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Menschen mit gesundheitlichen Problemen wollen besonders oft vorzeitig in den Ruhestand gehen. (Symbolbild) — © Stefan Sauer/dpaStefan Sauer/dpaArbeitsleben

Umfrage: Hälfte aller Bayern will vorzeitig in Rente gehen

Fast die Hälfte aller Beschäftigten in Bayern will einer Umfrage zufolge vorzeitig in Rente gehen. Demnach planen 47 Prozent einen vorgezogenen Ausstieg aus dem Erwerbsleben. 31 Prozent möchten bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter arbeiten, neun Prozent darüber hinaus. Wie die repräsentative Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK ergab, steigt der Anteil derjenigen, die vorzeitig mit dem Arbeiten aufhören wollen, mit höherem Alter sowie mit schlechterem Gesundheitszustand.

«Viele ältere Beschäftigte möchten aus dem Berufsleben ausscheiden, weil die gesundheitlichen Belastungen zunehmen», erläuterte DAK-Landeschef Rainer Blasutto. So möchten 53 Prozent der über 50-Jährigen – und damit gut jede und jeder Zweite – früher in Rente gehen. Bei den Jüngeren sind es nur 44 Prozent.

Gesundheit hat starken Einfluss

Auch zeigt sich ein deutlicher Einfluss des individuellen Gesundheitszustands: Während über alle Altersgruppen hinweg nur 45 Prozent der Fitten vor dem gesetzlichen Rentenalter aufhören wollen, sind es bei denjenigen mit gesundheitlichen Problemen 58 Prozent. Bei ihnen erfordert es die finanzielle Situation jedoch besonders oft, dass sie möglichst lange arbeiten. 

Dies geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport «Arbeiten ab 50» hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorab vorlag. Darin heißt es auch, dass die Älteren neben einer guten Bezahlung und der Anpassung der Arbeitsbedingungen vor allem auch Wertschätzung als wichtiges Kriterium für ein langes Verbleiben im Berufsleben sehen. Zugleich erfährt diese Altersgruppe aber nur gut zur Hälfte zumindest tendenziell ein hohes Maß an Anerkennung durch Vorgesetzte.

Ältere seltener, aber länger krankgeschrieben

Neben der repräsentativen Umfrage ergab eine Auswertung der Versichertendaten der Kasse, dass über 50-Jährige zwar deutlich seltener, aber dafür jeweils länger krankgeschrieben sind, was insgesamt zu mehr Fehltagen führt. So sammelten sich im Jahr 2025 pro versichertem Erwerbstätigem über 50 Jahren im Schnitt rund 24 Fehltage an – bei den Jüngeren hingegen nur 15.

In der älteren Gruppe liegt Bayern dabei mit einem Krankenstand von 6,6 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 7,4 Prozent. Doch auch hier zeigt sich, dass ab Anfang/Mitte 50 auffällig viele Fehlzeiten dazukommen. Ab dem Alter von 64 Jahren liegt der Krankenstand der im Freistaat Beschäftigten im Schnitt bei neun Prozent – das heißt, dass an jedem Tag neun von 100 Arbeitnehmer in diesem Alter krankgeschrieben sind. Bei den über 67-Jährigen sinkt der Wert wieder rapide, weil nur überwiegend Gesunde im Job verbleiben.

Die Bundesregierung plant aktuell, das gesetzliche Renteneintrittsalter anzuheben. Derzeit liegt dieses je nach Jahrgang zwischen 65 und 67 Jahren; wer 45 Beitragsjahre vorweisen kann, darf ohne Abschläge etwas früher gehen. Künftig soll die Regelaltersgrenze an die steigende Lebenserwartung angepasst und voraussichtlich alle zehn Jahre um sechs Monate angehoben werden.

Im Auftrag der DAK hatte das Iges Institut eine repräsentative Forsa-Umfrage unter gut 1.000 bayerischen Beschäftigten – darunter die Hälfte über 50 Jahren – aus dem November 2025 ausgewertet. Hinzu kamen die Arbeitsunfähigkeitsdaten der 337.000 bayerischen Versicherten der Kasse, die aufgrund der breiten Datenbasis ebenfalls als repräsentativ gelten.

Quelle: dpa

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