Die Erkältungswelle rollt - was hilt wirklich gegen die Viren
08.10.2013, 05:00 Uhr
„Ich hab die Grippe!“ – Zunächst einmal sollten Sie unterscheiden zwischen echter Grippe und einem grippalen Infekt (=Erkältung):
Wenn die Symptome sehr rasch auftreten und mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl verbunden sind: Ab zum Arzt!
Kratzt der Hals, husten und schnupfen Sie vor sich hin: Da sind Sie momentan nicht alleine! Die Erkältungswelle rollt durch München und die Region.
„Kein Problem, ich bin gegen Grippe geimpft!“ – Da unterliegen Sie leider einem Irrtum: Die Impfung schützt vor spezifischen Grippeviren, nicht aber vor den jetzt überall lauernden Erkältungsviren.
„Zieh Dich wärmer an!“ – Sicher kein schlechter Rat beim Blick auf den Wetterbericht, dennoch: Kälte oder kalte Füße allein machen noch keine Erkältung. Allerdings schwächt dauerhafte Kälte das Immunsystem und macht es den Viren daher leichter, anzugreifen.
„Schnell Antibiotika verschreiben lassen“ – Das wird gegen ihre Erkältung nicht viel nützen. Erst wenn Bakterien im Spiel sind, zum Beispiel bei einer richtig schlimmen Halsentzündung (Abstrich beim Arzt machen lassen!), wirken die Antibiotika gegen eben diese.
„Ich nehm Vitamin C, mir passiert nichts.“ – Leider falsch. Nur bei einer extremen Unterversorgung wäre Ihr Immunsystem geschwächt. Die normale Ernährung reicht für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C aus.
„Sauna härtet ab.“ – Kein schlechter Ansatz, aber bitte lange vor der Erkältungszeit! Während einer Erkältung ist es sogar schlichtweg gefährlich, in die Sauna zu gehen, denn die hohen Temperturen können den eh schon geschwächten Körper zusätzlich belasten. Genauso sieht es beim Sport aus, bitte belassen Sie es bei einer Erkältung bei kleinen Spaziergängen, die frische Luft tut den Atemwegen gut. Aber bloß keine Anstrengung!
„Heiße Milch mit Honig hilft immer!“ – Ja, alle warmen Getränke lindern Beschwerden vor allem in Hals und Rachen, Honig ist gleichzeitig entzündungshemmend. Ein Tipp: Den Honig nicht ins kochend heiße Getränk geben, denn da verliert er seine guten Eigenschaften. Was auch noch gut tut: Warmer Holunderbeersaft oder Ingwertee! Das allseits beliebte warme Bier ist dagegen, wie anderer Alkohol und Zigaretten auch, eher kontraproduktiv.
„Ich geh nicht unter Menschen!“ – Ganz so vorsichtig müssen Sie nicht sein, es hilft schon, ein paar Regeln zu beachten:
G’sundheit! Nicht in die Hand niesen oder husten, sondern in den Ellenbogen. Sonst verteilen sie Ihre Viren munter am nächsten Türgriff, an der Haltestange in der U-Bahn oder beim Hände schütteln.
Küssen verboten! Zumindest sollten Sie Ihre Bussis nicht freigiebig verteilen – nicht umsonst haben wir in München nach der Wiesn die höchste Erkältungsrate!
Hochziehen! Auch wenn es nicht sehr ästhetisch ist: Hochziehen ist gesünder als schnäuzen, da durch das Schnäuzen die Viren noch weiter in die Nebenhöhlen verteilt werden.
„In der Ruhe liegt die Kraft“ – Genau! Bei einer gemeinen Erkältung gönnen Sie sich am besten ausreichend Ruhe und Schlaf. Ein wirklich wirksames Gegenmittel hat auch die Pharmaindustrie noch nicht gefunden. Deshalb gilt hier Geduld und die alte Volksweisheit: Drei Tage kommt die Erkältung, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie.