Das Ganze ist ein kurioses Nachspiel einer spektakulären Verhaftung im vergangenen Dezember, als Münchner Ermittler den 34-Jährigen festnehmen wollten. Doch der Mann fuhr nach Angaben der Polizisten mit seinem Auto auf die Beamten zu; diese stoppten ihn, indem sie ihn anschossen. Inzwischen sitzt der gebürtige Münchner wegen vorangegangener Delikte im Gefängnis, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II erläuterte. Zudem liefen aktuell Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes und des bewaffneten Drogenhandels. Dabei flog auch auf, dass der 34-Jährige offenbar unter falscher Identität lebte.
«Schlechter Scherz» – dann kam es noch schlimmer
«Erstmal habe ich gedacht, das ist ein Scherz», schildert Vereinsvorstand Giuseppe Scialdone seine erste Reaktion, als ihn das Landeskriminalamt kontaktierte. Auch die Mannschaft sei geschockt gewesen. «Der war recht unauffällig, hat nicht mit Geld um sich geschmissen oder so», erzählt Scialdone. «Er hat gesagt, er habe ein Fitnessstudio mit einem Partner zusammen, das ist alles plausibel gewesen.»
Doch für den Verein kam es noch härter: Das Kreis-Sportgericht wertete wie in solchen Fällen vorgeschrieben zehn Spiele mit 0:2, weil der Spieler aufgrund seiner falschen Angaben formal nicht einsatzberechtigt war. Nachdem dies für die Verantwortlichen nicht zu erkennen gewesen sei, wurde ausdrücklich auf weitere Sanktionen verzichtet, wie aus einer Mail des BFV an die Vereine der Liga hervorgeht. Schließlich gab es den Spielerpass mit dem falschen Namen schon seit mehreren Jahren, als der Verdächtige Ende 2024 zur Spielervereinigung wechselte.
Für Haidhausen trotzdem eine Katastrophe: Aktuell ist die Mannschaft Tabellenführer in der Kreisliga München 3. 27 Punkte Abzug würde sie auf einen Relegationsplatz katapultieren. Der Verein hat deshalb Revision eingelegt, in wenigen Wochen soll das Verbands-Sportgericht sein Urteil sprechen.