Münchens neuer Bürgermeister stichelt gegen die Wiesn 06.11.2023

Oktoberfest als "weltweit größte, offene Drogenszene"

Münchens neuer 2. Bürgermeister Dominik Krause hat  auf der Instagramseite vom „Münchener Gesindel“ über die Cannabis-Legalisierung gesprochen

Wir leben in der Stadt mit der weltweit größten offenen Drogenszene, nämlich dem Oktoberfest. Und deswegen finde ich: Wenn man das in der Stadt hat, dann muss man beim Thema Legalisierung genauso klar sein. Und beides ist aus meiner Sicht vollkommen okay, beides sollte aber in einem angemessenen Rahmen passieren.

Empörung bei den Wiesn Wirten

Die beiden Sprecher der Vereinigung der Münchner Wiesn Wirte, Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel, kritisieren das Verhalten des Grünen-Politikers deutlich.

Hier werden sieben Millionen Besucher mit Drogenkonsumenten gleichgesetzt und diskreditiert. Hier wird vermittelt, dass auf der Wiesn große Mengen Drogen konsumiert werden, das ist falsch! Es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen Haschisch rauchenden Personen und fröhlich feiernden Wiesn-Besuchern. Bier ist keine Droge.

          Christian Schottenhamel

 Unter den 7,2 Millionen Besuchern sind viele Familien mit Kindern. Wenn man diese Gäste zu einer offenen Drogenszene zählt, dann ist das absurd und auch eine Beleidigung für die Münchner Stadtgesellschaft. Aber wer Cannabis mit Hopfen verwechselt – bei dem ist vermutlich schon Hopfen und Malz verloren.

          Peter Inselkammer 

Krauses Aussagen sind nicht nur für die Wiesn-Besucher eine Ohrfeige, sondern auch für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit großem persönlichem Engagement und viel Herzblut das Oktoberfest zu dem machen, was es ist: Das größte und beliebteste Volksfest der Welt.

         Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel 

Aussage war mit Augenzwinkern gemeint

Die Wiesn ist ein wunderbares Volksfest, seine magnetische Wirkung ist durch viel mehr als durch den Ausschank von Bier begründet. Auf dem Oktoberfest genießen alle das besondere Lebensgefühl, das dort entsteht – und einige sogar ohne Drogen zu konsumieren. Das Statement von Dominik Krause war meiner Meinung nach mit einem Augenzwinkern gemeint. Da muss man sich auch die Zielgruppe anschauen und die Art des Interviews, und vielleicht auch mit etwas mehr Gelassenheit drauf schauen. Unser Bürgermeister reduziert die Wiesn mit Sicherheit nicht nur auf den ‚Drogenkonsum‘. Die Legalisierung von Cannabis unterstütze ich allerdings auch – und bei einem Volksfest wie der Wiesn kristallisiert sich heraus, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird und die Kriminalisierung von Cannabis nicht mehr zeitgemäß ist.

Anja Berger, Wiesn Stadträtin

Bier keine Droge

Dazu muss man einfach in die deutschen Gesetze schauen, Bier gilt als Genussmittel, Bier ist keine Droge und ich glaub einen biertrinkenden Menschen, der sich am Abend nach getaner Arbeit eine halbe Bier reinzieht als Drogensüchtigen zu bezeichnen – was ja die Konsequenz dieser Aussage ist – daran erkennt man schon, dass die Aussage…Droge=Bier=Cannabis jedenfalls aus der Sicht der Mehrheit der Menschen nicht richtig ist.

Wiesnchef Clemens Baumgärtner auf Arabella München Anfrage 

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