
Infektionsverdacht - Münchner Tierpark schläfert Robben ein
Eine Infektion mit Mykobakterien lasse sich bei lebenden Tieren «häufig nicht eindeutig nachweisen oder ausschließen», sagte die leitende Tierärztin in Hellabrunn, Christine Gohl. «Deshalb bewerten wir nicht einzelne Testergebnisse, sondern sämtliche Befunde, deren Entwicklung über einen längeren Zeitraum sowie den klinischen Zustand der Tiere.»
Tierpark-Chef: Einschläfern «verantwortungsvollste Lösung»
Die Mähnenrobben einzuschläfern sei nach sorgfältiger Abwägung «die verantwortungsvollste Lösung» gewesen, sagte Tierparkdirektor Rasem Baban.
Der Verdacht, dass sich die Mähnenrobben im Tierpark mit Mykobakterien angesteckt haben könnten, steht laut Zoo schon länger im Raum. Die Bakterien können bei Säugetieren Tuberkulose auslösen. Man habe die Tiere deshalb weder an andere Zoos abgeben noch neue Mähnenrobben aufnehmen können.
Zuletzt lebten deshalb nur noch ein Weibchen und ein älteres Männchen in Hellabrunn. Die toten Tiere sollten noch untersucht werden – die Ergebnisse stünden noch aus, teilte der Tierpark mit.
Was passiert jetzt mit dem Robben-Gehege?
Das Gehege der Mähnenrobben werde jetzt zunächst desinfiziert und gereinigt, sagte eine Sprecherin des Tierparks auf Nachfrage. Erst danach werde der Zoo in die Planung gehen, welche Tiere dort künftig ein Zuhause finden könnten. Wahrscheinlich werde es sich wieder um eine Robbenart handeln, sagte die Tierpark-Sprecherin. Details müssten aber in Ruhe geklärt werden. Vorerst wird das Gehege in der Polarwelt also erst einmal leer stehen.
Quelle: dpa
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