll stimmt: Hilf anderen und damit Dir selbst...

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Ringerls Food Truck

Dass sich unser aller Leben momentan mehrfach in fast surrealer Geschwindigkeit um die eigene Achse dreht und gerade auch in der Gastronomie nicht mehr viel so ist, wie es noch vor wenigen Wochen war, ist Gewissheit. Volle Catering- Auftragsbücher sind auf einmal wieder leer, Restaurants haben keine Wartelisten sondern unbesetzte Tische und die meisten von uns verbringen ihre Mittagspause mittlerweile in der heimischen Küche und nicht beim Lieblingslokal um die Ecke.

So geht es gerade auch Valerie und Martin Ringler, die ihren Familienbetrieb Ringlers 2012 mit ihrem Ladengeschäft in der Sendlinger Straße starteten. Im Laufe der letzten Jahre wurde eine Catering Abteilung, zwei Food Trucks und weitere mobile Konzepte beim Tollwood Festival und auf der „Auer Dult“ etabliert. Es ging immer nur in eine Richtung und um die Frage „wie die viele Arbeit kann bewältigt werden“, so Martin Ringler. Auch Anfang März 2020 waren die Bücher gut gefüllt und der Münchner Gastrobetrieb verstärkte sein Team personell nochmals für die bevorstehende Saison.

Valerie und Martin Ringler

Durch Covid-19 eskalierte nun die Lage wie bei so vielen Gastronomen. Nach einer beispiellosen Absagenflut im Feld Catering und Food Truck, (100 % Stornierungen bis Juni 2020), sowie dem Rückgang des Tagesgeschäfts in der Sendlinger Straße war schnell klar, alles ist anders! Die Schlagzahl der Hiobsbotschaften erhöhte sich Tag um Tag. Außerdem mussten die Kinder David (7) und Lilly (4) nach den Schul- und Kitaschließungen betreut werden, denn Oma und Opa sollen natürlich „geschützt“ bleiben. Was tun? Wie entscheiden?

Dann klingelt das Telefon…

Mit allem hatten die Ringlers nach den ersten Märztagen gerechnet, aber nicht damit, dass am 11. März plötzlich das Telefon klingelte. Ein Entscheidungsträger der München Klinik in Neuperlach suchte Hilfe! Denn dem Klinik Personal wurde kurzfristig untersagt, weiterhin die Kantine einer großen Versicherung zu betreten! Somit waren all diejenigen, die die Kliniken durch den derzeitigen Ausnahmezustand bringen sollen ohne Möglichkeit sich Mittags zu versorgen. Die Frage lautete, ob die Ringlers unkompliziert mit Ihrem Food Truck kommen könnten? Ohne lange zu überlegen war klar, das wird gemacht, hier wird geholfen!

Am Dienstag letzter Woche startete dann die spontane Essen-auf-Rädern-Aktion. Der Ringler’sche Foodtruck rollte. Neben den hungrigen und dankbaren Mitarbeitern der Klinik konnten so noch weitere Notbesetzungen großer Firmen in Neuperlach versorgt werden. Und wie sich seitdem herausgestellt hat, sind viele weitere Betriebskantinen geschlossen.

Mobile Food für die Münchner, die nicht im Mobile Office arbeiten können

Seit ein paar Tagen hat sich die Münchner Food Truck und Street Food-Szene vom ersten Business Schock erholt und versucht jetzt punktuell und aktiv zu helfen. So werden nun Tag für Tag auch Behörden und Ämter versorgt, deren Mitarbeiter nicht ins Home Office aus- weichen können. Aktuell laufen z.B. auch Gespräche die Cargo Crew am Flughafen München oder die Staatskanzlei zu versorgen. Selbstverständlich wird hier nach den aktuell zulässigen Vorschriften gearbeitet, der Mindestabstand eingehalten und nur To Go angeboten.

Dazu Martin Ringler: „So dunkel und frustrierend diese ersten Märzwochen auch waren, durch diesen einen Anruf aus dem Klinikum Neuperlach kam so viel gute Energie zurück. Dass wir uns jetzt auf diese Art gegenseitig helfen können, macht es leichter. Wieder raus fahren zu können, zu sehen, wie sehr sich die Menschen über frisches Essen freuen, das fühlt sich toll an. Darum würden wir gerne, am liebsten in Verbindung mit unseren Münchner Food Truck-Kollegen, diesen Ansatz weiter entwickeln und all den Menschen mit unseren Aktionen helfen, die an ihren Arbeitsplätzen die Stellung halten und zugleich damit auch für unseren eigenen Betrieb ein Stück weit besser überleben zu können und vorrangig unsere treuen Mitarbeiter in der momentanen Lage behalten und bezahlen zu können.“


26. März 2020, 15:39 CET, Gastbeitrag, ms