Die Tafeln sammeln Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können, ein – etwa Überproduktion, Lebensmittel mit bald ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum oder zu große Lagerbestände. Abgegeben werden die Waren an Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind.
Im Jahr 2022 hatte der Ansturm hunderttausender Menschen aus der Ukraine, die wegen des russischen Angriffskrieges geflüchtet waren, viele Tafeln an Kapazitätsgrenzen gebracht. 2025 sei die Zahl der Tafelkunden gegenüber dem Vorjahr nur um etwa ein Prozent gestiegen, sagt der Landesvorsitzende.
Lage ist regional unterschiedlich
Einzelne Tafeln im Freistaat versorgten sogar weniger Menschen mit Lebensmitteln als zuvor, da viele ukrainische Geflüchtete inzwischen Deutsch beherrschten und eine gute Arbeit gefunden hätten, berichtet Zilles. Allerdings sei die Lage regional sehr unterschiedlich.
Kurz vor Weihnachten ist immer Hochbetrieb bei den Tafeln, da um diese Zeit besonders viele Spenden eingehen. Deren Aufkommen sei bei den meisten Vereinen zufriedenstellend, wenn auch nicht mehr so hoch wie im Rekordjahr 2023, sagt Zilles. «Einzelne Tafeln sind durch das Wegbrechen von Großspendern in Schwierigkeiten.»
Tafeln müssen hohe Kosten tragen
Ein Großteil der Lebensmittelspenden stamme von Unternehmen, erzählt der Vorsitzende von Tafel Bayern. Finanzielle Zuwendungen kämen oft von Privatleuten. «Wir sind für jede Hilfe dankbar», betont Zilles. Denn obwohl die Arbeit von Ehrenamtlichen erledigt werde, seien hohe Kosten zu stemmen: Miete, Fahrzeuge, Tanken, Versicherungen, Strom, Kühlketten.
Derzeit gehören 171 lokale Tafeln mit etwa 14.000 Ehrenamtlichen und insgesamt 165.000 Kunden dem Landesverband Tafel Bayern e.V. an. Zuletzt sei die Zahl der Helferinnen und Helfer leicht rückläufig, sagt Peter Zilles. «Wenn es darum geht, nach einer großen Lebensmittellieferung einige Stunden lang mitzuhelfen – das klappt immer noch sehr gut.»
Leitungsfunktionen zu besetzen, werde hingegen immer schwieriger. Zilles vermutet, dass das mit der steigenden Arbeitsbelastung zusammenhängt. Doch sich bei einer Tafel zu engagieren, sei eine lohnende Aufgabe: «Die erleichterten Gesichter der Menschen zu sehen, die den Tafelladen verlassen – das gibt einem schon etwas zurück.»