22.06.2021

Straßensperren und Glasflaschenverbot: So will die Stadt gegen die Partys vorgehen

Hintergrund für die neuen Party-Regeln in der Stadt sind die Feiern am vergangenen Wochenende. Vor allem nach dem EM-Spiel am Samstag (19. 6. 2021) hatten Tausende im Univiertel und im Englischen Garten gefeiert, teilweise wurden dabei auch Glasflaschen auf Polizisten geworfen. Zahlreiche Anwohner hatten sich wegen Ruhestörung beschwert.

Auch wenn er verstehe, dass gerade nach einem Jahr voller Einschränkungen das Bedürfnis zu feiern groß sei, hat er kein Verständnis für exzessive Feiern und Übergriffe auf Einsatzkräfte, so OB Reiter.

„Auch in einer Großstadt haben die Menschen ein Recht darauf, nachts schlafen zu können. Deshalb nehmen wir die Beschwerden sehr ernst. Allein nach dem letzten Wochenende hat die Polizei mehrere Hundert Beschwerden erhalten. So kann das nicht weitergehen!“

Oberbürgermeister Dieter Reiter

Um das Problem der EM-Partys in der Stadt zu lösen, soll es laut Reiter andere Angebote geben, um die Feiern möglichst aus den Wohngebieten zu verlagern.

Straßensperren und Glasflaschenverbote

An den Wochenenden sollen die Ludwigsstraße und Teile der Leopoldstraße für Autos gesperrt werden. Konkret geht es dabei um den Bereich der Ludwigstraße zwischen Siegestor (Ohmstraße) und Odeonsplatz – von Freitag, 22 Uhr, bis Sonntag, 2 Uhr.

„Wir schaffen Freiraum und entlasten die Anwohnerinnen und Anwohner an der Türkenstraße und der Maxvorstadt. Und wir minimieren die Gefahr, die von Autoposern und -rennen ausgeht.“

Lars Mentrup, SPD-Stadtrat aus Schwabing

Am vergangenen Wochenende hatten sich die Feiernden in der Türkenstraße auf der Straße und dem Gehweg gedrängt, sodass es kein Durchkommen für Autos gegeben hatte.

Außerdem hält Reiter ein Verbot Glasflaschen und Musikboxen ab 20 Uhr abends für sinnvoll. Um das Müllproblem zu lösen, sollen to-go-Getränke verboten und mobile Toiletten und mehr Abfalleimer aufgestellt werden.

Bars und Clubs sollen wieder öffnen

Im dazugehörigen Antrag spricht die SPD/Volt-Fraktion unter anderem davon, dass auch gemeinsam mit Münchner Clubs Konzepte geschaffen werden könnten. So könnte es Party-Orte geben, an denen die Münchnerinnen und Münchner feiern können ohne Anwohner zu stören. Sobald es das Infektionsgeschehen zulässt, sollen auch wieder Bars und Clubs geöffnet werden.

Mitspracherecht für junge Menschen

„Um langfristig die Interessen der Anwohnerinnen und Anwohner und der Feiernden in Einklang zu bringen, auch an anderen betroffenen Plätzen der Stadt, braucht es natürlich noch weitaus mehr. Hier will ich die verschiedenen Akteure zu einem Runden Tisch im Rathaus zusammenbringen, appelliere aber gleichzeitig an alle, die Feiernden, wie auch Anwohnerinnen und Anwohner: Es braucht vor allem gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt füreinander – das macht doch München aus und daran erinnere ich gern!“

Oberbürgermeister Dieter Reiter

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