Gefälschte Banknoten beim Landeskriminalamt in München. Foto: Matthias Balk/Archiv
21.09.2018

Achtung, Falschgeld auf der Wiesn!

Das Oktoberfest lockt auch in diesem Jahr nicht nur zahlreiche Gäste aus aller Welt in die Landeshauptstadt, sondern bietet auch Falschgeldverbreitern eine ideale Möglichkeit, ihre Falsifikate an den Mann zu bringen. Das enorme Besucheraufkommen auf dem Oktoberfest und auch im Handel und der Gastronomie im Münchner Stadtgebiet bietet Falschgeldverbreitern eine relativ komfortable Möglichkeit, um ihre qualitativ mehr oder weniger guten Fälschungen unbehelligt in Umlauf zu bringen.

Den Tätern kommt dabei auf dem Oktoberfest zugute, dass gerade das Bedienungs- und Verkaufspersonal unter enormer Beanspruchung steht und deshalb bei der Bargeldannahme oft nicht die Aufmerksamkeit aufwenden kann, die erforderlich wäre. Dies hat zur Folge, dass das Falschgeld erst bei der Abrechnung nach Geschäftsschluss bzw. bei der späteren Bankeinzahlung erkannt und angehalten wird.

Neben dem finanziellen Schaden für den „gutgläubigen Letztbesitzer“ (auch für unwissentlich erhaltenes Falschgeld gibt es keinen Ersatz) bedeutet dies, dass für die Polizei in solchen Fällen die Ermittlungsmöglichkeiten erschwert sind und die Falschgeldverbreiter ihr Unwesen weiter betreiben können. Derzeit werden hauptsächlich falsche 50 und 20 €-Noten verbreitet, die überwiegend aus Süditalien stammen oder in Darknetmarktplätzen käuflich erworben wurden.

Dennoch ist es möglich, Falschgeld auch ohne technische Hilfsmittel zu erkennen. Für eine schnelle und sichere Echtheitsprüfung bei Euro-Banknoten rät Artur Neuerburg, Leiter der Falschgeldzentralstelle des Bayerischen Landeskriminalamtes, Folgendes:

Fühlen

Fahren sie mit dem Zeigefinger über den Schriftzug mit den fünf Abkürzungen für die Europäische Zentralbank. Die Kürzel BCE, ECB, EZB, EKT, EKP oben auf der Vorderseite sind ganz leicht erhaben. Etwas hervorgehoben sind auch die Streifen an den Rändern. Zudem ist die Qualität des Papiers eine besondere. Fühlt es sich komisch an, etwa dünner oder nicht so fest, kann das ein Zeichen für Falschgeld sein. Das spüren nicht nur Experten. Sie haben schließlich jeden Tag Geld in der Hand.

Sehen

In jedem Schein sind mehrere sichtbare Merkmale eingearbeitet. So wird beispielsweise die Wertzahl- auf der Vorderseite oben links- erst im Gegenlicht vollständig sichtbar. Flach auf dem Tisch liegend sind nur ein paar gebogene Balken zu erkennen. Darunter sind Wasserzeichen eingearbeitet, die man auch fast nur im Gegenlicht sieht. Dabei handelt es sich immer um ein Bauwerk und die Wertzahl.

Kippen

Wenn Sie die Banknote kippen, verändern einige Merkmale je nach Betrachtungswinkel ihre Motive und Farbe. Die Wertzahl auf der Vorderseite erscheint durch leichtes Kippen in smaragdgrünem Schimmer – als so genannte Smaragdzahl. In der Mitte der Banknote erscheint der Sicherheitsfaden als dunkler Streifen.

Was ist zu tun, wenn man Falschgeld bekommen hat?

Sollten Sie mit Falschgeld konfrontiert werden, gibt Ihnen das Bayerische Landeskriminalamt folgende Verhaltensempfehlungen: 


Bayerisches Landeskriminalamt

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