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Extremismus 11.06.2026

Schau am Obersalzberg beleuchtet rechten Terror seit 1945

Von den Morden des NSU bis zu den Anschlägen von Halle und Hanau: Eine Sonderausstellung in der Dokumentation Obersalzberg beschäftigt sich von diesem Freitag (12. Juni) an mit Geschichte, Ideologie und Folgen rechtsterroristischer Gewalt in Deutschland.

Die Wanderausstellung «Rechtsterrorismus. Verschwörung und Selbstermächtigung 1945 bis heute» des Museums Memorium Nürnberger Prozesse spannt den Bogen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Thematisiert werden unter anderem das Oktoberfestattentat von 1980, die Mordserie des NSU sowie jüngere rechtsterroristische Anschläge. 

Das Oktoberfestattentat war mit zwölf Todesopfern der folgenschwerste rechtsextreme Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik - der rechtsextreme Hintergrund wurde über Jahrzehnte verneint. Erst fast 40 Jahre später hielt die Bundesanwaltschaft nach neuen Ermittlungen fest, dass der Täter, der ebenfalls starb, aus einer rechtsextremistischen Motivation handelte. Die Morde der Terrorgruppe «Nationalsozialistischer Untergrund» wurden zuerst als «Dönermorde» bezeichnet - und die vorwiegend türkischen Opfer kriminalisiert.

Opferperspektive

Einen Schwerpunkt bilden nun in der Ausstellung die Perspektiven der Betroffenen. Die Schau beleuchte deren Erfahrungen von Trauer und Trauma sowie den oft langwierigen Kampf um gesellschaftliche Anerkennung, hieß es. Zugleich setzt sie sich kritisch mit dem medialen und juristischen Umgang mit den Taten auseinander.

Die Schau verdeutlicht nach Angaben der Veranstalter auch, dass Rechtsterrorismus kein neues oder auf einzelne Orte begrenztes Phänomen ist, sondern eine wiederkehrende Bedrohung in der deutschen Geschichte darstellt.

Motive und Ideologie 

Ein zentrales Element der Ausstellung sind die ideologischen Motive der Täter und die Analyse des weltanschaulichen Kerns der Taten. Rechtsterrorismus beruht demnach nicht zuletzt auf der Leugnung der Gleichwertigkeit aller Menschen. Die Täter legitimierten ihre Gewalt häufig durch die Vorstellung, das «eigene Volk» vor vermeintlichen Bedrohungen schützen zu müssen. 

Der Terror richte sich dabei nicht nur gegen einzelne Gruppen wie Migranten oder Jüdinnen und Juden, sondern gegen die offene Gesellschaft und ihre demokratischen Strukturen insgesamt.

Historischer Ort Obersalzberg

Die Dokumentation Obersalzberg verbindet den Ort mit der Geschichte des Nationalsozialismus und beleuchtet die Rolle des Obersalzbergs als zweites Machtzentrum des NS-Regimes. Etwa ein Viertel seiner Regierungszeit verbrachte Adolf Hitler im Berghof, dem Zentrum des sogenannten Führersperrgebiets, fünf Gehminuten von der heutigen Dokumentation entfernt. 

Inmitten der spektakulären Berglandschaft machte Hitler nicht nur Ferien, sondern traf in einem Kreis enger Vertrauter Entscheidungen über Verfolgung, Krieg und Völkermord.

Die Dokumentation Obersalzberg war vor knapp drei Jahren erweitert und neu gestaltet wiedereröffnet worden.

Quelle: dpa

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