Sie singen, sammeln Spenden und schreiben mit Kreide den Segensspruch «20 C+M+B 15» für «Christus mansionem benedicat» («Christus segne dieses Haus») an die Türen. In mehreren bayerischen Bistümern startete die Sternsingeraktion am Montag, andere folgen am Dienstag.
Für das Erzbistum München-Freising sendete Weihbischof Wolfgang Bischof in Fürstenfeldbruck mehrere hundert junge Menschen aus. Am Nachmittag waren ähnliche Veranstaltungen für das Bistum Regensburg in Amberg und das Bistum Passau in der Drei-Flüsse-Stadt geplant. Die bundesweite Sternsingeraktion steht 2015 unter dem Leitwort «Segen bringen, Segen sein. Gesunde Ernährung für Kinder auf den Philippinen und weltweit». In ganz Deutschland sammelten die Sternsinger vor einem Jahr knapp 45 Millionen Euro für karitative Zwecke weltweit.
Die Geschichte der Sternsinger:
Das Sternsingen geht auf die Erwähnung der Sterndeuter in Mt 2,1 EU zurück. Im sechsten Jahrhundert wurden auf Grund der drei Weihegaben (Mt 2,11 EU) und des Bezuges auf Ps 72 EU drei Personen vermutet. Aus den Sterndeutern wurden im achten Jahrhundert Könige mit den Namen Caspar, Melchior und Balthasar. Diese Könige wurden teilweise auch als Heilige bezeichnet und verehrt. Ihre Reliquien befinden sich seit 1164 im Dreikönigenschrein im Kölner Dom.
Die Ursprünge des Sternsingens liegen vermutlich in den Dreikönigsspielen. Das Sternsingen entwickelte sich unterschiedlich im Norden und Süden Europas.
Im Norden verloren mit dem Beginn des Protestantismus die Klosterschulen ihr Einkommen, da die Regierungen klösterliches Land und Güter an sich nahmen. Die Klosterschüler nutzten in der Not die Gelegenheit, mittels Sternsingen Spenden zu sammeln. In Norwegen ist der Brauch ab 1563 belegt. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Sternsingen in Nordeuropavorrangig von Klosterschülern betrieben. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurde es zunehmend als Form von Bettelei von den Behörden verboten und der Brauch starb vielerorts nahezu aus. In den 1920er Jahren kam das Sternsingen an einzelnen skandinavischen Orten wieder neu auf. Es ist hier vorrangig in Städten, selten auf dem Land, zu finden.
In Mitteleuropa ist das Sternsingen ein traditioneller katholischer Brauch. Aufzeichnungen des Klosters St. Peter in Salzburgbelegen ein erstes Sternsingen im Jahr 1541. Belege für ein Sternsingen finden sich für 1550 in Wasserburg am Inn, 1552 in Laufen, 1569 für das Benediktinerstift Ettal und 1577 für Burghausen. Besonders nach 1560 verbreitete sich das Sternsingen und verband sich dabei mit dem zu dieser Zeit gebräuchlichen Ansingen beim Fest der Heiligen Drei Könige durch Schülerchöre. Gebietsweise war das Sternsingen nur bestimmten Berufsgruppen erlaubt. In Freising hatten dieses Recht die Leinweber, in Laufen die Salzach-Schiffer und im damaligen Münchner Vorort Au die Maurer. In anderen Gegenden gingen arme Kinder und Jugendliche in Eigeninitiative von Haus zu Haus und sammelten Naturalien und Geld für sich und ihre Familien. Da die gesammelten Spenden für Bier in Wirtshäusern verbraucht und das Sternsingen mit größerem Lärm verbunden war, wurde es im Raum Freising am 22. November 1784 per königlich-bayerischen Erlass verboten. Dennoch blieb der Brauch bestehen.
Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es in Deutschland, Österreich und Belgien zentral gesteuerte Sternsingeraktionen. Gesammelt wird meist für Entwicklungshilfeprojekte, die Kindern in Not weltweit helfen.
Quelle: wikipedia.de
29. Dezember 2014, 11:40 Uhr, uk, dpa-infocom