Renato Sanches vom FC Bayern München. Foto: Peter Kneffel/Archiv
17.07.2017

FC-Bayern: Planungen zu Lewandowski und Sanches

Der portugiesische Fußball-Europameister Renato Sanches bleibt beim FC Bayern München ein heißer Wechselkandidat. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bestätigte zum Auftakt der Asienreise des deutschen Rekordmeisters ein Interesse des AC Mailand an einer Ausleihe des 19 Jahre alten Mittelfeldspielers. Die Vereine konnten sich aber in einem ersten Anlauf nicht einigen. Neben einem Leihgeschäft könnte sogar ein Verkauf von Sanches ein Thema werden.

«Wir sind nicht weitergekommen», sagte Rummenigge zu den Gesprächen nach einer Kontaktaufnahme seitens des AC Mailand vor wenigen Tagen. «Ich habe den Eindruck, der AC Milan ist nicht bereit, zumindest die wirtschaftlichen Forderungen, die wir haben, zu erfüllen. Und solange wird sich da auch nichts tun», äußerte Bayern-Chef Rummenigge vor dem Abflug der Münchner Mannschaft am Sonntagabend nach Shanghai.

Der als Ausnahmetalent gehandelte Sanches war vor einem Jahr für die beachtliche Ablöse von 35 Millionen Euro von Benfica Lissabon zum FC Bayern gewechselt. In der ersten Saison kam er in der Bundesliga nur auf 17 Einsätze, die meisten davon als Einwechselspieler. Sein Vertrag in München läuft noch langfristig bis zum 30. Juni 2021.

Auf der Asienreise steht Sanches unter besonderer Beobachtung. Er soll sich in den hochkarätigen Testspielen gegen den FC Chelsea, FC Arsenal, Inter Mailand und den an ihm interessierten AC Mailand empfehlen. Sanches wurde direkt nach seinem Urlaub mitgenommen, «um in den Spielen seine Qualitäten zu zeigen», wie Rummenigge sagte.

Eine Entscheidung über die Zukunft des Jungprofis muss bis zum Ende der Transferfrist am 31. August fallen. «Wenn wir der Meinung sind, er kommt bei uns nicht auf ausreichend Minuten, dann sind wir bereit, ihn auszuleihen oder im Zweifelsfall auch abzugeben. Er ist ein Spieler, der jetzt kontinuierlich Fußball spielen muss», äußerte Rummenigge.

FC Bayern holt keinen Lewandowski-Ersatz

Nach der Verpflichtung von WM-Torschützenkönig James Rodríguez für die Offensive sieht der FC Bayern München keinen Bedarf für einen echten Ersatzmann für Mittelstürmer Robert Lewandowski. Im Kader fehle kein Backup für den Mittelstürmer, erklärte Karl-Heinz Rummenigge zum Auftakt der Asienreise des deutschen Fußball-Meisters am Sonntagabend.

«Wir sind uns da mit dem Trainer einig, dass wir da nichts machen wollen», sagte der Vorstandsvorsitzende am Münchner Flughafen vor der Abreise zur ersten Station nach Shanghai. «Robert macht pro Jahr 90 bis 95 Prozent aller Spiele», erläuterte der Bayern-Chef. Wenn der polnische Weltklasseangreifer dann mal zwei, drei Spiele nicht zur Verfügung stehe, sei das nicht weiter problematisch. Zudem gebe es keinen Stürmer mit großer Qualität, der sich für zwei, drei Einsätze in der Saison das übrige Jahr auf die Ersatzbank setze.

Aus Sicht der Vereinsführung verfügt der Rekordmeister in seinem Kader zudem in Nationalspieler Thomas Müller über einen Spieler, der Lewandowski im Bedarfsfall ersetzen könne. «Ich möchte daran erinnern, dass die deutsche Nationalmannschaft auf dieser Position mit Thomas Müller 2014 immerhin Weltmeister geworden ist», begründete Rummenigge. Der 27-jährige Müller sei eine «echte Alternative» zum ein Jahr älteren Lewandowski.

Der für zwei Jahre von Real Madrid ausgeliehene Kolumbianer James (26) kann in der Offensive auf allen Positionen hinter der zentralen Spitze eingesetzt werden.


dpa-infocom

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