Armin Weigel/dpa
Schädlinge 09.05.2026

Schwärmflüge haben begonnen - Borkenkäferbäume sofort fällen

Angesichts der ausschwärmenden Borkenkäfer sind Bayerns Forstbesitzer dazu aufgerufen, befallene Bäume umgehend aus dem Wald zu holen. «Wer jetzt konsequent die Borkenkäfer bekämpft, kann entscheidend dazu beitragen, die weitere Ausbreitung im Jahresverlauf wirksam einzudämmen», betonte Siegfried Jäger vom bayerischen Bauernverband. «Ohne rechtzeitige Entnahme einer Borkenkäferfichte werden im Umfeld bis zu zwanzig weitere Fichten befallen. Jede aufgearbeitete und aus dem Wald verbrachte Borkenkäferfichte zählt!»

Nach Angaben der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft zeigen Fangzahlen, dass am verlängerten ersten Mai-Wochenende bei sommerlichen Temperaturen bayernweit und in fast allen Höhenlagen der Hauptschwärmflug der Fichtenborkenkäfer begonnen hat. «Die räumlichen Schwerpunkte des Schwärmgeschehens von Buchdrucker und Kupferstecher liegen derzeit in Oberbayern, Schwaben und am Juraanstieg. Dort ist bereits mit Stehendbefall zu rechnen», bilanzierte die Behörde. 

Schauer helfen kaum - im Gegenteil

Die zwischenzeitlichen Schauer helfen demnach nur geringfügig, die zunehmenden Niederschlagsdefizite abzumildern und den bevorstehenden Trockenstress der Bäume zu lindern. «Jedoch können sie dazu führen, dass bei der Besiedelung der Stämme anfallendes Bohrmehl abgewaschen und verweht wird – und Befallsbäume damit deutlich schwerer zu finden sind», warnte die Landesanstalt.

Große Niederschlagsdefizite und vielerorts leere Bodenwasserspeicher setzen den Fichten laut Bauernverband bereits jetzt stark zu – die Bäume könnten einen Befall dadurch nur bedingt abwehren. «Damit unterscheidet sich die Lage grundlegend vom Vorjahr.» 

Entwicklung der Niederschläge entscheidend

Erst vor rund zwei Wochen hatten die Bayerischen Staatsforsten mitgeteilt, dass Bayerns Wälder heuer besser gegen die Borkenkäferplage gewappnet seien als im gesamten zurückliegenden Jahrzehnt. Allerdings bezogen sich die Experten dabei auf die Schadholzmengen in den staatlichen Wäldern. Dort hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Jahren systematisch versucht, möglichst sämtliche Käferbäume aus dem Wald zu bringen. 

Zugleich hatten die Staatsforsten betont, dass die Entwicklung der Niederschläge entscheidend für die bevorstehende Borkenkäfersaison sein wird. «Eine gute Wasserversorgung der Fichten ist das A und O für deren Widerstandskraft gegen die Angriffe von Borkenkäfern», hieß es. Darüber hinaus ist das Suchen und Finden befallener Bäume in den Herbst- und Wintermonaten enorm wichtig, da die Borkenkäfer zu einem großen Teil unter der Rinde der Bäume überwintern. Wenn die Rinde herunterfällt, wandern die Borkenkäfer in den Boden - und sind nicht mehr greifbar.

Nicht nur in Bayern, auch in anderen Regionen Deutschlands und Europas haben die nur wenige Millimeter großen Borkenkäfer in den vergangenen Jahren zum Teil verheerende Schäden in den Wäldern angerichtet. In Bayern sind am häufigsten die Borkenkäfer-Arten Buchdrucker und Kupferstecher verbreitet. Wärme und Trockenheit kommen den Schädlingen entgegen.

Quelle: dpa

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