Eine echte Ikone der deutschen Rockgeschichte hat die Bühne für immer verlassen.
Er verstarb am Donnerstag, den 22.01.2026 im Alter von 71 Jahren.
Wie seine Frau Hella und die Familie bekanntgaben, hat Francis den Kampf gegen eine schwere Krebserkrankung verloren. Es ist ein kleiner Trost zu wissen, dass er friedlich im Beisein seiner Angehörigen einschlafen durfte. Sein musikalisches Erbe aber bleibt unsterblich: Von 1973 bis 1992 bildete er das rhythmische Rückgrat der Band und prägte ihre absolute Hochphase maßgeblich mit. Ohne seinen Bass hätten wir Welthits wie „Rock You Like a Hurricane“, „Still Loving You“ und „Wind of Change“ nie erlebt.
Francis Buchholz stieß 1973 zu den Scorpions und ersetzte Lothar Heimberg. Sein Einstieg markierte den Beginn des kometenhaften Aufstiegs der Band aus Hannover. In den fast 20 Jahren seiner Zugehörigkeit spielte er auf den wichtigsten Alben der Bandgeschichte:
Was viele Fans nicht wissen: Francis Buchholz war nicht nur für die tiefen Töne zuständig. Er galt lange Zeit als das organisatorische Gehirn der Band.
Im Jahr 1992 kam es zum überraschenden Bruch. Nach dem gigantischen Erfolg von Crazy World verließ Buchholz die Scorpions. Der Ausstieg war von Streitigkeiten über finanzielle Ungereimtheiten und das Management überschattet, die erst Jahre später beigelegt wurden.
Nach einer längeren Pause vom Musikgeschäft kehrte Buchholz jedoch zurück:
Hannoverscher Lokalpatriot: Trotz des weltweiten Ruhms und Millionen verkaufter Platten blieb Buchholz seiner Heimatstadt Hannover stets verbunden und lebte dort bis zu seinem Tod.
Autor: Er veröffentlichte das Buch "Bass Magic", in dem er Einblicke in seine Spieltechniken gab.
Friedensbotschafter: Als Teil der Scorpions wurde er 1991 von Michail Gorbatschow im Kreml empfangen - ein historischer Moment kurz vor dem Ende der Sowjetunion.
Auszeichnungen: Über 100 Gold- und Platinschallplatten hingen an seinen Wänden, ein Zeugnis für über 100 Millionen verkaufte Tonträger weltweit.