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Wie schon gegen Leipzig musste Jamal Musiala behandelt werden. — © Harry Langer/DeFodi/dpa/dpaHarry Langer/DeFodi/dpa/dpaSorgen um Bayern-Star

Nächster Schreckmoment: Musiala erklärt seine Zusammenbrüche

Nationalspieler Jamal Musiala hat beim FC Bayern München für einen erneuten Schreckmoment gesorgt, wenig später aber zumindest leichte Entwarnung gegeben. «Das Wichtigste zuerst - mir geht es gut!», teilte der 23-Jährige nach dem 4:2 (1:2)-Sieg des deutschen Fußball-Rekordmeisters im Testspiel beim 1. FC Heidenheim über die sozialen Medien mit.

Wie schon drei Tage zuvor im Test gegen RB Leipzig (3:1) war Musiala auf dem Rasen zusammengebrochen. Bayern-Sportvorstand Max Eberl hielt sich zum Gesundheitszustand des Offensivstars zunächst bedeckt, ehe sich Musiala nach der Partie beim Bundesliga-Absteiger selbst zu Wort meldete.

Schon gegen Leipzig Sorgen um Musiala

«Ich verstehe, dass sich viele von euch Sorgen machen. Diese Sorge möchte ich euch heute nehmen und euch dazu etwas erklären», schrieb Musiala an die Fans gewandt. «Es wurden bei mir temporär kurz auftretende, aber gut behandelbare Absencen festgestellt, welche auf eine neurologische Dysfunktion zurückzuführen sind. Diese können zu den zuletzt vorgekommenen Momenten führen, wie gegen Leipzig oder auch jetzt in Heidenheim.»

Funktionelle neurologische Störungen sind «eine Fehlanpassung der Informationsverarbeitung im Gehirn», wie die Deutsche Hinrnstiftung erklärt. Sie seien «kein Ausdruck einer Schädigung des Nervensystems». Es seien «echte Symptome ohne klare Ursache». Zu den häufigen Symptomen zählen demnach Schwindel und Bewegungsstörungen.

Musiala war bei der Generalprobe der Bayern für den Pflichtspielstart mit dem Supercup bei Borussia Dortmund am kommenden Samstag erst nach gut einer Stunde eingewechselt worden - genau wie Harry Kane, Michael Olise und etliche weitere Bayern-Stars.

 «Musiala»-Rufe von allen Seiten

Schon nach wenigen Minuten musste er - genau wie gegen Leipzig - am Boden liegend von medizinischem Personal behandelt werden. Mit- und Gegenspieler bildeten zum Sichtschutz schnell einen Kreis um den zusammengesackten Profi der Bayern. Von den Rängen gab es laute «Musiala»-Rufe - auch aus dem Heidenheimer Fanblock. Kurz später konnte der Offensivstar den Platz zwar eigenständig verlassen, setzte die Partie aber nicht mehr fort.

«Er ist in der Kabine, er zieht sich um, er duscht», berichtete Eberl. «Wir wussten und wissen Bescheid», sagte der Sportchef über den WM-Fahrer, ging aber nicht weiter ins Detail. Das übernahm kurz später dann Musiala selbst.

Mehrere Rückschläge seit Club-WM

Für ihn seien solche Momente aktuell Teil des Alltags, erklärte Musiala, der seit seiner schweren Verletzung bei der Club-WM 2025 schon mit mehreren gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen hatte und weiter nach seiner einstigen Form sucht. «Ich bin diesbezüglich in bester medizinischer Behandlung und sehr optimistisch. Der FC Bayern und mein privates Umfeld sind immer an meiner Seite und unterstützen mich auf diesem Weg. Wichtig ist, es besteht kein darüber hinausgehendes gesundheitliches Risiko.»

Es sei «in enger Abstimmung und in regelmäßigem Austausch mit den Experten» sein persönlicher Wunsch gewesen, sich «der Herausforderung zu stellen und mit der Freigabe der neurologischen Fachärzte weiter dem zu widmen, was mir bei der Genesung am meisten hilft: Einfach meinen Alltag zu leben und meiner Passion Fußball zu spielen weiter nachzugehen. Dafür habe ich die Verantwortung übernommen.» Er wähne sich auf einem «guten Weg».

Nur neun Minuten nach seiner Einwechslung war Musiala in Heidenheim von Bayern-Trainer Vincent Kompany wieder vom Feld genommen worden. Luis Díaz (78. Minute) und Nathaniel Brown (83.) sorgten mit ihren Toren anschließend noch für einen späten Sieg der Gäste, bei denen viele Topspieler zunächst draußen blieben. Torhüter Manuel Neuer und Nationalmannschaftskapitän Joshua Kimmich gehörten genau wie Tom Bischof gar nicht zum Kader - aus Gründen der Belastungssteuerung, wie der Club vor dem Anpfiff mitteilte.

Joker Díaz und Brown treffen spät

Yannik Wagner (5.) brachte Heidenheim in Führung, Mümnchens Eigengewächs Felipe Chávez (25.) glich mit einem herrlichen Freistoßtreffer aus. Julian Niehues (44.) sorgte für das 2:1 des FCH. Dann traf der Ex-Heidenheimer Arijon Ibrahimovic für die Bayern per Foulelfmeter zum erneuten Ausgleich (47.), ehe Díaz und Brown die Partie noch vollends zugunsten der Münchner drehten.

Überschattet wurde der Bayern-Sieg allerdings vom erneuten Schock um Musiala. Wenn in diesem Sport so etwas passiere, würden alle verstehen, «dass Fußball die schönste Nebensache der Welt ist und dass es um was ganz anderes geht», sagte Eberl. «Das ist ein gutes Zeichen. Das gibt mir ein gutes Gefühl, dass wir als Gesellschaft dann eben auch zusammenstehen.»

Quelle: dpa

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