Arabella Nachrichten
Etliche Polizisten suchten in dem Naturschutzgebiet nach Spuren einer Großkatze, zunächst vergeblich. — © Felix Kirberg/dpaFelix Kirberg/dpaRaubkatzen-Alarm

Polizei sucht mutmaßlichen Puma mit Hubschrauber

In der Nähe des Münchner Flughafens streift möglicherweise eine Raubkatze durch ein Naturschutzgebiet. Die Behörden glauben, dass es sich um einem Puma handeln könnte. Am Nachmittag startete die Polizei eine großangelegte Suchaktion in der Gegend, zunächst aber ohne Erfolg. In der Nacht zum Donnerstag soll die Suche mit einer Wärmebildkamera fortgesetzt werden.

Am späten Dienstagabend hatte ein Jäger den Angaben zufolge mit seinem Nachtsichtgerät ein verdächtiges Tier gesehen und vermutet, dass es eine Großkatze sein könnte. Er erstellte auch Videoaufnahmen, die danach ausgewertet wurden. «Die gefertigten Bildaufnahmen wurden noch in der Nacht einem Experten vorgelegt, der davon ausgeht, dass es sich bei dem Tier um einen Puma handeln könnte», berichtete die Polizei.

Das Tier wurde von dem Jäger im Notzingermoos in der oberbayerischen Gemeinde Oberding gesehen. Das Naturschutzgebiet liegt im Landkreis Erding, nur wenige Kilometer vom Flughafen München entfernt.

Laut Landratsamt ist allerdings weiterhin ungewiss, ob es sich tatsächlich um einen Puma handelte. Die Bilder würden in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten weiter analysiert. «Nach wie vor ist nicht klar, um welche Tierart es sich handelt», betonte die Kreisbehörde.

Suchmaßnahmen laufen – bislang vergeblich

Nach Angaben der Polizei sind umfangreiche Maßnahmen zur Ermittlung der Herkunft des Tieres veranlasst worden. Es werde versucht, in dem weitläufigen Waldgebiet Hinweise auf den Aufenthaltsort der Katze zu erhalten. Die Beamten setzten dafür zahlreiche Einsatzkräfte am Boden und in der Luft ein.

Mit Hilfe eines Polizeihubschraubers sowie zusätzlicher Drohnen wurde das Gebiet von oben abgesucht. Außerdem waren etliche Polizisten vor Ort. Diese hätten nach Hinterlassenschaften oder gerissenen Tieren gesucht, sagte eine Polizeisprecherin am frühen Abend. «Aber wir haben letztendlich bislang keine Spuren gefunden.»

In den Nachtstunden soll nun erneut eine Drohne schwerpunktmäßig in dem Gebiet suchen, wo der Jäger seine Beobachtung gemacht hat. Die Beamten hoffen, dass das gesuchte Tier dann zurückkommt und mittels Wärmebildtechnik aufgespürt werden kann.

Woher die Katze stammen könnte, ist nach Angaben einer Sprecherin des Landratsamtes in Erding völlig unklar. Ein möglicher Halter sei nicht bekannt. Derzeit gebe es auch keine Erkenntnisse über einen Zirkus mit Raubkatzen, der in der Gegend gastiert.

In der Vergangenheit gab es oft falschen Raubkatzen-Alarm

Die Kreisbehörde rief die Bevölkerung zur Vorsicht auf. Wer das Tier sehe oder andere Erkenntnisse über den Aufenthaltsort habe, soll sich sofort bei der Polizei in Erding melden. Die Menschen in der Region wurden aufgerufen, Hunde nicht frei laufen zu lassen. «Und lassen Sie kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt spielen», informierte das Landratsamt auf Facebook.

In mehreren vergangenen Fällen in Deutschland hatten sich vermeintliche Raubkatzen-Sichtungen als harmlos herausgestellt. 2023 suchten Polizei und Jäger in Kleinmachnow bei Berlin rund 30 Stunden nach einer Löwin – am Ende war es höchstwahrscheinlich ein Wildschwein. 2025 sorgte ein vermeintlicher Puma am Geiseltalsee in Sachsen-Anhalt für eine große Suche; ein Experte hielt das Tier später für eine Hauskatze. Mehrfach entpuppten sich vermeintliche Raubtiere zudem als Stofftiere, etwa in Cuxhaven und Frankfurt.

Quelle: dpa

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