Arabella Nachrichten – Radio Arabella München https://www.radioarabella.de Mehr 80er, mehr 90er. Arabella München Wed, 04 Nov 2026 15:35:19 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.1.4 Eisbachwelle zwischen Surferspaß und Haftungsfragen https://www.radioarabella.de/eisbachwelle-zwischen-surferspass-und-haftungsfragen-3523983/ Wed, 04 Nov 2026 13:30:30 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-944324

Die Eisbachwelle im Englischen Garten ist ein Hotspot für Surfer, Touristen und Schaulustige. Anfang November 2025 war plötzlich Schluss: Die Welle war verschwunden, die Aufregung groß. Inzwischen ist das Surfen dort wieder möglich. Aber: «Der Zustand der Welle ist momentan aber nicht der, den wir uns wünschen würden», sagt Mathias Schmidt, Sprecher der Interessengemeinschaft Surfen in München (IGSM). Was ist der Knackpunkt?

Die Community hat konkrete Vorschläge, wie die Welle stabilisiert werden könnte. Hierfür müsste aber eine neue rechtliche Grundlage geschaffen werden. In dieser Frage vertreten Stadtverwaltung und IGSM jedoch unterschiedliche Auffassungen. 

Rückblick: Weshalb war die Eisbachwelle verschwunden?

Das Verschwinden der Welle gab Surfern, Ingenieuren und Behörden Rätsel auf. Vermutet wurde ein Zusammenhang mit der alljährlichen Bachauskehr, die kurz zuvor durchgeführt worden war. Wirklich aufklären lassen habe sich das Problem nicht, sagt Schmidt. Es gebe zwei mögliche Ursachen: Das Abtragen von Moos, das auf der Rampe wächst, auf der das Wasser zu der Welle fließt. «Dieses Moos verändert die Strömungsgeschwindigkeit. Es bremst.» Zudem seien Kiesablagerungen entfernt worden, wodurch sich die Geometrie der Gewässersohle verändert habe.

Dass sich die Welle irgendwann doch wieder aufgebaut hat, hänge wohl damit zusammen, dass das Moos nachgewachsen ist, meint Schmidt. Der Kies habe sich bis dato nicht neu abgelagert. «Insofern hat es die Natur wieder gerichtet. Aber es herrscht nicht der Idealzustand wie zuvor.» Die Surfer beklagen Pegelschwankungen im Eisbach. Die seien in dieser Form früher nicht so ausgeprägt gewesen.

Einbauten am Eisbach und die Haftungsfrage

Mit technischen Maßnahmen könnte die Eisbachwelle den Surfern zufolge dauerhaft stabilisiert werden. Allerdings steht eine rechtliche Frage im Raum: Wer haftet? Schmidt verweist darauf, dass das bisher über den sogenannten Gemeingebrauch geregelt ist.

Ein Sprecher des Referats für Klima- und Umweltschutz (RKU) der Stadt erläutert hierzu: «Der Eisbach ist kein natürliches Gewässer. Der Sprung im Untergrund, das Tosbecken und die Störsteine wurden angelegt, um die Wucht des Wassers zu dämpfen, bevor es in den Englischen Garten fließt. Die Konstruktion all dessen war aber nie darauf angelegt, dass dadurch gesurft werden kann. Der Ursprungszustand kann deshalb als gegeben betrachtet werden, gewissermaßen als natürlich.»

In dem Moment, in dem Dinge in den Wasserlauf eingebracht würden, um eine surfbare Welle herzustellen, ändere sich die rechtliche Betrachtung, erläutert der Sprecher weiter. Dann stellten sich die Fragen: «Sind die Einbauten sicher? Wer hat dies überprüft? Wer kümmert sich um die Instandhaltung?» Aus einem natürlich vorhandenen «Sportplatz» werde dann ein menschlich gestalteter - mit verschärften Anforderungen an die Verkehrssicherung und entsprechenden haftungsrechtlichen Konsequenzen.

Welche rechtlichen Optionen sieht die Stadt?

Eine Variante aus Sicht der Stadt ist, dass sich die Surfnutzung in dem aktuell geltenden rechtlichen Rahmen hält. «Das bedeutet, Einbauten zur Herstellung einer dauerhaft surfbaren Welle sind und bleiben verboten.» Das Haftungsrisiko für die Surfnutzung treffe in diesem Fall wegen der Verkehrseröffnung grundsätzlich die Stadt, die die notwendigen Gefahrabwendungsmaßnahmen bestimmen und ergreifen müsse und dies auch getan habe.

Eine zweite Variante greift der Stadt zufolge, wenn durch Einbauten eine - dauerhaft - surfbare Welle hergestellt wird. Diese Einbauten müssten wasserrechtlich genehmigt werden. «Die Verantwortung für die so künstlich erzeugte Surfwelle übernimmt der Antragsteller der Genehmigung beziehungsweise eine Surfer-Organisation», erläutert der Sprecher des RKU. Diejenigen würden dann eigenverantwortlich bestimmen, wie die dort bestehenden Gefahren, soweit rechtlich geboten, abgewendet werden. «An allen anderen Fluss-Surfspots in deutschen Städten läuft es so, auch an der Floßlände in München.»

Hier vertritt die IGSM eine andere Sichtweise: «Wir haben schon den Wunsch, dass geprüft wird, wie man so ein rechtliches Konstrukt aufsetzen kann, ohne dass die Surfer in die Haftung genommen werden müssen. Wir oder andere Surfvereine können nicht die Haftung für einen öffentlichen Ort übernehmen. Das muss in kommunaler Hand bleiben. Zumal die Stadt auch einen großen touristischen Nutzen durch die Welle hat», sagt Schmidt.

Probleme an zwei weiteren Surfwellen

Auf die beiden anderen Surfwellen auszuweichen, wenn es am Eisbach nicht funktioniert, sei keine echte Lösung, so der IGSM-Sprecher. Denn: An der Dianabadschwelle, der Welle «E2», müsste, um das Surfen offiziell zu erlauben, ein Grundstückstausch zwischen dem Freistaat und der Stadt erfolgen. Dieser sei seit fast eineinhalb Jahren angekündigt, aber nicht geschehen, kritisiert Schmidt. «Da ist Stillstand.» Die Stadt verweist auf laufende Verhandlungen und die Prüfung baulicher Gegebenheiten. «Beide Seiten sind gewillt eine Lösung im Sinne alle Beteiligten zu finden.»

An der Welle an der Floßlände sei die Saison von den vorgegebenen Surfzeiten her miserabel gewesen, stellt Schmidt fest. Hilfreich wäre eine Ausweitung der Floßländesaison - idealerweise ganzjährig. «Und das Allerwichtigste ist es, weitere Wellen in München zu schaffen.»

Quelle: dpa

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Bahn-Großprojekt Brenner-Nordzulauf hängt im Bundestag fest https://www.radioarabella.de/bahn-grossprojekt-brenner-nordzulauf-haengt-im-bundestag-fest-3523800/ Wed, 04 Nov 2026 11:59:43 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-943366 Der Verkehrsausschuss des Bundestags hat die seit langem überfällige Entscheidung über eines der größten bayerischen Bahnprojekte auf die lange Bank geschoben: Im Januar soll es zunächst eine neuerliche Anhörung zum Trassenvorschlag der DB über den geschätzt 8,6 Milliarden Euro teuren Ausbau der Bahnstrecke Rosenheim-Kiefersfelden geben. Das teilte auf Anfrage die Grünen-Bundestagsabgeordnete Victoria Broßart mit, die Berichterstatterin für diesen Tagesordnungspunkt ist.

Seit Jahrzehnten politisch blockiert

Der Plan der DB ist heftig umstritten: Bürgerinitiativen fordern einen Verzicht auf den Neubau und stattdessen die Modernisierung der 170 Jahre alten Trasse. Die unter dem Druck der Bürgerinitiativen stehende CSU wiederum verlangt umfangreiche Änderungen am DB-Vorschlag. Eigentlich hätte noch der vorige Bundestag im Frühjahr 2025 über die Trassenplanung entscheiden sollen. Nach der vorgezogenen Bundestagswahl war von Frühjahr 2026 die Rede, schließlich von Herbst 2026. Die Strecke soll auf deutscher Seite die Verbindung zum österreichisch-italienischen Brennerbasistunnel werden und die von Millionen Urlaubern und Lkw-Fahrern aus ganz Europa genutzte Brenner-Autobahn entlasten, die meistgenutzte Verbindung aus dem Norden Europas nach Italien. Diskutiert wird seit Jahrzehnten.

Grünen-Vorwürfe an die CSU

Nun steht fest, dass es auch in diesem Jahr keine Entscheidung mehr geben wird. Broßart warf der CSU vor, das Projekt mit allen Mitteln zu verzögern. «Das Projekt ist weiterhin nicht finanziert, weil die Koalition sich weigert, das Geld dafür im Haushalt einzuplanen», sagte die Grünen-Abgeordnete nach der Abstimmung. «Um das zu verschleiern, wird die parlamentarische Befassung in die Länge gezogen und stets darauf verwiesen, erst deren Ende abwarten zu müssen.» Der eigentliche Brennerbasistunnel ist – rechnet man die vorbereitenden Arbeiten mit – seit bald zwanzig Jahren im Bau. Auf italienischer Seite ist die Planung mehrerer Bauabschnitte des Südzulaufs ebenfalls abgeschlossen oder weit fortgeschritten, zum Teil laufen auch dafür bereits Bauarbeiten. Einzig auf deutscher beziehungsweise bayerischer Seite ist bislang nicht einmal der Trassenverlauf verbindlich geplant. Im Jahre 1994 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Matthias Wissmann (CDU) Österreich und Italien versprochen, die deutsche Zulaufstrecke «zeitgerecht» zu bauen. Quelle: dpa]]>
Mutmaßlich getöteter Junge in Hotel entdeckt https://www.radioarabella.de/totes-kind-in-hotelzimmer-entdeckt-verdacht-auf-gewalttat-3523680/ Wed, 04 Nov 2026 15:32:15 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-942935

Nach dem Fund eines toten Kinds in einem Münchner Hotelzimmer ermittelt die Polizei wegen einer Gewalttat. In dem Raum sei am Mittwochvormittag auch eine Frau gefunden worden, teilte die Polizei mit. Es handle sich um eine Verwandte des toten Jungen. Sie sei wegen ihres Gesundheitszustands in ein Krankenhaus gebracht worden. Details dazu wollte eine Polizeisprecherin auf Nachfrage nicht nennen.

Unklar blieb zunächst ebenfalls, inwieweit die Polizei eine konkrete Person im Verdacht hat, den Jungen getötet zu haben. Einen Bericht der «Bild»-Zeitung, demzufolge die Ermittler die Mutter verdächtigen, den 13-Jährigen getötet zu haben, bevor sie sich habe selbst töten wollen, wollte ein Polizeisprecher auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. Ob es sich bei der im Zimmer gefundenen Verwandten um die Mutter des Kinds handelt, ließ eine Polizeisprecherin ebenfalls offen.

Mitarbeiter des Hotels hatten die Polizei gerufen

Das Münchner Mordkommissariat ermittle zu den Hintergründen des Tötungsdelikts in alle Richtungen, sagte eine Polizeisprecherin später. Bei dem Jungen handle es sich nach derzeitigem Stand um einen 13-Jährigen, zunächst hatte die Polizei das Alter des Kindes mit 12 Jahren angegeben. Wie genau der Junge getötet worden sein könnte, sagte die Polizeisprecherin auf Nachfrage nicht. Auch zu einem möglichen Verletzungsbild wollte sie keine Angaben machen.

Mitarbeiter des Hotels nahe dem Münchner Hauptbahnhof hatten den Angaben zufolge gegen 9.40 Uhr die Polizei wegen des Funds alarmiert. Ein Mitarbeiter sei später von einem Kriseninterventionsteam betreut worden, sagte ein Polizeisprecher. Gegen Mittag herrschte dort aber weitgehend wieder unauffälliger Besucherbetrieb. Lediglich einige wenige Zivilfahrzeuge der Polizei ließen noch auf den Einsatz schließen, wie dpa-Reporter vor Ort berichteten.

Um die genaue Todesursache zu klären, sei eine Obduktion der Leiche des Jungen angeregt worden, teilte die Polizei mit. Zudem waren Experten der Spurensicherung im Hotel im Einsatz.

Quelle: dpa

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400.000 Tonnen Streusalz – Bayern rüstet sich für den Winter https://www.radioarabella.de/400-000-tonnen-streusalz-bayern-ruestet-sich-fuer-den-winter-3523533/ Wed, 04 Nov 2026 14:39:52 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-942357

Glatte Straßen, Schnee auf dem Gehweg: In der anstehenden Wintersaison kann der Freistaat bei Winterwetter 900 Fahrzeuge und 2.000 Mitarbeiter der bayerischen Staatsbauverwaltung einsetzen, um für die Sicherheit auf Bayerns Straßen zu sorgen. «Der Winter kann kommen - wir sind gerüstet», teilte Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) mit.

Wie im Vorjahr seien etwa 400.000 Tonnen Streusalz eingelagert. Sollte es diesen Winter besonders eisig werden, stehe Nachschub aus heimischen Salzlagern zur Verfügung, erklärte der CSU-Politiker. Das mache Bayern unabhängig von Lieferungen aus anderen Ländern. In der Wintersaison 2025/2026 hat der Freistaat dem Verkehrsminister zufolge fast 21 Millionen Euro für Streusalz ausgegeben.

In Niederbayern setzt der Winterdienst auf Gurken-Salzwasser

Wie in den Jahren zuvor wird in Niederbayern wieder ein besonderes Mittel eingesetzt: Rund um Dingolfing werde Salzwasser, das bei der Produktion von Gewürzgurken übrigbleibt, aufbereitet und in den Straßenmeistereien für den Winterdienst eingesetzt. Nach Angaben des Verkehrsministeriums können so jährlich rund 100 Tonnen Salz und 800.000 Liter Wasser gespart werden. 

Bei einem Pilotprojekt werde in Niederbayern zudem den dritten Winter in Folge getestet, ob ein Elektro-Lastwagen den hohen Anforderungen von Winterdiensteinsätzen standhält. Zum Einsatz komme das Fahrzeug in der Straßenmeisterei Deggendorf/Straubing, wo es einen Diesel-Lkw ersetze, teilte ein Sprecher des Verkehrsministeriums mit. 

Auf Grundlage bisheriger Erfahrungen sei der E-Laster «den Anforderungen in den gefahrenen Winterdiensteinsätzen stets gewachsen». Dauern soll die Pilotphase aber bis Mitte 2029.

Die 64 Straßenmeistereien in Bayern betreuen demnach ein Netz von 20.000 Kilometern Bundes- und Staatsstraßen. Zu gut 300 staatseigenen Winterdienstfahrzeugen kommen 600 Lastwagen hinzu, die von privaten Unternehmern gefahren werden.

Quelle: dpa

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Wie traurig ist Panama: Schriftsteller Janosch ist tot https://www.radioarabella.de/schriftsteller-und-kuenstler-janosch-ist-tot-3523452/ Wed, 04 Nov 2026 09:48:52 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-942163

Was wohl Tiger und Bär getan hätten? Sie hätten Janosch bis zuletzt liebevoll umsorgt, ihm Bouillon mit Mohrrüben aus dem Garten gekocht und zum Nachtisch frisch gepflückte Waldbeeren ans Bett gebracht. Und nach seinem Tode hätten sie geweint, verzweifelt erst, um sich später mit Geschichten und Erinnerungen zu trösten. Nun ist es so weit: Am Dienstag ist der Schriftsteller und Maler mit dem Künstlernamen Janosch im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa gestorben, wie sein Tübinger Verleger Bernhard Feil im Auftrag der Frau des Künstlers der dpa mitteilte.

Kinder und Erwachsene lieben die mutigen, fröhlichen Werke des Künstlers, der einige Jahre auch am Ammersee im Süden Münchens lebte. Mehr als 150 Bücher verfasste er, teilweise ist von rund 300 Werken die Rede. Sie wurden in rund 40 Sprachen übersetzt, die Gesamtauflage geht in die Millionen. 

Mühsamer Weg zum Ruhm

Dabei waren die Anfänge mühsam für den Schriftsteller und Illustrator, der eigentlich Horst Eckert hieß. Die Kunstakademie in München nahm ihn nicht auf. Und sein erstes Werk «Die Geschichte vom Pferd Valek» war kein Erfolg. Doch er machte unbeirrt weiter und schuf Bücher wie «Hannes Strohkopp und der unsichtbare Indianer» oder «Lari Fari Mogelzahn». Für Erwachsene verfasste er Theaterstücke und Romane und bebilderte pikante Geschichten des französischen Adligen Marquis de Sade.

Lukrativer Markenrummel

Janoschs Durchbruch kam 1978 mit dem Kinderbuch «Oh wie schön ist Panama». Tiger, Bär und Tigerente wurden zu Stars und zierten bald Produkte wie Schnuller, Socken, Brotzeitboxen oder Fahrräder. Die Sachen verkauften sich bestens und befeuerten den Absatz der Bücher. Die niedlichen Figuren hätten von Anfang an das Potenzial gehabt, Maskottchen zu werden und seien auch geschickt vermarktet worden, sagte die Bibliothekarin Christiane Raabe mal. «Der Erfolg seiner Panama-Bücher ist ohne die damit verbundene Merchandisingmaschinerie nicht denkbar.»

Die Urheberrechte übernahm die Janosch Film & Medien AG. Ein einträglicher Rummel um Lizenzrechte und Vermarktung, doch der Erfolgsautor machte sich rar. «Ich habe nichts damit zu tun, ich sehe das auch nicht, ist zu weit weg. Das ist eine andere Baustelle», sagte Janosch.

Das Paradies um die Ecke

Doch Janoschs Erfolg lässt sich nicht nur mit einer geschickten Vermarktung erklären. Die Sprache seiner Kindergeschichten ist kräftig und geradeheraus. Seine fantasievollen Illustrationen und Geschichten sind skurrile Charakterstudien, die das Verschrobene und gleichzeitig Liebenswerte der Figuren aufzeigen. 

Die Welt von Tiger und Bär ist fröhlich, friedlich, durchzogen von leiser Wehmut. Das Paradies liegt in Panama, duftet nach Bananen und die Freunde wollen es finden. Am Ende ihrer Reise stellen sie fest, dass das Glück stets in ihrem Häuschen am Fluss war. «Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst», kommentierte der Autor mal. 

Suff und Prügel

Im Kontrast dazu die Werke für Erwachsene, die Einblicke in die harte Kindheit des Autors geben, der 1931 geboren wurde im oberschlesischen Zabrze im heutigen Polen. In «Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm» schildert er den Alltag in der grauen Bergarbeitersiedlung, schonungslos aber auch wehmütig. 

Der Vater soff bis zum Exzess, verstieg sich im Größenwahn und projizierte aberwitzige Träume auf seinen Sohn. Und er tobte, wenn dieser die Hoffnungen nicht erfüllte. Auch die Mutter ließ ihren Frust an dem kleinen Horst aus und prügelte ihn - oder putzte ihn so fein heraus, dass er zum Gespött der Schule wurde. Eine überaus strenge katholische Erziehung schürte Ängste vor Sünde und Fegefeuer, dazu später die «Quälerei» in der Hitlerjugend.

Lieber Chaos als «totale Zerstörung»

«Die ersten Jahre meines Lebens waren die totale Zerstörung meiner Person», sagte Janosch mal der «Süddeutschen Zeitung». 1946 dann ein Neubeginn: in den Wirren der Nachkriegszeit zog die Familie nach Oldenburg. «Meine eigene Stimmung war Abenteuerlust. Mir hat die chaotische Zeit sehr gut gefallen, alles war besser, als katholisch im Nazi-Deutschland mit einem besoffenen Vater zu leben», zitiert ihn Angela Bajorek in ihrer Biografie «Wer fast nichts braucht, hat alles».

Janoschs Kinderbücher sind ein Gegenentwurf zur eigenen Vergangenheit, die der Künstler später zu verdrängen suchte, indem er sich mit Alkohol betäubte. Sein eigenes Paradies schuf er auf Papier. Bunt und naiv, mit skurrilen Wesen, die füreinander einstehen und sich gegen Unrecht und Obrigkeiten wehren.

Vom Engel «zu den Sternen getragen» 

Trotzdem sind seine Figuren keine Tugendbolde. In der Weihnachtsgeschichte «Der alte Mann und der Bär» etwa gehen fromme Kirchgänger achtlos an den Bedürftigen vorbei. Es bräuchte nicht viel, um jemanden glücklich zu machen, ist Janosch überzeugt. Seine Figuren schwelgen in simplen Genüssen: Waldbeerenkompott mit Honig, Springforelle mit Mandelkernsoße oder selbst gesammelten Pilzen.

Erst Himmelfahrt, dann Sintflut

Sein privates Paradies fand Janosch vor Jahrzehnten auf Teneriffa, wo er mit seiner Frau Ines lebte. Sein Lieblingsplatz: «Immer Hängematte», vertraute er seiner Biografin an. Dort lebte er ein einfaches Leben, wie er der Deutschen Presse-Agentur zu seinem 85. Geburtstag am 11. März 2016 erzählte, «mit Essen, und ich trinke diesen Wein. Und ich pflanze im Garten Kartoffeln zum Beispiel.» Sein größter Wunsch damals: «Dass ich hier ewig so sitzen kann und die Sintflut erst kommt, wenn ich ganz weg bin. Also NACH meiner Himmelfahrt.»

Quelle: dpa

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Gewinn von BMW schrumpft – Jobabbau wird ausgeweitet https://www.radioarabella.de/gewinn-von-bmw-schrumpft-und-es-wird-noch-schlimmer-3523221/ Wed, 04 Nov 2026 09:51:23 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-941300

BMW macht immer weniger Gewinn und will stärker und schneller Jobs abbauen. Im dritten Quartal hat der Konzern nach Steuern 1,45 Milliarden Euro verdient, wie er mitteilt. Das waren knapp 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Zudem sind die Aussichten für das laufende vierte Quartal nach einer Gewinnwarnung am Dienstagabend schlecht. Unter anderem belasten die Kosten für den Jobabbau. 

Entscheidender Treiber für den Rückgang im dritten Quartal ist das schlechte Geschäft in China. Wie alle deutschen Hersteller leidet BMW darunter, dass der wichtigste Automobilmarkt der Welt schrumpft und gleichzeitig von immer stärkerer Konkurrenz und heftigen Preiskämpfen geschüttelt wird. 

Auch BMW büßte dort rund ein Viertel seines Absatzes ein. Zumindest einen Teil der Rückgänge konnten sie durch Zuwächse in Europa und den USA auffangen, sodass der Absatz nur um 6,3 Prozent nachgab. Der Umsatz sank minimal geringer um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro.

Gewinnwarnung am Vorabend

Schon am Vorabend der Quartalszahlen hatte BMW eine Gewinnwarnung herausgegeben. Es war bereits die zweite im laufenden Jahr, die dritte binnen 13 Monaten. Im Automobilgeschäft erwartet der Konzern nun ein um Milliarden Euro niedrigeres Ergebnis als bisher. Schuld ist ausgerechnet der Erfolg des Sparprogramms, dessen Kosten - zusammen mit anderen Effekten - auf die Profitabilität drücken.

Das im Sommer angekündigte Programm war Anfang Oktober gestartet und nach nicht einmal drei Wochen bereits wieder geschlossen worden, weil das Interesse der Mitarbeiter, gegen eine oft deutlich sechsstellige Zahlung das Unternehmen zu verlassen, überraschend groß war. 

Am Abbauprogramm hätten sich «genau die richtigen Personengruppen beteiligt», sagt Konzernchef Milan Nedeljkovic. Das gebe BMW die Möglichkeit, «den Umbau dementsprechend schnell zu machen». Zudem könne man ihn gegenüber dem, was man sich vorgenommen habe, erweitern.

Soweit die Füße tragen

Im Sommer war aus Konzernkreisen zu hören, dass der weltweite Abbau bei rund 8.000 Jobs liegen könnte - mit einem Fokus auf Deutschland und dort wiederum auf München. Diese Zahl hat das Management nie bestätigt. Auch jetzt sagte Nedeljkovic nur, dass man den Umbau auf Sicht gestalte. «Wir gehen so weit, wie uns die Füße tragen. Und was für uns sinnvoll ist. Das aktuelle Jobabbauprogramm sei abgeschlossen, das Thema gehe aber weiter.

Weitere Kosten entstehen dadurch, dass die Münchner ältere Modelle früher als ursprünglich geplant auslaufen lassen. Als Grund dafür nennen sie den guten Anlauf der neuen Klasse. 

Finanzchef Walter Mertl erklärt die Belastungen als Investition in die Zukunft. «Geschwindigkeit ist bei unserer geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor. Deshalb intensivieren wir noch in diesem Jahr die Maßnahmen für mehr Effizienz und schlankere Strukturen», sagt er. «Damit wollen wir unsere künftigen Margen stärken.» Je schneller man den Jobabbau umsetze, desto früher bringe er Einsparungen.

Weniger Absatz erwartet

Auch die Erwartungen für den Absatz hat BMW gesenkt. Der Konzern geht jetzt von einem moderaten Rückgang aus - das entspricht 5 bis 9,9 Prozent. Bisher hatte der Ausblick hier von einem leichten Rückgang gesprochen - das entspricht 1 bis 4,9 Prozent. 

Die Prognose für den Gewinn vor Steuern ließ BMW unangetastet - hier geht der Konzern allerdings bereits seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer von einem deutlichen Rückgang aus. Das wären mehr als 15 Prozent. 

Mit seinem Ergebnis im dritten Quartal schneidet BMW minimal schlechter ab als Konkurrent Mercedes, der auf 1,52 Milliarden Euro Gewinn kam, allerdings sehr viel besser als Audi und VW.

Quelle: dpa

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Neuers Rekordspiel nach Schmerzen am Fuß und Eisbad https://www.radioarabella.de/neuers-rekordspiel-nach-schmerzen-am-fuss-und-eisbad-3523095/ Wed, 04 Nov 2026 04:47:04 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-940876 Manuel Neuer war nach seinem erfolgreichen Rekordspiel glücklich und stolz. Und der 40 Jahre alte Kapitän des FC Bayern München war froh, dass er gegen Atlético Madrid überhaupt im Tor stehen konnte. Denn ihn plagen weiterhin Schmerzen am Fuß, die auch seine Rückkehr nach drei verpassten Pflichtspielen beim 2:0 in Madrid lange gefährdeten. «Es war keine leichte Situation für mich in den vergangenen Tagen und Wochen», sagte Neuer. Was machte es so schwer? «Die Schmerzen», antwortete der 40-Jährige bei Amazon Prime. «Ich habe jeden Tag Schmerzen beim Gehen gehabt. Auch heute Morgen nach dem Aufstehen», erzählte er am späten Abend nach dem Spiel. Auf der Dachterrasse des Teamhotels sei er «bei 14 Grad Wassertemperatur» im Pool gewesen. Das Kühlen half dem Fuß.

Müller und Messi überholt

Mit seinem 164. Einsatz stieg er zum deutschen Rekordspieler in der Champions League auf. Thomas Müller und Lionel Messi hat er überholt (je 163). «Das ist etwas ganz Besonderes für mich», sagte er in der Mixed Zone den Reportern. «Ich musste darauf lange warten bei meinen Verletzungen in der Karriere.»   Nur Cristiano Ronaldo (183) und Iker Casillas (177) stehen jetzt noch vor ihm. Einholen wird sie Neuer wohl nicht mehr. Er absolviert ziemlich sicher seine letzte Saison. Aber ein großes Ziel hat er noch in Europas Königsklasse.

Neuers Traum: Rückkehr zum Finale

«Ich denke, wir würden gerne nochmal hierhin zurückkehren», sagte der zweimalige Champions-League-Gewinner (2013, 2020). Im Estadio Metropolitano findet am 5. Juni 2027 das Endspiel statt. Es könnte seine letzte Partie als Profi sein. Der Sieg bei Atlético sei «vielleicht ein gutes Omen». Quelle: dpa]]>
Karls frecher Tor-Gruß und eine Meisterleistung der Bayern https://www.radioarabella.de/karls-antwort-auf-dem-platz-freches-tor-und-blabla-geste-3523026/ Wed, 04 Nov 2026 10:54:57 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-940597

Sein schlitzohriges Tor reichte Lennart Karl anscheinend nicht als Antwort nach dem vielen Gerede über ihn in seiner ersten Leistungsdelle. Beim Jubel über den wichtigen Treffer, der die Meisterleistung des FC Bayern München beim 2:0 (0:0) in der Champions League gegen Atlético Madrid im Finalstadion eingeleitet hatte, hielt sich der 18-Jährige die Hände an die Ohren. 

Die Botschaft nach kritischen Äußerungen etwa von Vereinspatron Uli Hoeneß sollte wohl lauten: «Redet ihr nur!» Wobei alle Münchner Protagonisten auffällig darum bemüht waren, an diesem besonderen Fußballabend Karls Jubelgeste verbal irgendwie zu umschiffen. «Ich bin sehr nah. Aber ich habe keine Ahnung, was er da gemacht hat», sagte etwa Karl-Kumpel Tom Bischof schmunzelnd.

Wichtiger war ja auch die Aktion vor dem Jubel. Nach einer vergebenen Großchance in der ersten Hälfte luchste der Karl Atlético-Verteidiger Robin Le Normand im Strafraum listig den Ball ab und lupfte ihn über den Torwart hinweg ins Netz. Eine starke Aktion. Typisch Karl. Der Junge scheißt sich nichts auf dem Platz, wie man im Süden sagt. Er spielt Fußball ohne Angst, intuitiv. Und er provoziert dann halt auch mal beim Jubeln, wenn sich der Druck entlädt.

Viel ist über den Jung-Nationalspieler geredet worden. Nach dem Raketenstart in seiner ersten Profi-Saison mit der unglücklich durch eine Verletzung verpassten WM muss er nun erstmals mit Gegenwind umgehen. Ehrenpräsident Hoeneß empfahl dem Teenager mehr «Demut». Der emotionale Jubel von Madrid war das eher nicht. 

Der 74-jährige Hoeneß hatte sogar angekündigt, «ein ernstes Gespräch» mit Karl führen zu wollen. Auch Bayerns Sportvorstand Max Eberl sah Karl «in einem Loch» und riet zu mehr Konzentration auf den Fußball.

Ballack kontra Hoeneß und Eberl 

Karls Berater Michael Ballack missfielen diese Einlassungen aus dem Club - er verteidigte seinen Schützling. Karl werde «öffentlich zur Zielscheibe» gemacht. Auch Lothar Matthäus nahm ihn in Schutz, die Geste nach dem Tor gegen Atlético habe sicher keinen «bösartigen» Hintergrund, sagte er der «Bild». Viel Rauch um einen jungen Kerl, der immer noch erst 18 ist. Der auf Social Media unterwegs ist, auch mal schrille Outfits trägt. Und provokant jubelt. Zur Erinnerung: Bei seinem ersten Saisontor in Elversberg brachte er die heimischen Fans mit einer Schweigegeste gegen sich auf.

In Madrid gab es viel Lob. «Lennart Karl ist für uns ein wichtiger Spieler, das haben wir nie in Abrede gestellt», sagte Eberl. Er habe «fleißig mitgearbeitet und sich mit dem Tor belohnt». Und der Jubel? «Ich habe es ehrlicherweise gar nicht gesehen», sagte Eberl. Darum: keine öffentliche Bewertung. 

Co-Trainer Aaron Danks, der den sich erholenden Chefcoach Vincent Kompany weiter vertritt, hatte im Münchner Offensiv-Notstand auf Karl gesetzt, der zuletzt nur eine Nebenrolle innehatte. «Es gab in letzter Zeit viel Lärm um Lennart Karl», sagte der Engländer. «Als junger Spieler hat er, finde ich, großen Charakter und große mentale Stärke gezeigt. Seine Leistung war großartig, gekrönt mit einem wirklich guten Tor.» Was Danks auch noch über Karl anmerkte: «Er hat auch einen großen Glauben an sich selbst.»

Klare Worte von Neuer und Laimer

Im Team freuten sich alle für den jungen Kerl. «Lenny ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Gruppe. Das hat er heute wieder unter Beweis gestellt», sagte Kapitän Manuel Neuer. Es gebe da für ihn «auch gar nichts zu thematisieren».

Der als «Man of the Match» ausgezeichnete Verteidiger Konrad Laimer, der das 2:0 erzielte, warb eindringlich für den jungen Kollegen. «Für den Jungen freut es mich. Er bleibt ruhig, er arbeitet hart - und heute hat er sich belohnt», sagte der Österreicher. «Er ist noch jung, er muss noch lernen. Er ist auf einem Superweg und wird noch eine große Karriere vor sich haben.»

Hummels kritisiert Karl-Jubel

Auch Weltmeister Mats Hummels griff Karls Jubelgeste auf. «Den sehen wir viel zu oft mittlerweile», mäkelte der Ex-Profi bei Amazon Prime. Kritik sei Teil des gut bezahlten Profigeschäfts, das müsse ein Spieler aushalten, belehrte er Karl. «Mein Sohn ist acht. In den Spielen von seiner Mannschaft sehe ich schon Kinder diesen Jubel machen, weil der so oft vorkommt mittlerweile.» Seinem Sohn verbiete er die Geste.

Im nächsten Karl-Wirbel sollte nicht untergehen, was die Bayern, angetrieben vom bärenstarken Verteidiger-Duo Laimer und Dayot Upamecano, gegen ein eingeschüchtertes Atlético vollbrachten. Eberl sprach von «einer Weltklasseleistung der Mannschaft», Kapitän Neuer schwärmte von einem «sehr dominanten Auftritt». 

«Wichtig, mal einen Big Player zu schlagen»

«Es war wichtig für uns, dass wir auch mal einen Big Player wie Atlético auswärts schlagen», sagte der ins Tor zurückgekehrte Neuer nach seinem 164. Königsklasseneinsatz, mit dem er Thomas Müller als deutscher Rekordspieler überholte. «Das ist was ganz Besonderes für mich», bekannte der 40-Jährige. 

«Was für ein Abend», frohlockte Bayern-Chef Jan-Christian Dreesen nach Mitternacht in seiner Bankettrede im Teamhotel. Der 59-Jährige richtete besondere Dankesworte an Danks: «Aaron, du hast den Job übernommen in einer schwierigen Zeit. Und ich bin sicher, Vincent hat das Spiel heute gesehen im Fernsehen. Und er wird sagen: "Du hast einen großartigen Job gemacht mit deinem Team."»

Am 5. Juni würden die Bayern «gerne hierhin zurückkommen», sagte Rekordspieler Neuer noch, bevor er die Endspiel-Arena verließ. Aber bis dahin sei es «noch ein harter, steiniger Weg», so Neuer.

Quelle: dpa

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Warum Lindaus Rathausglocken verstummt sind https://www.radioarabella.de/warum-lindaus-rathausglocken-verstummt-sind-3523002/ Wed, 04 Nov 2026 03:01:04 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-940463

Wegen einer Anwohnerbeschwerde bleiben die Glocken am Alten Rathaus in Lindau derzeit stumm und die Zeiger der Uhr stehen. Eine Messung des Landratsamts habe ergeben, dass der Uhrschlag an dem Prachtbau in der Nacht bis zu acht Dezibel zu laut sei, teilte die Stadt mit. 

Zuvor sei eine Anwohnerbeschwerde über das zu laute Geläut eingegangen. Schon im Frühjahr sei der nächtliche Lärm Thema bei einer Bürgersprechstunde gewesen, sagte eine Stadtsprecherin.

Glocken müssen eigentlich nur nachts still bleiben

Deshalb müsse der Glockenschlag zur vollen Stunde zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr ausbleiben. Die Stadt habe keine Schaltpläne für die Anlage und könne deshalb die Glocken nicht separat abschalten oder gar mit einer Zeitschaltung begrenzen. Daher stünden nun sowohl Zeiger als auch Schlagwerk an dem Bau aus dem Jahr 1422 still, der ein Anziehungspunkt für viele Besucher und Touristen der Altstadt auf der Insel im Bodensee ist.

Die Stadt arbeite an einer technischen Lösung, damit die Uhr wieder betrieben werden kann und die Glocken zumindest tagsüber zwischen 6.00 und 22.00 Uhr wieder ertönen. Wie lang das dauern könnte, blieb zunächst aber unklar. Eine Fachfirma sei dazu angefragt, teilte eine Stadtsprecherin mit. 

Lassen sich die Glocken zeitweise abschalten? «Möglicherweise»

Die Läutanlage stamme aus den 1970er Jahren, weshalb die Stadt keine Betriebsunterlagen habe. «Möglicherweise ist eine nächtliche Abschaltung mit dem bestehenden System möglich», sagte die Stadtsprecherin. Leiser läuten ließen sich die Glocken dagegen nicht: «Die Glocken werden mit einem Hammer angeschlagen.» 

Möglichst kurzfristig wolle man aber die Ziffernblätter der Uhr wieder in Betrieb nehmen. Zumindest müsse eine Vergabe der Arbeiten wohl nicht erst eine Genehmigung vom Stadtrat bekommen: «Es handelt sich voraussichtlich um eine kleine Maßnahme, die nicht über den Umfang einer normalen Reparatur hinausgeht.»

Quelle: dpa

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Neue Ausstellung zu NS-Reichsparteitagen wird eröffnet https://www.radioarabella.de/neue-ausstellung-zu-ns-reichsparteitagen-wird-eroeffnet-3522972/ Wed, 04 Nov 2026 02:30:06 +0000 urn:newsml:dpa.com:20090101:261104-930-940315

Seit Mai läuft sie im Probebetrieb, nun eröffnet das Nürnberger Dokumentationszentrum seine neue Ausstellung zum ehemaligen NS-Reichsparteitagsgelände offiziell. Zu dem Festakt am Mittwochvormittag (11.00 Uhr) werden unter anderem der frühere Bundespräsident Christian Wulff und Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (beide CSU) erwartet. 

Das Dokuzentrum hatte die neue Schau während eines fünfjährigen Umbaus neu konzipiert. Die Ausstellung zeigt auf 1.600 Quadratmetern anhand von Hunderten Exponaten und interaktiven Elementen, wie Nürnberg zur Stadt der Reichsparteitage wurde und welche Bedeutung das Gelände auch später noch hatte. Während des Probebetriebs wurden die Technik an den zahlreichen Medienstationen und die neuen Vermittlungsformate zusammen mit Besucherinnen und Besuchern getestet. 

Von 1933 bis 1938 inszenierten die Nationalsozialisten ihre mehrtägigen Parteitage in Nürnberg. Etwa eine Million Menschen kamen dafür als Zuschauer oder Teilnehmer der Aufmärsche, Paraden und Appelle in die Stadt. Als Kulisse diente das elf Quadratkilometer große Areal, das aber eine Großbaustelle blieb. Das Zeppelinfeld und die Haupttribüne sind die einzigen Bauten, die fertiggestellt wurden und noch heute erhalten sind.

Objekte und Bauten gewinnen an Bedeutung

Rund 300.000 Menschen aus aller Welt kommen nach Angaben der Stadt jährlich, um sich dort über die NS-Vergangenheit zu informieren. Da kaum noch Zeitzeugen leben, gewinnen die steinernen Zeugnisse des Größenwahns der Nazis an Bedeutung. 

Aus diesem Grund arbeitet die neue Ausstellung nun erstmals auch mit Objekten wie den Scheinwerfern von der Zeppelintribüne, NS-Fahnen oder einem hölzernen Reichsadler. Den Kuratorinnen war dabei aber wichtig, dass diese nicht wie NS-Devotionalien zur Schau gestellt werden. Deshalb sind die Fahnen zum Beispiel gefaltet oder der Adler in Einzelteilen in die Vitrine gezwängt.

Quelle: dpa

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