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Schneedepots sollen den Start in die neue Wintersport-Saison erleichtern. — © Sabine Dobel/dpaSabine Dobel/dpaWinterfreuden

Hoffen auf Schnee: Bald startet die Wintersportsaison

Die Alpen zeigten sich dieser Tage schon weiß überzuckert - und bald können Wintersportler wieder ihre Schwünge auf deutschen Pisten ziehen. Dabei müssen sie sich jedoch auf höhere Preise einstellen. Der Tagesskipass kostet in den deutschen Skigebieten nach Angaben des Verbandes Deutscher Seilbahnen (VDS) durchschnittlich 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach dem heißen Sommer hoffen Liftbetreiber und Wintersportorte nun auf Minusgrade und Schnee. Je nach Wetterbedingungen wollen die meisten Gebiete bis Mitte Dezember in die Saison starten. Einige Betreiber haben feste Termine anvisiert, für alle von den Mittelgebirgen bis zu den Alpen gilt laut VDS: Sobald es Temperaturen und Schneelage zulassen, geht es los.

Frühstart an Zugspitze - und vielleicht im Sauerland 

An der Zugspitze als Deutschlands höchstem Berg dürfte es wahrscheinlich als Erstes losgehen. Dort soll der Betrieb am 27. November starten. Im Dezember soll das Gebiet Garmisch-Classic folgen. «Unser Ziel ist es, zu den Weihnachtsferien ein möglichst breites Angebot zu bieten», sagt der Sprecher der Bayerischen Zugspitzbahn, Klaus Schanda.

Auch die OK Bergbahnen im Gebiet Oberstdorf und Kleinwalsertal im Allgäu visieren mit der Söllereckbahn einen frühzeitigen Skibetriebsstart an. Unter anderem am Fellhorn und an der Kanzelwand ist der 4. Dezember angestrebt, das Nebelhorn will am 12. Dezember loslegen. Die Alpenbahnen Spitzingsee und die Brauneck-Bergbahn starten voraussichtlich am 5. Dezember in die Saison. 

Früh dran ist man auch im Sauerland: Das Skiliftkarussell Winterberg hat für die Schneeproduktion technisch aufgerüstet und peilt den Start der ersten Lifte Ende November oder Anfang Dezember an. Die Wurmbergseilbahn im Harz nimmt ihre Lifte und Pisten zum 26. Dezember 2026 in Betrieb. 

Regen statt Schnee: Wieder schließt ein Skigebiet 

Die Zukunft niedriger gelegener kleinerer Skigebiete bleibt angesichts des Klimawandels ungewiss. Nach 15 Jahren Winterbetrieb wird in dieser Saison am Kolben in Oberammergau die Piste nicht mehr präpariert. «Wir geben den Ski- und Schlittenbetrieb mit der technischen Beschneiung auf», teilten die Betreiber mit. Ab der Saison 2019/2020 sei jeder Winter ein «Draufzahlgeschäft» geworden. «Die Niederschläge kommen immer mehr als Regen denn als Schnee.» 

Bereits in der vergangenen Saison hatte es am Jenner im Berchtesgadener Land keinen klassischen Skibetrieb mehr gegeben. Die Betreiber reagierten damit nach eigenen Angaben auf die Schneelage der vergangenen Jahre ebenso wie auf die Nachfrage der Gäste - sie sprachen von einer bewussten Zeitenwende.

Hoffen auf gute Saison trotz Klimawandels

Die Branche hofft laut VDS dennoch auf eine ähnlich erfolgreiche Saison wie im Vorjahr, die bis in die Mittelgebirgslagen hinein sehr gute Wintersportbedingungen gebracht habe. Es gab laut Seilbahnverband ein Plus beim Nettoumsatz von 4,14 Prozent auf 137,7 Millionen Euro.

Auch wenn Schneefälle auf sich warten ließen, seien die Unternehmen gut aufgestellt, hieß es weiter. Viele Liftbetreiber böten parallel oder alternativ zum klassischen Skibetrieb Freizeitangebote wie Winterwanderwege, Rodelstrecken oder Ganzjahresrodelbahnen an. Am Ritzhagen in Willingen etwa sei der neu eröffnete Alpine Coaster «Ritz Racer» ab sofort das ganze Jahr in Betrieb.

Die Preise - und ein Sparangebot

Die Bayerische Zugspitzbahn hebt die Preise um rund zwei Prozent an. Neu: Wer online am Vortag kauft, kann deutlich sparen. Eine Tageskarte kostet am Zugspitzplatt auf dem Gletscher 78 Euro an der Kasse und 70,50 Euro als Online-Ticket am Vortag. Im Vorjahr kostete ein Tagesticket im Skigebiet Zugspitze 69 Euro.

Im Skigebiet Garmisch-Classic steigt der Preis für eine Tageskarte auf 72 Euro an der Kasse und auf 69 Euro online vorab. Die höheren Kosten werden unter anderem mit gestiegenen Energie- sowie Personalkosten begründet. «Unser größter Preistreiber ist die Energie», sagt Sprecher Schanda.

Vor allem an der Zugspitze lohnt sich der Vorabkauf. Denn wenn das Tageslimit von rund 4.500 Gästen erreicht ist, gibt es keine Tickets mehr, wie Schanda erläutert.

Im Skigebietsverbund Alpen Plus mit Brauneck, Sudelfeld und Spitzingsee kostet eine Tageskarte für Erwachsene an der Kasse zwischen 53 und 55 Euro, etwa zwei Euro mehr als im Vorjahr. Auch die OK Bergbahnen im Allgäu heben die Preise an: Das Tagesticket für das Gesamtskigebiet kostet 72,90 Euro, das sind gut vier Euro mehr als im Vorjahr. Im Gebiet Winterberg im Sauerland kostet das Tagesticket 53 Euro. Es ist damit einen Euro teurer als im Vorjahr.

Schnee gebunkert 

Fast überall wird künstlich beschneit - sonst wäre eine einigermaßen verlässliche Skisaison, so hört man immer wieder, nicht mehr machbar.

An der 2.962 Meter hohen Zugspitze ist das anders: Dort setzt man ausschließlich auf natürlichen Schnee. Aber mit einem Trick: Zum Ende der Saison legt die Bayerische Zugspitzbahn Schneedepots an. Pistenraupen schieben den Schnee in Mulden und an schattigen Stellen zusammen - in der Hoffnung, dass möglichst viel davon den Sommer übersteht und zum Saisonstart zum Präparieren der Pisten genutzt werden kann.

Der diesjährige heiße Sommer hat allerdings diesen Schneereserven zugesetzt. «Es ist weniger als die Hälfte von den Depots übrig», sagt Schanda. In kühleren Jahren seien es teils auch zwei Drittel. 

Die Saison soll je nach Gebiet bis zu den Osterferien gehen - an der Zugspitze und am Nebelhorn bei Oberstdorf sogar bis zum 2. Mai.

Quelle: dpa

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