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Arabella Tipps
 — © © Bild: Carolin Thiergart© Bild: Carolin ThiergartZeitgenössischer Zirkus in der Pasinger Fabrik

Wenn aus Einzelteilen Magie entsteht: Das ZirkusLAB präsentiert „Fragmente“

Vergesst klassische Manegen und rote Clownsnasen. In der Pasinger Fabrik erlebt ihr im November modernen Zirkus, der unter die Haut geht. Die neue Produktion „Fragmente“ verbindet kraftvolle Akrobatik, zeitgenössischen Tanz und emotionale Musik zu einem besonderen Bühnenerlebnis für die ganze Familie.

Es gibt Abende, an denen man einfach nur staunen möchte. Wenn die Tage im November kürzer und grauer werden,öffnet die Pasinger Fabrik ihre Türen für eine Welt voller Bewegung, Energie und Poesie. Mit dem Projekt „ZirkusLAB“ hat das Kulturzentrum im Münchner Westen einen festen Ort für zeitgenössischen Zirkus geschaffen. Schon im vergangenen Jahr sorgte die erste Reihe für elf komplett ausverkaufte Vorstellungen in der Wagenhalle. Jetzt geht das kreative Labor in die zweite Runde. Vom 6. bis zum 22. November könnt ihr dort die neue Show „Fragmente“ erleben.Hinter dem Konzept steht ein echtes Urgestein der Szene: Der künstlerische Leiter Werner Buss prägte fast drei Jahrzehnte lang als Direktor die bekannten GOP Varieté-Theater und gestaltete unter anderem das „Festival du Cirque“ auf dem Winter-Tollwood. Für das ZirkusLAB bringt er nun junge Münchner Nachwuchstalente mit erfahrenen internationalen Profis auf eine gemeinsame Bühne.

 — © © Bild: Martin Fink© Bild: Martin Fink
 — © © Bild: Simone Bredice© Bild: Simone Bredice

Die Schönheit des Unvollständigen: Tanz trifft auf Hochleistungsakrobatik

Doch worum geht es bei „Fragmente“ eigentlich? Die Show ist eine Liebeserklärung an das Unvollständige und Mutige. Statt Unterschiede glattzubügeln, feiern die Künstler genau das, was sie einzigartig macht. Jede Darbietung steht zunächst für sich allein – wie ein kleines Universum aus Klang, Körperbeherrschung und Gefühl. Im Laufe der 75-minütigen Show fügen sich diese losen Puzzleteile dann zu einem großen gemeinsamen Bild zusammen. Für diesen fließenden Übergang sorgen die Regisseurin Julia Sophie Ladner und Co-Choreografin Karin Paulsburg. Die beiden Münchnerinnen leiten direkt vor Ort in Pasing die „Stonebite Studios“, eine Schule für Tanz und Artistik. Gemeinsam mit ihrem Ensemble bringen sie atemberaubende Luftartistik am Vertikaltuch und am Luftring auf die Bühne. Ihr seht Tänzerinnen, die scheinbar schwerelos über den Köpfen des Publikums schweben und dabei Geschichten ganz ohne Worte erzählen.

Von Breakdance bis zum Cyr-Wheel: Das erwartet euch auf der Bühne

Der besondere Reiz von „Fragmente“ liegt in den starken Kontrasten. Auf ruhige, fast schwebende Momente folgt pure Dynamik am Boden. Da ist zum Beispiel B-Boy Gohan. Der gebürtige Peruaner lebt heute in München und mischt seinen rasanten Breakdance-Stil aus der Street-Kultur mit modernem Tanz und präziser Handstandkunst. Ganz anders, aber ebenso faszinierend, bewegt sich der erst 20-jährige Münchner Niko Chatzoglou. Er hat gerade seine Ausbildung an der Staatlichen Artistenschule in Berlin abgeschlossen und beherrscht als Kontorsionist die Kunst, seinen Körper in schier unmögliche Richtungen zu biegen.

Auch das Spiel mit ungewöhnlichen Requisiten kommt nicht zu kurz: Der Italiener Simone Bredice wirbelt in einem einzelnen großen Metallreifen, dem sogenannten Cyr-Wheel, durch den Raum. Und die Münchnerin Daniela Maier kombiniert an der „Flying Pole“ – einer frei schwebenden Stange – sowie im einhändigen Handstand höchste Körperspannung mit tanzenden Hula-Hoop-Reifen.

Ob ihr zu zweit einen inspirierenden Kulturabend verbringen wollt oder einen Ausflug mit Kindern und Großeltern plant: „Fragmente“ holt jede Generation ab. Da die Plätze in der Pasinger Fabrik im letzten Jahr extrem schnell vergriffen waren, lohnt sich ein früher Blick in den Vorverkauf. Sichert euch eure Karten am besten direkt vorab, lehnt euch zurück und lasst euch von dieser besonderen Mischung aus Sport und Kunst verzaubern.

 — © © Bild: Martin Fink© Bild: Martin Fink
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