
Augsburger Baum stinksauer: Bin richtig ungehalten
Auf der Pressekonferenz nach der nächsten verspielten Führung verschaffte sich Manuel Baum Luft. «Die meisten kennen mich eher als ruhig, heute bin ich richtig ungehalten nach dem Spiel», sagte der Trainer des FC Augsburg nach dem 1:2 (1:0) im Heimspiel der Fußball-Bundesliga gegen den lange harmlosen SC Freiburg in allerdings sehr gemäßigtem Tonfall.
Seine Mannschaft hatte gegen die Breisgauer lange alles im Griff und ging zum fünften Mal in dieser Saison mit 1:0 in Führung. Am Ende blieb Baums Team jedoch zum sechsten Mal nacheinander ohne Sieg.
Freiburg zweimal eiskalt
«Ich finde es nicht zu akzeptieren, dass wir über weite Strecken des Spiels echt eine gute Leistung gezeigt haben. Fußball ist aber ein Spiel der Momente», führte Baum aus. «Wir müssen uns zwei Sachen extrem vorwerfen, dass wir nicht frühzeitig das zweite oder sogar dritte Tor gemacht haben. Was mir dann mega stinkt ist, wie wir unsere Tore kriegen.»
Als absolut vermeidbar ließen sich die Gegentore beschreiben. Der zur Pause eingewechselte Igor Matanovic (66.) sorgte mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze für einen ersten Dämpfer bei den Augsburger Hausherren. Nur wenige Minuten nach seiner Hereinnahme sorgte Cyriaque Irié (86.) per Kopf nach einer Flanke von Vincenzo Grifo für komplette Ernüchterung. Mehr Chancen hatten die Freiburger im Grunde nicht.
Nach der ersten Heimniederlage seit sieben Monaten wurde Baum dann auch laut in der Kabine. «Ich habe es schon akustisch untermalt. Jeder, der da drinsaß, hat das gleiche Gefühl gehabt», erzählte der Augsburger Coach. «Einer darf das ausdrücken, in dem Fall bin ich es gewesen als Trainer.»
Gouweleeuw fordert mehr Cleverness
Dabei waren die Augsburger lange auf dem Weg zum ersehnten Dreier. Per Dropkick brachte der frühere Freiburger Michael Gregoritsch, seit Januar wieder in der Fuggerstadt, seine Mannschaft vor 30.660 Zuschauern in der 18. Minute in Führung. Die Augsburger versäumten aber den zweiten Treffer - auch während einer Drangphase nach der Halbzeit.
«Da müssen wir lernen, das Spiel zu killen und das zweite Tor zu schießen. Dann ist das Spiel gelaufen», befand Kapitän Jeffrey Gouweleeuw, der erstmals in dieser Saison von Beginn an spielte. «So bleibt Freiburg im Spiel, weil sie das Vertrauen haben, zurückzukommen. Sie machen aus wenig viel.»
Sein Team, nach dem zweiten Spieltag noch sensationeller Tabellenführer, müsse künftig «cleverer sein», forderte Gouweleeuw, und ein 1:0 auch mal nach Hause bringen. Die aktuelle Ergebnisdelle kann der niederländische Verteidiger aber mit aller Routine einordnen. «Man muss immer stabil bleiben, nicht immer Hochs und Tiefs haben», riet er. «Jetzt ist auch nicht alles schlecht.»
Nun wartet RB Leipzig
Vor dem Gastspiel am Samstag bei RB Leipzig und der kommenden Länderspielunterbrechung steigt aber der Druck. In Augsburg herrsche «keine Krise», versicherte Gouweleeuw. «Aber natürlich müssen wir so schnell wie möglich Punkte holen.» In Leipzig am besten.
Von einer Krise wollte auch Mittelfeldspieler Fabian Rieder nicht sprechen, «weil ich in jedem Spiel gesehen habe, dass wir die Qualität haben, gegen diese Teams zu punkten. Deswegen ärgert es mich umso mehr», sagte der Schweizer. «Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das umbiegen können.»
Quelle: dpa
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