
München rettet Leben: Wie ihr im Notfall per App helfen könnt
Wenn bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand jede Minute zählt, kann schnelle Hilfe den entscheidenden Unterschied machen. Genau hier setzt die Aktion „München rettet Leben“ an: Geschulte Ersthelferinnen und Ersthelfer werden per App alarmiert, wenn ganz in ihrer Nähe ein Notfall passiert. Wir zeigen euch, wie das Projekt funktioniert, wer mitmachen kann und warum es für München so wichtig ist.
Bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand kommt es auf Sekunden an. Schon nach wenigen Minuten ohne Herzdruckmassage drohen schwere Schäden. Zwar sind Rettungsdienst und Feuerwehr in München meist schnell vor Ort, trotzdem vergeht oft wertvolle Zeit. Genau diese Lücke soll „München rettet Leben“ schließen.
Die Idee dahinter ist einfach: Befindet sich ein medizinischer Notfall in eurer Nähe, können registrierte Helferinnen und Helfer über ihr Smartphone alarmiert werden. Sie werden direkt zum Einsatzort gelotst und können schon vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes mit der Wiederbelebung beginnen. Alarmiert wird bei bestimmten Notfällen, etwa bei bewusstlosen Erwachsenen oder Kindern sowie bei Reanimationen. So wird das sogenannte therapiefreie Intervall verkürzt - also die Zeit, in der noch keine Hilfe geleistet wird.
So funktioniert das Projekt in München
„München rettet Leben“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Landeshauptstadt München, des Rettungszweckverbands München, der Integrierten Leitstelle, des Landkreises München und des ANR. Der Alarmierungsstart war am 1. September 2021. Inzwischen sind bereits viele Freiwillige im Einsatz.
Mitmachen können aktuell nicht einfach alle, sondern Menschen mit fundierten Kenntnissen in Erster Hilfe und Wiederbelebung. Dazu gehören zum Beispiel Rettungsdienstmitarbeitende, Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Polizistinnen und Polizisten, Sanitäterinnen und Sanitäter, Medizinstudierende sowie betriebliche Ersthelfer. Seit Sommer 2024 gehören in einer weiteren Phase auch Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter dazu. Langfristig ist geplant, das Projekt noch weiter zu öffnen.
Wer teilnehmen möchte, registriert sich zunächst im Portal von „Mobile Retter“, lädt den Qualifikationsnachweis hoch und schaut sich die Online-Informationen für München an. Ein zusätzliches Vor-Ort-Training ist derzeit nicht nötig. Wichtig ist aber, die Teilnahmebedingungen zu unterschreiben und einzureichen. Erst danach wird die Freischaltung abgeschlossen.
Warum Mitmachen so wichtig ist
Das Projekt lebt von Menschen, die ihr Wissen auch außerhalb ihres Berufs oder Alltags einsetzen wollen. Niemand muss dabei rund um die Uhr verfügbar sein. In der App könnt ihr selbst festlegen, wann ihr alarmierbar seid, und euch jederzeit an- oder abmelden. Wenn ihr eine Anfrage ablehnt, hat das keine Nachteile - dann sucht das System einfach nach der nächsten verfügbaren Person in der Nähe.
Gut zu wissen: Die Teilnahme ist ehrenamtlich, also unbezahlt. Teilnehmende sind laut Projektangaben aber auf dem Weg zum Einsatz und während der Maßnahme gesetzlich unfallversichert. Außerdem gibt es einen Schutz über eine Haftpflichtabsicherung. Wer einen Alarm annimmt, bekommt für diesen konkreten Einsatz direkt in der App einen Ausweis angezeigt.
Unterm Strich ist „München rettet Leben“ ein Projekt, das aus Nähe echte Hilfe macht. Wer vorbereitet ist und im richtigen Moment alarmiert wird, kann genau dann da sein, wenn jede Minute zählt.
Die wichtigsten FAQs zu „München rettet Leben“
- Wer kann aktuell mitmachen? Menschen mit medizinischer oder vergleichbarer Qualifikation, zum Beispiel aus Rettungsdienst, Pflege, Medizin, Feuerwehr, Polizei oder als betriebliche Ersthelfer.
- Muss ich ein zusätzliches Training machen? Aktuell nein. Für München reicht laut Projekt die Online-Information plus unterschriebene Teilnahmebedingungen und Qualifikationsnachweis.
- Wann werde ich alarmiert? Bei bestimmten Einsatzbildern, etwa bewusstlosen Erwachsenen oder Kindern sowie Reanimationen.
- Muss ich immer erreichbar sein? Nein. Ihr legt in der App selbst fest, wann ihr verfügbar seid.
- Werde ich bezahlt? Nein. Die Teilnahme ist ehrenamtlich.
- Bin ich versichert? Ja. Laut Projekt besteht gesetzlicher Unfallschutz während des Einsatzes und auf dem Weg dorthin. Zusätzlich gibt es eine Haftpflichtabsicherung.
- Ab welchem Alter ist eine Teilnahme möglich? Ab 18 Jahren.
- Welche App brauche ich? Die „Mobile Retter“-App für iOS und Android.
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