
Am Wochenende: Zeit umstellen!
Die Zeitumstellung ist schon lange kein unumstrittenes Thema mehr. Eine Umfrage zur Abschaffung brachte folgendes Ergebnis: 60% sind für die Abschaffung, 20% haben dazu keine Meinung und nur 15% sind dafür, die Uhr weiterhin umzustellen.
Diese Woche hat das EU-Parlament nun für eine Abschaffung der Zeitumstellung ab dem Jahr 2021 gestimmt. 410 Abgeordnete votierten in Straßburg dafür, 192 dagegen, 51 enthielten sich der Stimme. Doch noch sind einige Fragen offen, denn das Votum des EU-Parlaments ist keine Vorschrift, sondern eine Empfehlung. Jedem Mitgliedstaat steht die Entscheidung über die Abschaffung der Zeitumstellung frei. Fällt die Zeitumstellung ab 2021 tatsächlich weg, dann muss sich nicht nur Deutschland für eine von zwei Optionen entscheiden: dunklere Vormittage im Winter oder kürzere Abende im Sommer. Wenn es tatsächlich zur Abschaffung käme, wünschen sich zwei Drittel der Deutschen als geltende Zeit die derzeitige Sommerzeit.
Warum die Zeitumstellung?
Klar ist: Die Idee, Strom zu sparen – die zur Einführung der Sommerzeit im Jahr 1980 führte – ist nicht aufgegangen. Dadurch, dass es am Abend eine Stunde länger hell ist, sollte Energie gespart werden. Der Stromverbrauch am Abend sinkt durch die Sommerzeit zwar – aber nur in geringem Maße. Dem steht entgegen, dass am Morgen mehr geheizt wird, weil die Menschen früher aufstehen. Der Energiespareffekt ist somit nahezu nicht vorhanden. Die lästigen Folgen sind oft Müdigkeit, schlechtere Konzentrationsfähigkeit und vor allem Schlafprobleme. (Quelle: schlafkampagne.de)
Viele Bahnhofsuhren „springen“ eine Stunde
Die Deutsche Bahn stellt um 2 Uhr an Bahnhöfen, Diensträumen, Automaten sowie Informations- und Sicherungssystemen 120.000 Uhren um 2 Uhr um eine Stunde vor. Im Übrigen geht die einheitliche Zeitmessung in Deutschland auf die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) auf die Initiative der Eisenbahnen im Jahr 1893 zurück. Bis dahin stellten Städte die Uhren nach eigenem Ermessen.
Zeitumstellung unter laufendem Betrieb
Sowohl der Wechsel auf Winter- als auch auf Sommerzeit erfolgt unter laufendem Bahnbetrieb, wobei die Umstellung auf Sommerzeit einfacher ist. Um 1.59 Uhr springen die Uhrzeiger auf 3 Uhr. Das bedeutet: Zügen, die um diese Zeit unterwegs sind, fehlt „rechnerisch“ eine Stunde. S-Bahnen, die dann verkehren würden, fallen für den Fahrgast unbemerkt aus. Sie stehen den Reisenden sofort mit Zeigersprung ab 3 Uhr zur Verfügung. Güter- und nachts verkehrende Fernverkehrszüge haben ohnehin längere Aufenthalte oder Fahrzeiten, die in der Nacht der Zeitumstellung entsprechend gekürzt werden. In den Fällen, wo dies aufgrund des Fahrplans nicht möglich ist, kommen die Züge verspätet ans Ziel.
Auf www.bahn.de und im DB Navigator finden Reisende entsprechende Informationen.
Funksignal löst Wechsel auf Sommerzeit aus
Die 120.000 Uhren bei der DB werden durch den Zeitzeichensender DCF 77 versorgt. Dieser in Mainflingen bei Aschaffenburg stehende Langwellensender ist mit der Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig gekoppelt. Es dauert etwa eine Stunde, um sämtliche DB-Uhren umzustellen.
An mehr als 3.900 vor allem kleineren Bahnhöfen sind 6.600 Dynamische Schriftanzeiger (DSA) installiert, die über Fahrplanabweichungen informieren. Die Zeitumstellung bei den DSA erfolgt wie bei vielen Mobiltelefonen und Computern automatisch.
Alle Änderungen bei den Münchner Verkehrsbetrieben finden Sie auch in den MVG-Streckeninfos!
Gefahr von Wildunfällen wächst
Mit der Umstellung auf die Sommerzeit steigt nach Verbandsangaben auch die Gefahr von Wildunfällen. «Durch die Zeitumstellung ändert sich unser Lebens-Rhythmus, dadurch ändern sich auch die Hauptverkehrszeiten und das fällt mit den Aktivitäten des Wildes zusammen», sagte Thomas Schreder vom Bayerischen Jagdverband der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl der Wildunfälle nehme jedes Jahr nach der Zeitumstellung und mit Beginn des Frühjahrs deutlich zu. Die Tiere seien dann auch wieder aktiver als im Winter.
Es sei ein Irrglaube, mit Wild müsse nur in der Dämmerung gerechnet werden. «Rehe müssen alle drei Stunden aufstehen und fressen – dementsprechend kann es in Wald- und Forstgebieten Tag und Nacht zu Wildwechsel kommen», betonte Schreder.
Die Sommerzeit endet am Sonntag, 27. Oktober 2019.
Auch interessant



