
Salatöl statt Diesel tanken? Bitte nicht! Was hinter dem Social-Media-Gerücht steckt
Immer wieder taucht auf Social Media ein ziemlich wildes Gerücht auf: Man könne einen Diesel einfach mit Salatöl fahren. Klingt nach genialem Spartipp aus dem Supermarkt – ist aber in der Realität vor allem eins: eine ziemlich schlechte Idee.
Warum Salatöl im Tank keine gute Idee ist
Laut ADAC ist das größte Problem der deutliche Unterschied in der Viskosität. Heißt: Pflanzenöl ist zähflüssiger als normaler Diesel. Genau das macht modernen Dieselmotoren zu schaffen.
Die Folgen können sein:
- Startschwierigkeiten
- schlechtere Verbrennung
- weniger Motorleistung
- Ablagerungen in Leitungen und Filtern
- Schäden an Einspritzpumpe und Einspritzdüsen
- im schlimmsten Fall sogar Motorschäden
Besonders moderne Dieselmotoren mit empfindlicher Einspritztechnik sind darauf schlicht nicht ausgelegt. Hersteller geben dafür laut ADAC keine Freigabe.
Aber manche alten Diesel laufen doch mit Pflanzenöl?
Ja, teilweise. Das ist der Kern, aus dem das Gerücht wahrscheinlich immer wieder entsteht.
Auto Motor und Sport schreibt, dass ältere Diesel mit einfacherer Technik grundsätzlich eher mit Pflanzenöl zurechtkommen können als moderne Fahrzeuge. Aber auch da gilt: nicht einfach Supermarkt-Öl reinkippen und losfahren.
Denn wenn Pflanzenöl tatsächlich als Kraftstoff genutzt werden soll, braucht es in der Regel technische Anpassungen. Dazu können gehören:
- modifizierte Einspritzdüsen
- angepasste Glühkerzen
- Vorwärmsysteme
- neue Kraftstoffleitungen
- zusätzliche Filter
- angepasste Motorsteuerung
- bei moderneren Direkteinspritzern teils sogar ein Zwei-Tank-System
Ohne solche Umbauten drohen auch bei älteren Motoren auf Dauer Verschleiß und Schäden.
Supermarkt-Öl tanken ist auch rechtlich ein Problem
Selbst wenn ein Auto technisch irgendwie damit laufen würde: Einfach Speiseöl aus dem Supermarkt in den Tank kippen ist rechtlich nicht okay.
Sowohl ADAC als auch Auto Motor und Sport weisen darauf hin, dass Pflanzenöl als Kraftstoff in Deutschland energiesteuerpflichtig ist. Wer es als Kraftstoff nutzt, wird steuerlich relevant – zuständig ist das Hauptzollamt.
Heißt unterm Strich:
Salatöl aus dem Discounter ist kein legaler Spartrick für den Alltag.
Und was ist mit Heizöl?
Auch dazu gibt es immer wieder Mythen – schließlich sind Diesel und Heizöl chemisch verwandt. Trotzdem ist die Sache klar: Heizöl im Auto ist tabu.
Der ADAC warnt hier sogar doppelt:
1. Es ist gesetzlich verboten
Heizöl wird anders besteuert als Diesel. Wer damit fährt, verstößt gegen geltendes Recht.
2. Es ist auch technisch problematisch
Heizöl hat andere Eigenschaften als Diesel, etwa bei:
- Cetanzahl
- Schmierfähigkeit
- Verbrennungsverhalten
Das kann zu führen zu:
- unvollständiger Verbrennung
- Nageln des Motors
- Leistungsverlust
- mehr Ruß und Emissionen
- stärkeren Ablagerungen
- erhöhtem Verschleiß an Pumpe und Einspritzsystem
Kurz gesagt: Auch Heizöl spart am Ende eher nicht, sondern kann richtig teuer werden.
Gibt es überhaupt sinnvolle Alternativen?
Wenn es ums Sparen beim Tanken geht, sind die sinnvolleren Wege eher:
- sparsame Fahrweise
- richtiger Reifendruck
- unnötiges Gewicht vermeiden
- Preise per Tank-App vergleichen
- prüfen, ob sich das eigene Fahrprofil langfristig mit einem anderen Antrieb besser abdecken lässt
Der Griff zur Speiseölflasche gehört jedenfalls nicht dazu.
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