Der Ausnahmezustand in der Münchner Innenstadt ist aufgehoben, dutzende schwarze Limousinen und Vans sind plötzlich wieder verschwunden. Die Sicherheitskonferenz 2020 ist vorbei, die Bilanz der Polizei ist weitestgehend positiv, die blanken Zahlen durchaus beeindruckend.
Die entspannte Stimmung wurde von einem heftigen Zwischenfall bei der Großdemo am Stachus am Samstag überschattet. Ein Mann aus dem Irak, 50 Jahre alt, hat sich mit drei Litern Benzin übergossen und war drauf und dran, sich selbst anzuzünden. Polizeibeamte konnten ihn grade noch rechtzeitig überwältigen und ihn daran hindern, sein Feuerzeug zu benutzen.
„Wir haben wirklich Glück gehabt, wobei wir dabei ganz deutlich sagen müssen, dass es offensichtlich nicht Absicht des Mannes war, durch seine Selbstverbrennung auch andere Menschen zu gefährden. Das hatte er schlichtweg nicht auf dem Schirm“
Marcus da Gloria Martins, Pressesprecher der Münchner Polizei
Hintergrund dieser Aktion war offenbar, dass der Mann auf die Lage in seinem Heimatland aufmerksam machen wollte. Er wurde in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.
3500 Menschen waren im Rahmen mehrerer Demos am Samstag insgesamt in der Innenstadt. Die Polizei meldet neben dem obigen Vorfall noch zwei weitere Festnahmen. Ein Mal wegen des Besitzes von Schutzbewaffnung und ein Mal wegen des Vorzeigens einer YPG-Fahne.
Für die Polizei war auch die Siko 2020 wieder ein riesiger Einsatz, der jede Menge eindrucksvolle und kuriose Zahlen mitbringt. Hier eine kleine Auswahl.
„Ich bin zufrieden und stolz auf alle eingesetzten Kolleginnen und Kollegen. Allen Bürgerinnen und Bürgern danke ich für ihr Verständnis für die Sicherheitsmaßnahmen“
Norbert Radmacher, Vizepräsident der Münchner Polizei