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Jeff Chabot (l.) und der VfB kamen in München unter die Räder. — © Sven Hoppe/dpaSven Hoppe/dpaFußball-Bundesliga

«Deprimierend»: Stuttgarts Lehren aus dem Stimmungsdämpfer

Letztlich war alles wie immer. «Im Grunde war es wieder ein normaler Tag», sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth vom VfB Stuttgart. Die 1:5-Abfuhr im Eröffnungsspiel der 64. Bundesliga-Saison hat den Schwaben einmal mehr gezeigt, wo sie im deutschen Fußball stehen. Und das ist - auch, wenn es sich mancher Fan im Sinne eines spannenderen Titelrennens anders wünschen würde - nicht auf einer Stufe mit dem Meister FC Bayern.

Die Stuttgarter sind gut, aber eben nicht so gut wie die Münchner. Sieben Pflichtspielniederlagen in Serie hat der VfB gegen den Rekordmeister nun schon kassiert - und dabei 26 Gegentore. Trainer Sebastian Hoeneß lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen, um die Bayern zu ärgern. Auch am Freitag trat sein Team mutig und entschlossen auf, agierte phasenweise auf Augenhöhe, ging gegen den übermächtigen Gegner am Ende aber doch wieder unter. 

Bredlow verdient sich ein Sonderlob

«Deprimierend» sei das, meinte Wohlgemuth. Jeder könne sich «hinterfragen, was er im nächsten Spiel besser machen kann», sagte der Sportchef. Lediglich Torhüter Fabian Bredlow bescheinigte er eine «rundum tadellose Leistung».

Im Heimspiel gegen den 1. FC Köln am kommenden Freitag dürfte der Stellvertreter des verletzten Dennis Seimen weniger zu tun bekommen als in München. Dafür müssen die Stuttgarter diese Klatsche aber auch schnell aus den Kleidern schütteln. Es gehe «jetzt darum, Woche für Woche besser zu werden», forderte Coach Hoeneß. Wenn schon nicht so gut wie die Bayern, dann wenigstens besser als viele andere. Die Kölner zum Beispiel. Oder weitere potenzielle Bayern-Jäger wie Dortmund, Leipzig oder Leverkusen.

Parallelen - nicht nur - zum Pokalfinale

Die Partie in München erinnerte viele an das vergangene DFB-Pokalfinale. Auch in dem hatten die Stuttgarter den Bayern im Mai Paroli geboten, letztlich aber mit 0:3 noch klar verloren. Es gehe immer auch darum, die eigenen guten Phasen mit einem Tor zu belohnen und «das Momentum zu verändern», erklärte Hoeneß. Das will dem VfB gegen die Münchner partout nicht gelingen.

Tiago Tomás verpasste am Freitag die Stuttgarter Führung. Stattdessen traf Bayerns Dayot Upamecano zum 1:0. Kaum hatte Josha Vagnoman den Ausgleich erzielt, sorgte er selbst mit einem Eigentor zum 1:3 dafür, dass die Partie endgültig auf die Seite der Gastgeber kippte. «Hart» sei das gewesen, sagte Hoeneß über die entscheidenden Minuten. Aber: Dem VfB fehlte neben der individuellen Qualität der Bayern schlicht und ergreifend auch die Kraft, um 90 Minuten lang Mann gegen Mann über den ganzen Platz zu verteidigen.

Nationalspieler müssen noch zulegen

Es sei gelaufen «wie gefühlt jedes Mal gegen die Bayern», meinte der neue VfB-Kapitän Deniz Undav. «Wir wollten mutig sein, Bayern macht uns dann fertig.» Hoeneß tröstete sich ein Stück weit damit, dass die Münchner seiner Meinung nach auch in dieser Saison noch einige weitere Gegner hoch schlagen dürften.

Für ihn und seine Stuttgarter geht es derweil darum, die guten Phasen mit in die nächsten Spiele zu nehmen, sie auszubauen - und dann auch zu veredeln. Das große Potenzial, das in der Mannschaft steckt, ist nicht zu übersehen. 

Neuzugang Dzenan Pejcinovic aus Wolfsburg erweitert die Offensivoptionen, die Nationalspieler arbeiten nach dem WM-Sommer noch an ihrer körperlichen Verfassung. «Es war ein schlechter Start», sagte Sportchef Wohlgemuth in aller Deutlichkeit. Aber keiner, der die Stuttgarter entmutigen sollte.

Quelle: dpa

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