Oktoberfestbesucher, die gerne «Skandal im Sperrbezirk» hören, können aufatmen. Wiesn-Chef Christian Scharpf hat auf Instagram klargestellt, dass der Song «natürlich nicht verboten» werde. «Auf so eine Idee wäre ich niemals gekommen. Das Lied ist ein Stück Münchner Musikgeschichte.» In der «Abendzeitung» betonte Spider Murphy Gang-Frontmann Günther Sigl, dass das Lied «in keinster Weise frauenfeindlich» sei.
Eine Musikempfehlung der Stadt Erlangen für die dort stattfindende Bergkirchweih hatte zuvor für Aufregung gesorgt. Die Kommune hatte den Wirten den Verzicht auf zwölf Lieder nahegelegt, die in der Kritik stehen, sexistisch und frauenfeindlich zu sein. Die Empfehlung wurde vielfach kritisiert, vor allem bei «Skandal im Sperrbezirk» von der Spider Murphy Gang hielt sich das Verständnis auf dem Volksfest in Grenzen.
SPD-Politiker Scharpf bezeichnete das Lied als ein «Stück Münchner Musikgeschichte». «Es setzt sich satirisch und obrigkeitskritisch mit dem strikten Vorgehen der Stadt München in den 80er Jahren bei Prostitution in der Innenstadt und in Wohnvierteln auseinander». Der Song sei seit Jahrzehnten ein echter Kracher, der auf keiner Party fehlen dürfe, auch nicht auf der Wiesn.
Sänger über das Lied: Sozialkritisch und ironisch
Günther Sigl (79) sagte der Münchner «Abendzeitung» weiter: «Es ist eine ewige Gschicht, dass der Song eigentlich missverstanden wird.» Vielmehr zeige der Text sozialkritisch, wie es 1972, als der Sperrbezirk in München eingeführt wurde, war. «Die Stadt wollte sich für Olympia sauber präsentieren. Natürlich ist unser Text ein bisschen ironisch und stichelt gegen die Doppelmoral in der Stadt», sagt Sigl. Das spiegle sich im ersten Satz des Songs: «In München steht ein Hofbräuhaus, doch Freudenhäuser müssen raus.» Das Lied verherrliche Prostitution nicht.
Das 191. Oktoberfest findet vom 19. September bis 4. Oktober statt.