Sven Hoppe/dpa
02.02.2026

Bus, Tram, U-Bahn: Warnstreik im ÖPNV für Montag angekündigt

Am Montag wird der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Bayern streiken. Die Gewerkschaft ver.di hat nach dem letzten Verhandlungstreffen die Eskalation angekündigt, und nun steht der Termin fest. Vor allem Großstädte wie München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt sind die Schauplätze der Aktionen.

Vom Streik sind betroffen

Busse, U-Bahnen und Trams. Von den Auswirkungen sind schätzungsweise 9.000 Beschäftigte betroffen, die unter den Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N) fallen.

S-Bahnen sowie der Bahnbetrieb der DB sind davon nicht betroffen.

Streik-Ticker – hier fährt wieder etwas:

+++ Update 3:30, 03.02.26 +++

Mit Betriebsbeginn gehe es laut MVG wieder ganz normal los.

+++ Update – 17:45 Uhr +++

Tram:

Die Linie 20 (Karlsplatz/Stachus – Moosach Bf.) fährt alle 10 Minuten. Der Betrieb ist derzeit bis ca. 20 Uhr sichergestellt.
Alle anderen Linien sind weiter außer Betrieb.

Bus: 

Nach wie vor sind auf allen Linien Fahrzeuge im Einsatz. Allerdings kommt es aufgrund der Verkehrslage zu großen Unregelmäßigkeiten.
Auf diesen Linien fahren die Busse zumeist alle 20 bis 30 Minuten: X30, X35, X36, X80, 50, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58/68, 59, 60, 62, 63, 132, 135, 142, 143, 145, 150, 151, 153, 154, 157, 160, 161, 162, 164, 168, 174, 176, 180, 181, 182
Auf diesen Linien fahren die Busse in größeren Abständen, teilweise nur alle 40 Minuten oder stündlich: 100, 130, 134, 136, 139, 140, 141, 144, 149, 155, 158, 159, 163, 165, 166, 167, 170, 171, 172, 173, 175, 177, 178, 179, 183, 184, 185, 186, 187, 188, 189, 190, 191, 192, 193, 194, 195, 196, 197, 198, 199

U-Bahn: 

Heute kein Betrieb mehr aus Sicherheitsgründen.

Hintergrund und Forderungen im Tarifstreit

Im Zentrum des Tarifstreits stehen neben einer Erhöhung der Gehälter um 668,75 Euro für die Beschäftigten eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit von 38,5 auf 35 Stunden. Ver.di möchte mit diesen Forderungen die Arbeitsbedingungen im Vergleich zum öffentlichen Dienst verbessern und so die Attraktivität der Arbeit in der Branche erhöhen. Katharina Wagner, die verantwortliche Verdi-Frau für den Bereich Busse und Bahnen, betont die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, um langfristig Fachkräfte zu binden.

Konflikte und Reaktionen

Während Ver.di klare Signale von den Arbeitgebern fordert, zeigt sich der Kommunale Arbeitgeberverband Bayern wenig kompromissbereit. Er stellt ein Angebot von 5 Prozent höheren Einkommen über 24 Monate vor, was nach Ansicht von ver.di nicht ausreicht, um die Disparitäten im Lohngefüge zu beheben. Ver.di hat bereits im vergangenen Jahr die Übertragung der Lohnsteigerungen aus dem öffentlichen Dienst auf den ÖPNV gefordert, was von den Arbeitgebern bislang abgelehnt wurde.

Hintergrund

Ver.di strebt an, die Tarifverträge bundesweit anzugleichen, um die Arbeitsbedingungen in der Branche zu stärken. Eine nachhaltige Verkehrswende, so die Gewerkschaft, ist ohne ausreichend qualifiziertes und motiviertes Personal nicht denkbar. Dazu sei eine robuste Finanzierung durch Bund und Länder nötig, die über klamme Kassen der Kommunen hinausweist.

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