Weltkulturerbe Panama-Hut vom Aussterben gerettet  

Seit 20 Jahren gibt es die Kooperation von Hut-Breiter München und der Familie Pickl zum Erhalt des Montecristi Panamas.

Hut-Breiter, Panama-Hut, Montecristi

Der Panama Hut hat nichts mit Panama zu tun. Der eigentliche Name lautet „Sombrero Paja Toquilla“, also Hut aus Fächerpalmenstroh. In Europa ist der Hut schon seit über 100 Jahren als Panama bekannt. Importiert wurde er ursprünglich durch einen Händler in Panama und als ihn Theodor Roosevelt bei der Eröffnung des Panama Kanals trug, wurde daraus endgültig der „Panama“. Die Hutflechtkunst Ecuadors ist jedoch schon viel älter. Die ältesten gefundenen Überreste sind ca. 4000 Jahre alt.

Die kegelförmigen Rohhüte, genannt Stumpen, wurden traditionell in Ecuador in der Region Manabi in kleinen Dörfern rund um die Kleinstadt Montecristi geflochten. Doch das Kunsthandwerk war fast ausgestorben, als Herr und Frau Pickl vor 20 Jahren, das erste Mal nach Ecuador kamen. Das Hutflechten war als Betteljob verschrien, die jungen Leute wanderten in die Städte ab, um in den Fischfabriken ihr Glück zu suchen. Der ganze Landstrich verwahrloste.

Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ unterstützen Familie Pickl und Hut-Breiter die besten Flechter, so dass die jüngere Generation diese Arbeit wieder als Zukunftsperspektive sah. So wurde der Grundstein des Projektes zur Rettung des einzigartigen Montecristi Panama-Hutes gelegt.

Die Sprösslinge der Fächerpalme werden geerntet und in einem komplizierten Verfahren unter genauer Einhaltung von Ruhezeiten zu Stroh verarbeitet. Werden diese Ruhezeiten nicht minutiös eingehalten, sieht der Stumpen zwar perfekt aus, bröselt jedoch beim Formen unter den Händen weg. Das Stroh wird in die einzelnen Fasern aufgespleißt, wofür ein guter Flechter ca. 3 Wochen benötigt. Daraufhin beginnt das eigentliche Flechten. Auf einer Holzform, der sogenannten Molde, flechtet der Flechter kopfüber. Hierbei muss die Stumpe ständig benässt werden, da die Fasern so fein sind, dass sie im trockenen Zustand sofort brechen würden.

An einen Seda – den feinsten der Montecristi Strohhüten – flechten die Künstler ca. ein Jahr. Nur den erfahrensten und besten Flechtkünstlern gelingt  es hin und wieder solch einen feinen Hut zu flechten. Die Künstler starten und je nachdem wie fein und schön das Muster der Krone wird, machen sie in gleicher Feinheit weiter oder sie werden immer gröber und schließen das Projekt zügig ab. Ein Seda lässt keine Laune zu und verzeiht keine Fehler. Nur der Glaube an das fertige Kunstwerk befähigt den Flechtkünstler diese große Konzentration und Sorgfalt aufzubringen. Ein Seda kostet in Europa ca. 30.000EUR, auf dem amerikanischen Markt werden diese Hüte für bis zu 60.000 USD versteigert.

Alle fertigen Stumpen werden nach München geschickt und die Firma Hut-Breiter kümmert  sich darum, dass aus dem Stumpen ein fertiger Hut wird.

Dass die Montecristis nicht irgendwelche Hüte sind, hat mittlerweile auch die UNESCO mitbekommen und erklärte den Hutflechtkunst Ecuadors 2012 zum UNESCO Weltkulturerbe.

Auch in Deutschland sind die ecuadorianischen Strohhüte wieder beliebt. Gerade durch Prominente wie Fritz Wepper, den Schirmherrn des Projekts, oder Michaela May, welche Montecristi Hutträger der ersten Stunde sind, wurde das Revival des Montecristi zum Erfolg.

Heute können die Flechter wieder von Ihrer Kunst leben, es macht Sie nicht reich, aber es reicht um Familie zu ernähren und Sie sind stolz darauf Bewahrer dieses einzigartigen Kunsthandwerks zu sein.

Mehr zu den Montecristi bei:

Breiter Hut & Mode
Kaufingerstraße 23-26 (am Dom)
80331 München

www.hutbreiter.de


05. Juli 2018, 14:13 CET, Promotion, uk