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Kompany steht laut Uli Hoeneß vor der Rückkehr auf die Trainerbank. (Archivbild) — © Karl-Josef Hildenbrand/dpaKarl-Josef Hildenbrand/dpaRekordmeister in Mainz

Neuer-Schock und Kompany-Hoffnung: Bayern rückt zusammen

Neben der nächsten Hiobsbotschaft durch Manuel Neuer gab es beim FC Bayern München auch eine freudige personelle Nachricht - und auf die hatten alle im Verein sehnlichst gewartet. Chefcoach Vincent Kompany wird nach seiner Hirnhautreizung laut Einschätzung von Uli Hoeneß schon bald ins Training zurückkehren. «Nach der Länderspielpause jetzt in zwei, drei Wochen wird er wieder auf der Bank sitzen», sagte der Ehrenpräsident des Fußball-Rekordmeisters in der Sendung «Sonntags-Stammtisch» des Bayerischen Rundfunks.

Der Belgier Kompany war vor gut zwei Wochen an der Säbener Straße zusammengebrochen und ins Krankenhaus gekommen. In seiner Abwesenheit zeigte sein Team jedoch eine bemerkenswerte Resilienz, die auch durch andere Rückschläge wie der erneuten Verletzung von Torwart Neuer auf die Probe gestellt wurde. «Man merkt, dass es schon ein besonderer Haufen ist, der da drinsitzt», sagte DFB-Kapitän Joshua Kimmich nach dem 2:1-Sieg beim FSV Mainz 05 mit Verweis auf die Münchner Kabine.

«Manuel gibt Schmerzen ohnehin nicht so zu»

Trotz schwieriger Rückschläge gehen die Bayern als Tabellenführer in die Länderspielpause. Danach dürfte Kompany, der laut Hoeneß eine Grippe verschleppt und «einfach zu viel gearbeitet» habe, wieder dabei sein. Neuer wird aber vorerst nicht wieder zwischen den Pfosten stehen: Der Torwart zog sich in Mainz einen Sehnenteilriss im rechten Fuß zu, wie der Club bekannt gab. 

Joshua Kimmich hatte schon am Samstag Böses geahnt. «Manuel gibt Schmerzen ohnehin nicht so zu. Wenn er dann mal rausgeht, ist es leider wahrscheinlich etwas Ernsthaftes», hatte der DFB-Kapitän gesagt. Auch die Worte von Sportvorstand Max Eberl klangen skeptisch: «Es ist das, was schon vorher am Fuß war. Das ist jetzt wieder aufgetreten. Wir hoffen, dass es nicht so schlimm ist.» Diese Hoffnung wurde nicht erfüllt. 

Wieder der Fuß. Schon nach dem 2:0 bei Atlético Madrid hatte der Weltmeister-Torhüter von 2014, der zuvor drei Spiele aussetzen musste, eingeräumt: «Ich habe jeden Tag Schmerzen beim Gehen gehabt. Auch heute Morgen nach dem Aufstehen.» In Mainz musste Neuer unmittelbar vor der Pause vom Rasen und wurde durch Jonas Urbig ersetzt. 

Neuers Rekordspiel - und Hamanns Kritik 

Dabei hatte sich Neuer mit 40 Jahren und 225 Tagen gerade zum ältesten Bundesliga-Spieler der Bayern gekürt. Er löste nach Angaben des Datenanbieters Opta den früheren Schlussmann Bernd Dreher (40 Jahre und 198 Tage) ab. In der Ligawertung liegt er aber deutlich hinter Uli Stein und Toni Schumacher, die mit mehr als 42 Jahren noch zwischen den Pfosten standen.

Sky-Experte und Ex-Bayern-Profi Dietmar Hamann stieß gleich mal eine Grundsatz-Debatte an. «Die Bayern müssen irgendwann eine Entscheidung im Sinne des Vereins treffen. Wenn du alle zwei Wochen einen anderen Torwart im Tor stehen hast, gibt das der Mannschaft und der Verteidigung natürlich keine Sicherheit.» Auf eine Frage in diese Richtung reagierte Eberl in der Interviewzone aber erst gar nicht. 

Spätes Gegentor ärgert Urbig und Co.

Münchens Sportchef berichtete lieber davon, dass Urbig und die Innenverteidiger Dayot Upamecano und Jonathan Tah wegen des Gegentors in der Nachspielzeit durch Phillip Tietz «so ein Gesicht ziehen». Dies sei eine bemerkenswerte Reaktion. 

Eberl lobte auch das Trainerteam um Co-Trainer Aaron Danks, der Kompany seit dessen Zusammenbruch vertritt. Und: «Vor allem die Mannschaft auf dem Platz hat nicht nachgelassen.» Trotz der Ausfälle von Jamal Musiala, Luis Diaz, Serge Gnabry und Ismael Saibari. Die derzeit schwierige Zeit könne das Team - wie nach der Club-WM 2025 mit der Horrorverletzung Musialas - «zusammenschweißen».

Kimmich lobt die Ruhe im Verein

«Ich habe es auch schon mal anders erlebt in meinen elf Jahren. Es ist schon sehr besonders, was die letzten zwei, drei Jahre da zusammengewachsen ist», bestätigte Kimmich. «Es ist schon sehr viel Ruhe im Verein momentan. Das war früher anders: Auch wenn wir erfolgreich Fußball gespielt haben, war's immer unruhig. Da hat man momentan schon das Gefühl, dass irgendwie alles passt.»

Der 31-Jährige erlebte mit seinem Führungstor (14. Minute) einen ganz besonderen Moment. «Ich musste tatsächlich dann sofort an ihn denken. Normal blendend man das ja auf dem Fußballfeld aus», erklärte Kimmich. «Aber momentan ist das eher die schwierigste Phase, wenn man auf dem Platz steht.» Nach dem Tod seines Vaters Berthold (57) hatte er drei Pflichtspiele gefehlt und war vergangenes Wochenende beim 2:2 gegen Borussia Dortmund erstmals wieder dabei.

Harry Kane glänzt als Vorlagengeber

Lennart Karl (57. Minute) traf zudem wie schon in Madrid. Und Harry Kane? Der Ballon d'Or-Gewinner bereitete beide Treffer vor und reist jetzt erst einmal zur englischen Nationalmannschaft. Es war bereits sein achter Assist am neunten Bundesliga-Spieltag. Auch um seinen Toptorjäger wollte Eberl trotz zuletzt ausnahmsweise ausbleibender Treffer folglich keine Diskussion aufkommen lassen: «Ich glaube, dass die letzten 14 Tage für Harry unfassbar emotional waren.»

Quelle: dpa

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